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Hessenliga: Die Zeit der Ausreden ist für FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg vorbei

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Von: Uwe Born

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Mustafa Fil, Trainer von Türk Gücü Friedberg, hat unter der Woche in seiner Mannschaft Klartext geredet. Er fordert eine Veränderung der Einstellung, schließlich spiele man nicht mehr Verbandsliga. (Foto: Chuc)
Mustafa Fil, Trainer von Türk Gücü Friedberg, hat unter der Woche in seiner Mannschaft Klartext geredet. Er fordert eine Veränderung der Einstellung, schließlich spiele man nicht mehr Verbandsliga. (Foto: Chuc) © A. Chuc (www.chuc.de)

Türk Gücü Friedberg und der FV Bad Vilbel stehen in der Fußball-Hessenliga bereits mächtig unter Druck. Nun kommen zwei Heimspiele - doch zuvor gab es in Friedberg noch etwas klarzustellen.

Geht es um Titelambitionen, spielen derzeit in der Hessenliga zusammen mit dem noch ungeschlagenen Spitzenreiter FC Gießen (28 Punkte) nur noch die Fußballer von Bayern Alzenau (25) eine tragende Rolle. Darauf zu tippen, das Polster des Führungsduos auf die Verfolger werde sich am Wochenende womöglich noch vergrößern, fällt daher nicht weiter schwer: Gießen gilt vor eigenem Publikum gegen den Vorletzten FC Ederbergland nämlich genauso als haushoher Favorit wie die Alzenauer Truppe zu Hause gegen den Rangneunten Spvgg. Neu-Isenburg. Derweil müssen sich die Wetterau-Vertreter im hessischen Fußball-Oberhaus, der FV Bad Vilbel (Platz 14/9 Punkte) und Türk Gücü Friedberg (15./8), darauf beschränken, nach zuletzt ertraglosen Auftritten in Waldgirmes und Hadamar den Kontakt zum Tabellen-Mittelfeld nicht zu verlieren. Beide Klubs genießen im Rahmen des zwölften Spieltages Heimrecht: Bad Vilbel erwartet nach fünf Niederlagen in Serie bereits am heutigen Freitag den viermal in Folge sieglosen Ex-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, während Türk Gücü Friedberg am Sonntag auf den zuletzt in Fahrt gekommenen Hünfelder SV trifft.

Hessenliga: Bad Vilbel will Niederlagenserie gegen Kassel stoppen

FV Bad Vilbel – KSV Hessen Kassel (Freitag, 19.30 Uhr, Niddasportfeld): Man habe gewusst, was auf einen zukomme, sagt Trainer Amir Mustafic. Und doch war bei ihm wie bei seiner Mannschaft, der Anhängerschaft und dem gesamten Verein zwischendurch schon die Hoffnung aufgekommen, man könne einen langen Abstiegskampf möglicher Weise vermeiden. Nach fünf Niederlagen in Serie sieht es aber gar nicht mehr so aus, als werde das eine entspannte Saison für den Aufsteiger, der seine Negativserie am heutigen Freitag (19.30 Uhr) gegen den KSV Hessen Kassel beenden möchte. Kassel erlebte zuletzt auch nicht gerade einen Höhenflug. Nach Niederlagen in Gießen und Baunatal sowie Unentschieden in Alzenau und gegen Ginsheim ist die Tabellenspitze erst einmal in weite Ferne gerückt. Trotzdem sind die Nordhessen heute auf dem Niddasportfeld natürlich Favorit. »Wir werden aber versuchen, unsere kleine Chance zu nutzen«, verspricht Mustafic.

Personell sieht es auf Bad Vilbeler Seite nicht allzu rosig aus. Alexander Bauscher ist noch krank, Aydin Maksumic plagt sich mit Knöchel- und Wadenproblemen, die Verletzung von Tim Tilger ist ebenfalls noch nicht ganz auskuriert. Immerhin ist Kristijan Bejic wieder fit. Und obwohl die Stimmung verständlicher Weise nicht auf dem Siedepunkt sei, könne er seinen Spielern doch nichts vorwerfen, sagt Mustafic: »Es ist ja klar, dass man mental nicht in der besten Verfassung ist nach fünf Niederlagen. Aber nichtsdestotrotz sind die Jungs im Training gut bei der Sache. Wir arbeiten hart daran, wieder bessere Ergebnisse zu erzielen.« Kassel, meint Mustafic, sei eine Mannschaft, »die mit Sicherheit nicht da steht, wo sie hin will. Dort haben einige Spieler ein höheres Niveau als der Durchschnitt in der Hessenliga.«

Gegen Hessen Kassel spielte Bad Vilbel in der Liga zuletzt im April 2006 im Auestadion und verlor mit 0:4. Die Nordhessen stiegen in der Folge in die Regionalliga auf, Bad Vilbel, das ein paar Jahre zuvor noch um die Meisterschaft mitgespielt hatte, stieg zwölf Monate später ab. Der einzige Bad Vilbeler Sieg gegen den KSV gelang vor fast genau 14 Jahren. Damals führten die »Löwen« (mit Thorsten Bauer) schon mit 2:0 am Niddasportfeld, doch am Ende hieß es 3:2 für Bad Vilbel.

Hessenliga: Trainer Mustafa Fil redet in Friedberg Tacheles

Türk Gücü Friedberg – Hünfelder SV (Sonntag, 15 Uhr, in Ober-Rosbach): Gerade einmal acht Punkte aus zehn absolvierten Spielen sind eine Zwischenbilanz, mit der TG-Coach Mustafa Fil zwar leben muss, aber nicht einverstanden ist. Diese Woche sei, so der Friedberger Übungsleiter, Tacheles geredet worden: »Wir spielen in der Hessenliga und nicht mehr in der Verbandsliga. Das klingt banal, haben aber einige unserer Leute anscheinend immer noch nicht kapiert. Geht’s so weiter, steigen wir definitiv ab.« Fils Forderung ans Team vor dem sechsten Heimspiel gegen den jüngst zweimal siegreichen Hünfelder SV: »Die Einstellung muss sich grundlegend ändern. Es kann nicht sein, dass Matchpläne, die vorher klar besprochen wurden, nicht eingehalten werden.« Klingt knallhart und machte sich bislang vor allem auf fremden Plätzen bemerkbar, denn in fünf diesbezüglichen Versuchen gingen die Kreisstädter stets als Verlierer vom Platz. Zu Hause sah es nach der Auftaktpleite gegen Bad Vilbel deutlich besser aus, da aus den Duellen gegen Neu-Isenburg, Ederbergland, Flieden und Eddersheim zwei Siege und zwei Remis verbucht werden durften. Gut möglich, dass am Sonntag die vor Wochenfrist in Hadamar verletzt fehlenden Younes Bahssou (elf Treffer), Lukas Zarges und Massé Bell Bell wieder zur Verfügung stehen und sich dadurch die Personalausfälle auf Alit Usic (noch zwei Spiele gesperrt) beschränken. Speziell Bahssous Rückkehr wäre wichtig. »Er ist, wenn er fit ist, vorne gesetzt«, sagt Fil über den Torjäger.

Türk Gücü Friedberg: Grbovic (Shpirov), Effiong, Erdogan, Bartel, Tesfaldet, Smisek, Toskovic, Takahashi, Kohnke, Gürsoy, Bahssou (?), Penava, Zarges (?), Osman, Akkus-Rodriguez, Vranesevic, Biber, Bell Bell (?).

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