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Premiere: Der Hessische Rundfunk war erstmals bei einem Heimspiel des Hessenligisten Türk Gücü Friedberg zu Gast.

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Hessenliga: Türk Gücü Friedberg mit Lehrstunde vor HR-Kameras gegen KSV Hessen Kassel

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Das war deutlich! Mit 0:5 verliert Türk Gücü Friedberg am Samstagnachmittag sein Spiel in der Fußball-Hessenliga gegen den KSV Hessen Kassel - ausgerechnet dann, wenn das Fernsehen da ist.

Die Tatsache, dass in der Sportsendung "heimspiel!" des Hessischen Rundfunks am Samstagabend über ein Heimspiel des Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg berichtet wurde, hatte einen ganz speziellen Grund: Der KSV Hessen Kassel, einer der prominentesten Klubs in der fünften Fußball-Liga, machte nämlich auf dem Sportplatz "Eisenkrain" in Ober-Rosbach Station. Und wo die Kasseler "Löwen" auftauchen, herrscht bekanntlich jede Menge Betrieb. Ein privater Sicherheitsdienst und einige Polizisten waren ebenfalls vor Ort, um die etwa 250 Personen umfassende nordhessische Fangemeinde - falls notwendig - im Zaum zu halten. Eine durchaus gerechtfertigte Maßnahme, die sich freilich als überflüssig erwies: Die Schar der KSV-Anhänger war ganz auf Sieg eingestellt und zog nach 90 Minuten total zufrieden von dannen, denn ihre Mannschaft bot beim 5:0 (4:0)-Triumph über das Team von Friedbergs Coach Carsten Weber eine überzeugende Vorstellung und darf weiter vom Aufstieg in die Regionalliga Südwest träumen.

Hessenliga: Friedbergs Trainer Carsten bemängelt Passivität seines Teams

Auf dieses Thema angesprochen, hielt Kassels Trainer Tobias Damm den Ball allerdings ausgesprochen flach: "Damit beschäftige ich mich vorerst noch nicht. Für mich zählt ausschließlich das nächste Duell, also unser Heimspiel am Samstag gegen den SC Waldgirmes." Gleichwohl bewertete der Kasseler Übungsleiter, der sich als Nachfolger des Anfang Oktober entlassenen Dietmar Hirsch über die Punkte 17 bis 19 von 21 möglichen freuen konnte, die Darbietungen seiner Leute durch und durch positiv: "Wir sind gut reingekommen, früh in Führung gegangen und haben danach nicht locker gelassen. Es war unter meiner Regie die bislang beste erste Halbzeit, die ich gesehen habe."

Klar, dass Friedbergs Trainer Carsten Weber beim Bilanzieren dessen, was er über weite Strecken des kalten Nachmittags ertragen musste, zu ganz anderen Ergebnissen kam: "Wir waren insgesamt viel zu passiv, haben oftmals nur in den Räumen gestanden und es an Intensität und Konzentration vermissen lassen." Anders formuliert: Der KSV Hessen Kassel erwies sich für Friedberg am Samstag taktisch, technisch und mental betrachtet als mindestens eine Nummer zu groß. Nicht nur phasenweise, sondern ab der ersten bis zur letzten Minute der von Referee Christoffer Reimund sicher geleiteten Partie.

Hessenliga: Neu formierte Türk-Gücü-Verteidigung tut sich anfangs schwer

Dass die Damm-Elf nach etwa einer Stunde in den Verwaltungsmodus schaltete, ändert an dieser Sicht der Dinge gar nichts. Man hatte schon vorher Nägel mit Köpfen gemacht. Ehe sich die neu formierte TG-Defensive (Ricardo Marra und Moussa Ouattara für "Gelb-Rot-Sünder" Julian Dudda und Semun Biber) so richtig sortiert hatte, war sie bereits dreimal überrumpelt worden.

Zunächst, bereits in der dritten Minute, besorgte der für den angeschlagenen Sebastian Schmeer in der Sturmspitze beginnende Mahir Saglik (elfter Saisontreffer) nach einer Iksal-Flanke die Gäste-Führung, dann (13.) schlug Alban Mehas knallharter Distanzschuss hinter Türk Gücü-Keeper Tolga Sahin ein, und in der 16. Minute musste der Friedberger Torwart das Leder erneut aus dem Netz holen. Die Abwehr der Platzherren spielte Harakiri, und Adrian Bravo Sanchez war schließlich lachender Dritter - 0:3. Friedberger Gelegenheiten für Sebastian Weigand (23.) und Jonatan Tesfaldet (28. - Distanzschuss) beantwortete Bravo Sanchez mit dem vierten Gäste-Goal (35. - aus der Drehung) sowie der Gewissheit, dass es für die Kreisstädter in den zweiten 45 Minuten nur noch um Schadensbegrenzung gehen würde.

Hessenliga: Ruhige zweite Halbzeit in Ober-Rosbach

Und tatsächlich: Gegen nicht mehr ganz so spektakulär kombinierende nordhessische "Löwen" zog sich die nun hinten besser stehende Weber-Truppe fortan etwas besser aus der Affäre. Tor Nummer fünf des Hessenliga-Dritten blieb ihr allerdings nicht erspart, zumal gegen Mehas 25-Meter-Kracher für Sahin in der 52. Minute kein Kraut gewachsen war.

Hessenliga: Das 0:5 von Türk Gücü Friedberg gegen KSV Hessen Kassel auf einen Blick

Türk Gücü Friedberg:Sahin - Marra (46. Bell Bell), Dinler, Weigand, Ouattara (61. Tahirovic) - Usic - Hagley (80. Mitrovic), Tesfaldet, Toskovic, Printemps - Eren.

KSV Hessen Kassel:Zunker - Najjer, Mißbach, Evljuskin, Brandner - Brill - Dawid (77. Duma), Meha (70. Schwechel), Iksal (61. Mogge), Bravo Sanchez - Saglik.

Im Stenogramm/ Schiedsrichter: Christoffer Reimund (Zwingenberg). - Zuschauer: 380. - Tore: 0:1 (3.) Saglik, 0:2 (13.) Meha, 0:3 (16.) Bravo Sanchez, 0:4 (35.) Bravo Sanchez, 0:5 (52.) Meha.

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