1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Heute »größtes Spiel der Saison«

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(mw) Trainer Frank Carnevale bezeichnet es als »größtes Spiel der Saison«, und in der Tat kann der Eishockey-Oberligist EC Bad Nauheim mit einem Endrundensieg am heutigen Freitag gegen Halle einen großen Schritt in Richtung Playoffs machen. Sollte nach dem »Dreier« der erwartete Pflichtsieg in Rostock folgen, wären die Roten Teufel schon vor den beiden Krachern gegen Frankfurt für die Playoffs qualifiziert. Unterdessen gab es in dieser Woche ein Treffen zur Zukunft der Spielbetriebs GmbH.

Vor diesem Wochenende stehen personell gesehen Fragezeichen hinter Janne Kujala, Eddy Rinke und Daniel Huhn.

Zwar trainierte das Trio ebenso wie die zu Wochenbeginn noch angeschlagenen Mike Schreiber, Daniel Ketter und Brad Miller in den vergangenen Tagen mit – aber zum Teil ohne Körperkontakt. Rinke sei nach seiner Krankheit noch etwas schlapp, sagte Carnevale gestern. Daniel Huhn (Kahnbeinbruch) und Janne Kujala (Innenbandverletzung) dürften wohl noch keine Option sein.

Gegen Halle am Freitag fordert Carnevale eine ähnlich konzentrierte Leistung wie beim 4:1-Erfolg in Sachsen-Anhalt. »Sie waren anfangs etwas eingeschüchtert. Aber am Sonntag haben sie ein großartiges Spiel in Frankfurt abgeliefert. Wir müssen bereit sein und die Kontrolle übernehmen«, sagt Carnevale, den der Frankfurter Punktverlust (4:3 n.P.) gegen die Saale Bulls überrascht hat. »Wir wollen gewinnen und den nächsten Schritt Richtung Playoffs machen«. Dazu appelliert er an die Fans: »Kommt heute zahlreich ins Stadion. Es geht in die entscheidende Phase«. Eine Niederlage könnte erstmals in dieser Saison die Zielsetzung gefährden; in Vor- und Zwischenrunde war das Weiterkommen jeweils Formsache.

Keine große Hürde dürften die Rostock Piranhas am Sonntag sein, die bei ihren beiden Niederlagen am vergangenen Wochenende (0:16 gegen Frankfurt, 1:9 gegen Bad Nauheim) deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekommen haben. Bei diesen großen sportlichen Unterschieden dürfte auch das Teufel-Trauma von der Ostsee aus dem Vorjahr kein Thema sein. Nach 5:1-Führung verlor die damalige Carroll-Truppe mit 9:10 beim Nord-Meister.

Unter Druck sind am Sonntag die Löwen Frankfurt in Halle. Neu-Trainer Martin Jiranek zeigte im Heimspiel gegen die Bulls schon mal, dass er ähnlich hart sein kann wie Vorgänger Frank Gentges. Der Kanadier warf Routinier Roland Mayr zwischenzeitlich vom Eis. »Er war undiszipliniert, das lasse ich mir nicht gefallen«, begründete Jiranek. Der zuletzt grippekranke Ex-Teufel Lanny Gare kehrt heute gegen Rostock in den Löwen-Kader zurück.

Indians melden Insolvenz an

Neue Brisanz in die Auf- und Abstiegsregelung zwischen der Zweiten Bundesliga und der Oberliga könnte die Insolvenz der Hannover Indians bringen. Der Zweitligist hat am Mittwoch die Konsequenzen aus den finanziellen Problemen gezogen und einen Insolvenzantrag gestellt. Etwa 250 000 bis 300 000 Euro sollen fehlen, um diese Saison zu Ende spielen zu können. Sportlich steht der Klub als Absteiger fest, auch wenn es nach derzeitigem Stand gar keine Regelung dafür gibt. Ob der Tabellenzehnte die Hauptrunde (sportlich noch mit Playoff-Chancen) zu Ende spielt, stand gestern noch nicht fest. Die Indians hatten 2009 im fünften Anlauf den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt gemacht und im Finale den EC Bad Nauheim besiegt. Aktuell stehen die Ex-Teufel Jan Hemmes und Sven Gerbig (absolvierte 42 von 43 Punktspielen bisher) bei den Indians unter Vertrag.

Kurz: »Halte Füße still«

Hinter den Bad Nauheimer Kulissen wird unterdessen an der Zukunft des Eishockey-Profisports gebastelt. Alleingesellschafter Wolfgang Kurz bestätigte auf WZ-Anfrage, dass es in dieser Woche ein Gespräch gegeben habe. »Der Verein hat nun um Zeit gebeten, alles zu überdenken. Solange werde ich die Füße stillhalten«, sagte Kurz. Wie berichtet, soll sich bereits eine »neue« GmbH formiert haben, die die Lizenz der Nachwuchsabteilung übernehmen wolle. Nach WZ-Informationen haben potenzielle neue Gesellschafter mit Kurz an einem Tisch gesessen.

Das Wochenend-Programm

Freitag: Kassel – Duisburg, Frankfurt – Rostock, Bad Nauheim – Halle (alle 19.30 Uhr), Timmendorfer Strand – Leipzig (20 Uhr).

Sonntag: Leipzig – Timmendorfer Strand (17 Uhr), Duisburg – Kassel (18.30 Uhr), Halle – Frankfurt, Rostock – Bad Nauheim (beide 19 Uhr).

Auch interessant

Kommentare