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Abdussamed Gürsoy und Türk Gücü Friedberg stehen in Lohfelden enorm unter Zugzwang. (Foto: Jaux)

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Hessenliga: Türk Gücü Friedberg unter Druck

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Langsam wird's eng: Türk Gücü Friedberg steht - angesichts des Restprogramms - in Lohfelden unter Druck. Der FV Bad Vilbel könnte mit einem Sieg in Neu-Isenburg fast schon "durch" sein.

Weil neun Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Hessen Kassel eine ganze Menge sind, halten die Fußballer des FC Gießen trotz der jüngsten 2:3-Heimpleite gegen den FC Eddersheim in Sachen Hessenliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Südwest weiter alle Trümpfe in der Hand und gelten am Samstag im Gastspiel beim abstiegsgefährdeten Hünfelder SV als haushoher Favorit. Hessen Kassel hat hingegen die Aufstiegsrunde fest im Visier. Im Top-Duell des 30. Spieltages empfangen die nach der Winterpause noch ungeschlagenen Nordhessen (sechs Siege, torloses Remis gegen Gießen) den Rangvierten Rot-Weiß Hadamar.

Weiter unten sind ähnlich klare Konturen nicht erkennbar. Sicher ist nur, dass fünf Runden vor dem Saisonende mit der Spvgg. Neu-Isenburg und dem FC Ederbergland zwei von mindestens vier Vereinen, die Ende Mai ihre Hessenliga-Koffer packen müssen, den Kampf um den Klassenerhalt mit großer Wahrscheinlichkeit bereits verloren haben. Ab Rang zehn (FV Bad Vilbel/36 Punkte) bis hinunter zu Position 15 (Hünfelder SV/27) herrscht in den Reihen sechs weiterer Vereine Alarmstufe eins, wobei in den Partien FSC Lohfelden (11./34) – Türk Gücü Friedberg (12./30) sowie Buchonia Flieden (13./29) – Viktoria Griesheim (14./27) vier dieser Kandidaten direkt die Klingen kreuzen. Derweil hätte die Mannschaft von Bad Vilbels Coach Amir Mustafic durch einen Sieg am Sonntag beim Liga-Letzten Neu-Isenburg den Klassenerhalt fast schon in der Tasche.

Hessenliga: Friedberg will "alles raushauen, was drin ist"

FSC Lohfelden – Türk Gücü Friedberg (Samstag, 15 Uhr): Die Dienstreise in den hessischen Norden ist für Friedbergs Coach Gültekin Cagritekin und seine Mannschaft angesichts der nachfolgenden Aufgaben gegen Waldgirmes, Gießen, Kassel und Baunatal die letzte Gelegenheit, gegen einen der unmittelbaren Rivalen aus der abstiegsgefährdeten Zone zu punkten. "In Lohfelden alles raushauen, was drin ist", lautet deshalb das Postulat des TG-Übungleiters. Ob das reicht, um gegen die zuletzt viermal ungeschlagene Lohfeldener Truppe (drei Siege, ein Remis) Zählbares zu holen, steht zwar auf einem anderen Blatt, ist aber für die Kreisstädter, die im bisherigen Saisonverlauf 16 von summa summarum 30 Zählern auf fremden Plätzen holten, nach nur sieben von 24 möglichen Punkten aus den letzten acht Begegnungen dringend geboten.

"Nach der Winterpause lief vieles nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Aber verloren ist noch nichts", sagt Cagritekin. Dass der 1:4-Niederlage gegen Fulda/Lehnerz zwei Wochen Pause folgten, habe ihm in die Karten gespielt: "Es galt, die Köpfe frei zu bekommen. Ich denke, das ist gelungen." Personell ergeben sich für den Friedberger Trainer keine neuen Erkenntnisse: Abwehraußen Kevin Bassey Effiong, Keeper Riste Shpirov, Stürmer Younes Bahssou und Mittelfeldspieler Sergen Bayraktar fallen verletzt aus. Umstellungen werde es, so Cagritekin, dennoch geben: "Unser Kader ist groß genug, und in Lohfelden sind andere Qualitäten als zuletzt gegen Fulda/Lehnerz erforderlich, um nicht mit leeren Händen dazustehen." – Hinspiel: 1:1.

Türk Gücü Friedberg: Kröller (Özer), Usic, Dudda, Bartel, Takahashi, Tesfaldet, Aslan, Erdogan, Toskovic, Gürsoy, Miric, Bell Bell, Biber, Akkus Rodriguez, Kohnke, Özyürek.

Hessenliga: Die große Chance auf den vorzeitigen Klassenerhalt

Spvgg. Neu-Isenburg - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr): Nur noch drei Partien hat Aufsteiger FV Bad Vilbel in dieser Saison zu bestreiten, und die Aussichten auf ein zweites Jahr in der Hessenliga sind nach dem 3:0 am Ostermontag beim FC Ederbergland hervorragend. Zwar haben die Brunnenstädter jetzt schon zwei Spiele mehr absolviert als die meisten der Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, aber die mittlerweile gesammelten 36 Punkte bilden ein gutes Fundament, um in der Endphase der Saison selbstbewusst aufzutreten. Im Battenberger Entenpark holten die Brunnenstädter den deutlichsten Auswärtssieg seit der Rückkehr in das hessische Oberhaus im vergangenen Sommer. Nach dem Gastspiel beim Tabellenvorletzten haben die Vilbeler nun eine vergleichsweise kurze Anreise hinter den südlichen Frankfurter Stadtrand. Bei der fast schon sicher abgestiegenen Spvgg. Neu-Isenburg, die seit einigen Monaten konstant den letzten Tabellenplatz belegt, soll der nächste Dreier eingefahren werden.

Die Hugenottenstädter sind im Gegensatz zu Ederbergland kein unbeschriebenes Blatt, denn schließlich kennt man sich aus neun gemeinsamen Jahren in der Verbandsliga Süd, in der sich Neu-Isenburg und Bad Vilbel von 2008 bis 2017 konstant duellierten. Ein Jahr nach dem Neu-Isenburger Aufstieg folgten die Vilbeler den "03ern" in die Hessenliga, wo das Hinspiel im Oktober am Niddasportfeld 1:1 endete. "Die Jungs haben am Montag in diesem wichtigen Spiel die Nerven bewahrt und souverän gewonnen", freute sich FV-Trainer Amir Mustafic über den auch in der Höhe durchaus verdienten Sieg und die starke Leistung der eigenen Mannschaft. "Mit noch einem Sieg denke ich, dass wir durch wären. Wenn man das Restprogramm sieht, dann spielen ja auch noch einige Abstiegskonkurrenten gegeneinander", ist der Coach zuversichtlich. "Wir wollen in Neu-Isenburg gewinnen. Es ist ein Gegner aus der Nähe, und die werden versuchen, sich vernünftig aus der Liga zu verabschieden." Nach dem Spiel in Neu-Isenburg folgt eine 19-tägige Pflichtspielpause, weil die Vilbeler am 4. Mai turnusgemäß spielfrei sind und die Ederbergland-Partie ja schon absolviert wurde. In der langen Zwischenzeit bis zum letzten Heimspiel am 17. Mai gegen den FC Eddersheim will Mustafic möglichst noch ein Testspiel einstreuen, um den Spielrhythmus nicht zu verlieren.

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