Amir Mustafic geht in sein neuntes Jahr beim Wetterauer Hessenligisten FV Bad Vilbel.
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Amir Mustafic geht in sein neuntes Jahr beim Wetterauer Hessenligisten FV Bad Vilbel.

Hessenliga

Hessenliga: So will Coach Amir Mustafic mit dem FV Bad Vibel die Klasse halten

Es ist das dritte Jahr in der Fußball-Hessenliga für den FV Bad Vilbel - und bereits das neunte für Trainer Amir Mustafic beim Klub vom Niddasportfeld. Es könnte angesichts eines großen Umbruchs im Kader und einer großen Liga zum schwersten werden.

Ein Umbruch im Kader, ein Umfeld, das professioneller aufgestellt sein könnte, und eine Liga mit 20 Mannschaften und vielen Absteigern. Das neunte Jahr von Amir Mustafic beim Wetterauer Hessenligisten FV Bad Vilbel könnte leichter beginnen. Dennoch ist der Coach optimistisch. Im Interview am Rande des Trainingsauftakts erklärt er, wie er auch die dritte Saison seit dem Aufstieg in die höchste hessische Spielklasse überstehen will.

Herr Mustafic, was ist das für ein Gefühl nach der langen Corona-Pause wieder mit dem Training starten zu dürfen?

Ich glaube, es geht mir wie allen, die Fußball lieben: Wir haben mit sehr viel Geduld darauf gewartet, dass wir endlich anfangen können, und natürlich bin ich sehr froh und glücklich, dass es nun losgeht. Es hat gereicht mit den vielen Monaten und Wochen, die wir nicht Fußball gespielt haben.

Es geht in das dritte Hessenliga-Jahr. Personell gibt es - mal wieder - einen großen Umbruch. Wird es deswegen ein sehr schwieriges Jahr in der Hessenliga mit 20 Vereinen und vermehrtem Abstieg?

Ja, nicht nur aufgrund der Anzahl der Mannschaften wird es schwer, sondern allgemein denke ich, dass es sehr schwer wird. Die Liga ist nicht zu unterschätzen. Da sind sehr viele starke Mannschaften dabei. Aber ich denke durchaus, dass wir eine Chance haben und diese auch nutzen werden. Wir haben versucht, unseren Kader so zusammenzustellen, dass wir jung, hungrig und angriffslustig sind. Ich denke, dass wir unsere Punkte holen werden.

Es gab sehr viele Abgänge von Stammspielern, aber auch viele Neuzugänge. Wie ist es zu dieser hohen Fluktuation gekommen, die sicher so nicht geplant war?

Auftakt in der Fremde

Die beiden Wetterauer Hessenligisten FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg starten mit einem Auswärtsspiel in die "Marathonsaison" 2020/21. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Spielplan hervor. Für Bad Vilbel geht es am Sonntag, 6. September (15 Uhr), zum SV Neuhof, Türk Gücü Friedberg muss zeitgleich beim 1. Hanauer FC ran. Eine Woche später empfangen die Kreisstädter um dieselbe Zeit den Hünfelder SV, während die Brunnenstädter den KSV Baunatal zu Gast haben. Das erste Wetterau-Derby der neuen Spielzeit steigt am Sonntag, 27. September (15 Uhr), in Ober-Rosbach.

Ja, manche Sachen waren natürlich nicht geplant, aber manche waren letztlich auch so gewollt von uns. Man muss Veränderungen im Fußball vornehmen, wenn man in der Vorsaison merkt, dass irgendetwas nicht so funktioniert hat, wie es funktionieren soll - zumindest in den Augen vom Trainer. Natürlich kann ich mit Abgängen von Adnan Alik und Maxi Brauburger, die höherklassig spielen (zu Regionalligist Bayern Alzenau, Anm. d. Red.) wunderbar leben. Dass die Jungs ihre Chance bei höherklassigen Vereinen suchen, finde ich gut und das ist auch in Ordnung so. Der eine oder andere Abgang war von uns gewollt. Farid Affo (zu Hessen Dreieich, Anm. d. Red.) aber hätte ich zum Beispiel gerne gehalten. Alexander Bauscher hätte ich auch gehalten, wenn wir uns einig geworden wären. Letztlich muss man sich entscheiden. Wir haben uns für die Jungs entschieden, die jetzt da sind, und gegen die Jungs, die uns verlassen haben. Ich wünsche allen alles Gute, denn manchmal ist es so, dass es in einem Verein nicht passt, wie es sich Spieler und Trainer gedacht haben. Dann ist es besser, dass man wieder getrennte Wege geht.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Neuzugänge ausgesucht?

Das erste Kriterium ist natürlich, dass einer Fußball spielen kann, und auf diese Art und Weise habe ich versucht, diese Kriterien zu setzen. Die Neuzugänge sind jung, hungrig und angriffslustig, was mir letztes Jahr ab und zu gefehlt hat. Ich hoffe daher, dass wir dieses Jahr besser mit unseren Neuzugängen liegen.

Wie werden Sie den Trainingsbetrieb in den englischen Wochen steuern?

Erst einmal müssen wir uns richtig auf die Saison vorbereiten. Und wenn uns das gelingt, sodass wir richtig fit und bereit sind, müssen wir zwischen den Spielen viel regenerieren und eventuell auch Wechsel vornehmen. Deswegen ist es nicht von Nachteil, wenn man einen ziemlich großen Kader hat. Wir werden in dieser Saison mehr Spieler als sonst brauchen.

Der FV Bad Vilbel ist ein Amateurklub. Wo kann sich der Verein noch professioneller aufstellen? In welchen Bereichen gibt es Verbesserungsbedarf?

Es besteht auf jeden Fall Verbesserungsbedarf, nur ist es nicht einfach und es hängt letztlich auch an der Geldfrage. Willst du professionell arbeiten, musst du mehr in Personal, Struktur und Umfeld investieren. Wir sind in Bad Vilbel nicht unbedingt so gesegnet, dass wir mit Geld um uns schmeißen können. Wir versuchen so zu haushalten, dass es irgendwie funktioniert. Die vergangenen Jahre haben wir bewiesen, dass das möglich ist. Wir können keine Spieler aus der Regionalliga oder der 3. Liga holen. Das wollen wir auch nicht. Unser Weg soll mit jungen Leuten sein, die entwicklungsfähig und lernwillig sind. Damit liegen wir richtig.

Viele Konkurrenten kommen aus dem Rhein-Main Gebiet, durch den Aufstieg von Stadtallendorf und Kassel fallen weite Fahrten weg. Wie beurteilen Sie das?

Derbys sind immer attraktiv, vor allem mit Zuschauern ist das stets einen Tick interessanter. Mir als Trainer ist es aber ehrlich gesagt egal, ob ich in Baunatal, Erlensee oder Zeilsheim spiele. Wir wollen überall attraktiv Fußball spielen und unsere Punkte holen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Reserve in der Kreisoberliga und der A-Jugend?

Die Zusammenarbeit mit unserer Reserve und speziell mit unserem neuen Trainer Markus Pioch läuft sehr gut. Er ist kommunikativ und sehr zugänglich. Auch in Zukunft wird diese Zusammenarbeit sehr gut sein. Ob aus diesem Bereich Spieler rauskommen können, bezweifle ich. Es ist eine Kreisoberliga-Mannschaft und bis zur Hessenliga sind es dann doch ein paar Schritte. Die A-Jugend ist schwer zu beurteilen. Nach der Corona-Krise habe ich nur wenige Informationen über den Kader.

Im September soll es mit der Saison losgehen. Sind Sie sich sicher oder haben Sie noch Zweifel?

Ich bin mir ganz sicher, dass es losgeht. Ich habe mir gewünscht, dass es sogar noch früher losgeht. Irgendwann muss man einfach loslegen. Die Zeit ist reif, zwar sollten wir die Lage nicht unterschätzen und weiterhin vorsichtig sein. Aber wenn das ganze Leben und die Wirtschaft weiterlaufen, warum sollte es nicht auch im Fußball weitergehen?

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