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Hessenliga: Türk Gücü Friedberg zurück in der Spur

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Nach der Trennung von Trainer Mustafa Fil präsentiert sich Türk Gücü Friedberg in der Fußball-Hessenliga wieder von seiner besseren Seite. Beim 3:0-Sieg in Hünfeld überragt der Ersatz-Keeper.

Türk Gücü Friedberg hat auf die Erfolgsspur zurückgefunden: Nach drei Niederlagen in Serie und der Trennung von Trainer Mustafa Fil präsentierte sich der Wetterauer Hessenligist im Keller-Knüller beim bislang punktgleichen Tabellennachbarn Hünfelder SV mal wieder von seiner besseren Seite. Auf der Rhönkampfbahn feierte Türk Gücü einen enorm wichtigen 3:1 (1:1)-Erfolg und verbesserte sich nach Saisonsieg Nummer acht, dem bereits fünften auf fremdem Terrain, im Gesamtklassement von Abstiegsplatz 15 auf Rang 12.

Hessenliga: Shpirov verletzt, Kröller springt ein

Klar, dass der erstmals alleine Regie führende TG-Coach Gültekin Cagritekin kaum ein Haar in der Suppe fand: "Hünfeld begann sehr schwungvoll. Aber nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir uns mit zunehmender Spieldauer immer besser zurechtgefunden und als Team funktioniert. Speziell in den zweiten 45 Minuten lief es dann so, wie ich es gefordert hatte." Friedbergs Teammanager Sinan Karanfil sah es ähnlich, vergaß aber nicht, Keeper Leon Kröller eine Top-Leistung zu attestieren: "Er hielt alles, was zu halten war."

Apropos Leon Kröller: Er kam zum Einsatz, weil Stammtorwart Riste Shpirov verletzt passen musste. Ferner rückten Alit Usic für den grippekranken Außenverteidiger Kevin Bassey Effiong, sowie Vuk Toskuvic für Torjäger Younes Bahssou (verletzte sich beim Aufwärmen) ins Startteam, dem Coach Cagritekin diesmal die 4-4-2-Variante verordnet hatte.

Eine taktische Marschroute, die zunächst nicht viel brachte, denn die gastgebenden Osthessen legten vor etwa 300 Zuschauern furios los. Logische Konsequenz war die Hünfelder Führung, erzielt in der 23. Minute durch einen von Julian Rohde verwandelten Foulelfmeter, den Kröller an Christoph Neidhardt verursacht hatte. "Ob’s wirklich einer war, wage ich zu bezweifeln", kommentierte Cagritekin die Entscheidung von Referee Timo Hager. Und die Platzherren drückten weiter aufs Tempo. Pech für Hünfeld, dass Kevin Krieger in der 43. Minute an Kröller scheiterte, und Friedbergs Kazuki Takahashi Rohdes zweiten Versuch von der Linie kratzte.

Hessenliga: Ausgleich der Extraklasse

Auf der Gegenseite klappte es zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt, nämlich nur eine Minute später, viel besser: TG-Kapitän Alit Usic traf nach Toskovics Auflage aus halblinker Position volley zum Ausgleich in die Vollen. Ein Tor der Extraklasse, das nachhaltig Wirkung zeigte. Jedenfalls agierten die Kreisstädter gegen eine Hünfelder Mannschaft, die auch ab den zweiten 45 Minuten die Entscheidung suchte, mit mehr Dampf im Kessel und starteten ihrerseits durchdachte Offensivaktionen. Chancen gab es auf beiden Seiten: Zunächst rettete HSV-Torwart Jonas Hosenfeld in der 48. Minute gegen den durchgebrochenen Dorian Miric in höchster Not. Dann stand wieder Kröller im Brennpunkt, als er André Vogts Versuche spektakulär entschärfte (49./51.).

Dass die Friedberger ab der 62. Minute erstmals in Führung lagen, entsprang einem Eigentor von Franz Faulstich. Toskovics Schuss, der wohl keinen größeren Flurschaden angerichtet hätte, fälschte der Hünfelder Innenverteidiger unglücklich ab – 2:1. Für die Weber-Truppe war’s der Anfang vom Ende, denn Türk Gücü legte nach: Zwar ließ Abdussamed Gürsoy in der 65. Minute die Riesenchance zum dritten Gästetor noch ungenutzt verstreichen, doch neun Minuten später war der schnelle Offensiv-Außen seinen Bewachern erneut enteilt und von Faulstich nur durch ein Foul zu bremsen. Klarer Fall, Elfmeter. Ertugrul Erdogan blieb cool und verwandelte sicher zum 1.3.

Hünfelder Versuche, die drohende Heimpleite doch noch zu verhindern, führten zu nichts, wobei Vogts Lattenknaller fünf Minuten vor dem Abpfiff als letztes Highlight notiert werden durfte.

Hessenliga: Das Spiel Hünfelder SV gegen Türk Gücü Friedberg auf einen Blick

Hünfelder SV: Hosenfeld – Dücker (78. Bambey), Faulstich, Rehm, Witzel – Neidhardt (62. Fröhlich), Vogt (88. Budienz) – Krieger, Rohde, Alles – Weber.

Türk Gücü Friedberg: Kröller – Takahashi, Dudda, Bartel, Usic – Tesfaldet, Erdogan, Gürsoy, Toskovic (70. Aslan) – Kohnke (46. Akkus Rodriguez), Miric (86. Biber).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Timo Hager (Ginsheim). – Zuschauer: 300. – Tore: 1:0 (23.) FE Rohde, 1:1 (44.) Usic, 1:2 (62.) Eigentor Faulstich, 1:3 (74.) FE Erdogan.

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