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Am 30. Dezember bezwingen die Gießener um ihren Topscorer Brandon Bowman (l.) die Skyliners um Quantez Robertson mit 75:74.

Heute Derbyzeit in Frankfurt

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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(kus). Duelle zwischen den Gießen 46ers und den Frankfurt Skyliners sind seit jeher etwas Besonderes für beide Klubs - unabhängig von den Platzierungen in der Basketball-Bundesliga. Vor dem Hessenderby heute in der Main-Metropole könnten die Voraussetzungen kaum unterschiedlicher sein.

Die Skyliners gehen am heutigen Samstag (18 Uhr/Magentasport live) mit viel Selbstvertrauen in das Duell. Der Playoff-Aspirant erwartet in der Fraport-Arena in den 46ers einen verunsicherten Abstiegskandidaten, der sich Schritt für Schritt aus seinem Tief befreien möchte. In der Hinrunde ging Teil eins der inoffiziellen Hessenmeisterschaft kurz vor dem Jahreswechsel mit 75:74 an die Gießener.

Der Gastgeber: Die Skyliners klopfen als Neunter an die Tür zu den Playoffs, sie haben die letzten beiden Begegnungen gegen Schlusslicht Vechta und den Tabellen-15. Göttingen für sich entschieden. Vor allem in Göttingen beeindruckten die Frankfurter, als sie nach einem 20-Punkte-Rückstand im dritten Viertel am Ende mit 93:89 gewannen. »Wir sind immer in der Lage, einen Run zu starten«, sagte Trainer Sebastian Gleim unter der Woche im »Podcast Basketball«. Der 36-jährige Bad Hersfelder gilt als akribischer Arbeiter, der sehr viel Wert auf die Defensive legt. Die Hauptlast in der Offensive tragen Matt Mobley (19,1 Punkte pro Spiel) und der isländische Aufbauspieler Jon Axel Gudmundsson (12,1). Neben den etablierten Kräften haben zuletzt auch zwei Nachwuchs-Guards für Furore gesorgt: Gegen Vechta war Bruno Vrcic (20) mit 13 Punkten der X-Faktor, in Göttingen das 18-jährige Riesentalent Len Schoormann. Er war maßgeblich an der Aufholjagd beteiligt und kam auf 14 Punkte und vier Rebounds in 13 Minuten Einsatzzeit. Absoluter Führungsspieler ist Quantez Robertson (36), der seine zwölfte Saison für die Skyliners absolviert und so etwas wie ihr Verteidigungsminister ist.

Die Lage der Gäste: Mit 8:36 Punkten liegen die 46ers auf einem Abstiegsplatz und sechs Punkte hinter fünf Klubs, die bislang sieben Siege eingefahren haben. Darunter sind auch die Würzburger, die am Dienstag das Kellerduell gegen den Mitteldeutschen BC verloren. Hinterher sagte Denis Wucherer, der Coach der Unterfranken: »Ab heute muss wirklich jedem klar sein, dass es nur gegen den Abstieg geht, und dafür müssen noch drei Siege her.« Macht summa summarum zehn Erfolge - und wenn Wucherer recht behalten sollte, würde dass für die Gießener bedeuten, dass sie aus den verbleibenden zwölf Spielen noch sechs Erfolge brauchen.

Die Stimmung: Die ist bei den 46ers derzeit natürlich nicht allzu gut - dem Team mangelt es vor allem an Selbstvertrauen. In der Woche nach der 75:92-Niederlage gegen Bonn haben die Verantwortlichen viel mit den Profis gesprochen. »Die Jungs sind auch sehr enttäuscht nach Leistungen wie am Samstag. Aber auf der anderen Seite kriegen wir es schon hin als Mannschaft, in der darauffolgenden Woche eine Situation zu schaffen, in der vernünftig gearbeitet wird, in der der Blick wieder nach vorne geht. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir uns jetzt nicht in unserem Selbstmitleid suhlen, sondern dass wir uns etwas vornehmen. Das haben wir auch diese Woche gemacht«, berichtet Scholz.

Die Schlüsselspieler: Bei den Frankfurtern ist Mobley nur schwer zu stoppen. »Er ist jemand, der uns über gewisse Grenzen hilft«, sagt Gleim über den Guard, der treffsicher aus der Distanz ist und auch gerne zum Korb zieht. Zudem ist der US-Amerikaner ein exzellenter Rebounder. »Er darf nicht heißlaufen«, sagt Scholz, dessen Team im Angriff in der Person von Center John Bryant leichte Vorteile am Brett haben dürfte - wenn er vernünftig angespielt wird.

Personelles: Die 46ers werden höchstwahrscheinlich weiterhin auf die seit Wochen fehlenden Chad Brown (Rücken) und Isaac Hamilton (Knie) verzichten müssen. Bei Frankfurt fallen Konstantin Konga (Schulter) und der Langzeitverletzte Richard Freudenberg (Fuß) aus. Powerforward Rasheed Moore (Handgelenk) ist angeschlagen, sein Mitwirken noch offen.

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