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Gelingt Kristijan Bejic (l.) und dem FV Bad Vilbel nach dem deutlichen 0:7 in der Vorwoche beim FC Gießen um Ricardo Antonaci im Abstiegsduell beim SC Viktoria Griesheim der Befreiungsschlag? (Foto: Friedrich)

Hessenliga

Hessenliga: Verlieren ist für Türk Gücü Friedberg und den FV Bad Vilbel verboten

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  • Roland Stipp
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Eine deutliche Klatsche nach einem Auftaktsieg, ein achtbares Unentschieden nach einer Niederlage. Für Türk Gücü Friedberg und den FV Bad Vilbel läuft es in der Hessenliga noch nicht optimal.

Dass die Fußballer des FC Gießen angesichts eines komfortablen Zehn-Punkte-Polsters auf Verfolger Bayern Alzenau in der Hessenliga das Maß aller Dinge sind und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in der kommenden Saison Regionalliga-Status genießen, ist nicht zu bestreiten. Eben deshalb wäre für die Mannschaft von FC-Coach Daniyel Cimen eine Niederlage beim Rangdritten KSV Hessen Kassel, der zu Hause noch kein Spiel verloren hat, wohl kein Beinbruch.

In den Reihen jener zehn Klubs, die noch keine 30 Punkte geholt haben, ist das Top-Duell des 24. Spieltages freilich nur Nebensache. Dort hat der Kampf um den Klassenerhalt absolute Priorität, wobei am Wochenende alle Teams ab Rang zehn (FV Bad Vilbel/26 Punkte) bis hinunter zu Platz 17 (Spvgg. Neu-Isenburg/17 Zähler) in vier brisanten Begegnungen unter sich sind. Konsequenz dieser Konstellation aus Sicht der Wetterauer Hessenliga-Vertreter: Sowohl für den beim Tabellennachbarn Viktoria Griesheim (11./24) gastierenden FV Bad Vilbel als auch für Türk Gücü Friedberg (13./21) im Duell beim zuletzt auf Höhenflug befindlichen FC Ederbergland (15./20) sind Niederlagen quasi verboten.

Fußball-Hessenliga: Türk Gücü Friedberg will Ederberglands Erfolgsserie stoppen

FC Ederbergland – Türk Gücü Friedberg (Samstag, 15 Uhr): Weil der 0:1-Pleite in Flieden ein respektables 2:2-Remis gegen den Tabellenzweiten Bayern Alzenau folgte, scheint sich das Team von Türk Gücü Friedberg langsam, aber sicher jener Verfassung zu nähern, die das Trainer-Duo Mustafa Fil und Gültekin Cagritekin gerne sehen würde. "Wir sind auf einem guten Weg", meint Cagritekin. Vor der Partie beim Drittletzten FC Ederbergland, dessen Formkurve nach einem Trainerwechsel (Miroslav Emejdi für Vladimir Kovacevic) angesichts von zehn Punkten aus den letzten fünf Spielen steil nach oben zeigte, gilt im Lager der Kreisstädter die Devise: "Bloß nicht verlieren". Die Nordhessen, die mit Siegen über Fulda/Lehnerz (2:0) und Waldgirmes (3:1) einen perfekten Jahresauftakt feierten, sollen punktemäßig auf Distanz gehalten werden. "Wichtig ist, dass wir im Spiel nach vorne Akzente setzten können. Gegen Alzenau hat das gut funktioniert", sagt der TG-Übungsleiter. Dass auf dem Rasenplatz in Allendorf neben technischen Fertigkeiten vornehmlich kämpferische Qualitäten gefordert sind, versteht sich von selbst. Im Abstiegskampf zählen diese Tugenden bekanntlich doppelt und dreifach. Änderungen in Sachen personeller Ausstattung sind auf Friedberger Seite nicht zu erwarten: Marvin Akkus-Rodriguez (Faserriss) und Kazuki Takahasi (letztmals gesperrt) fehlen nach wie vor. Torjäger Younes Bahssou, der beim 4:0-Vorrundensieg über den FCE als dreifacher Torschütze brillierte, von Beginn an zu bringen, hält Cagritekin nur dann für eine realistische Option, wenn dessen Leistenbeschwerden kein Thema mehr sind: "Noch ist nichts entschieden, aber es sieht gut aus." – Hinspiel: 0:4.

Türk Gücü Friedberg: Shpirov (Kröller), Effiong, Dudda, Bartel, Tesfaldet, Usic, Erdogan, Coric, Gürsoy, Toskovic, Kohnke, Bahssou, Bell Bell, Aslan, Biber, Bayraktar, Mitrovic.

Fußball-Hessenliga: Wie reagiert der FV Bad Vilbel nach dem 0:7-Schock beim FC Gießen in Griesheim?

SC Viktoria Griesheim – FV Bad Vilbel (Samstag, 15 Uhr, Kunstrasen am Hegelsberg): Der Lehrstunde beim Tabellenführer folgt der knallharte Abstiegskampf. Das 0:7 beim FC Gießen war ein Schock. Und es hat personell Spuren hinterlassen: Abwehrchef Jonas Grüter ist wegen seiner Roten Karte nicht dabei. Blöd, dass schon im vorherigen Spiel gegen Lohfelden mit Adnan Alik ein Mann aus der Dreierkette des Feldes verwiesen worden war – und nun wie Grüter eine Sperre absitzen muss. Noch dazu hat sich mit Oleg Huwa ein weiterer Abwehrspieler im Training weh getan, sein Einsatz ist ungewiss. "Es wird eine interessante Herausforderung, eine passende Mannschaft zu basteln", sagt Coach Amir Mustafic. Noch ist Griesheim zwei Punkte schlechter und natürlich würde Mustafic es lieber sehen, wenn sein Team den Abstand vergrößern könnte, anstatt überholt zu werden, schließlich bleiben dann nur noch neun Spiele, um etwas zu korrigieren. Das Problem: "Das ist vielleicht die lauf- und kampfstärkste Mannschaft der Liga. Sie haben beim Hinspiel zu recht bei uns gewonnen – jetzt müssen wir das umkehren", sagt Mustafic. "Natürlich fehlen uns gute Spieler, aber so können sich jetzt eben die beweisen, die zuletzt nicht gespielt haben. Die sollten ja besonders motiviert sein."

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