Türk Gücü Friedberg

Vor dem Hessenliga-Start: Umbruch nach Aufstieg bei Türk Gücü Friedberg

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Seit 30 Jahren gibt es Türk Gücü Friedberg. Mit dem Aufstieg in die Hessenliga gelang der größte Erfolg aller Zeiten. Doch nun müssen sich Mannschaft und Umfeld ordentlich umstellen.

Hessen Kassel, Barockstadt Fulda, Bayern Alzenau oder der FC Gießen statt Usingen, Bad Homburg, Hanau oder Wald-Michelbach. Keine Frage: Die Fußballer von Türk Gücü Friedberg, die das erfolgreichste Jahr ihrer 30-jährigen Klubgeschichte mit dem Aufstieg aus der Verbandsliga Süd in die Hessenliga nach Relegationssiegen über den SSV Sand und den FSV Fernwald krönten, betreten absolutes Neuland. Die Generalprobe im Hessenpokal gegen Rot-Weiß Hadamar misslang in jedem Fall schon einmal.

"Die Vorfreude ist riesengroß", verrät Friedbergs Sportlicher Leiter Gökhan Satir. Dabei sind er und seine Mitstreiter im Lager des ersten türkischen Hessenligisten zuversichtlich, dass die Mannschaft den gestiegenen Anforderungen gerecht werden und das klar formulierte Saisonziel, den Klassenerhalt, realisieren kann.

Türk Gücü Friedberg: 18 Neuverpflichtungen - vor allem für die Defensive

Ob’s tatsächlich klappt, steht in den Sternen. Denn sicher ist auch: Von jenem Kader, der die Saison 2017/2018 bestritt, sind nur noch neun Spieler übrig geblieben. Weil deren positionsbezogene Aufgaben nahezu durchgehend im Mittelfeld (Decise, Tesfaldet, Usic, Bayraktar) oder in der Offensive (Bell Bell, Toskovic, Gürsoy) liegen, war es geradezu Pflicht, qualifizierte Kräfte für die Abwehr aufs Ober-Rosbacher Sportfeld Eisenkrain zu lotsen. Der Transfermarkt wurde durchforstet, und in der Summe aller Bemühungen brachte das nicht weniger als 18 neue Leute. Mindestens drei dieser Neu-Verpflichtungen werden nach dem aktuellen Stand der Dinge vor der Nummer eins zwischen den Pfosten, Vladan Grbovic, die defensive Dreierkette bilden, nämlich der aus Lehnerz gekommene Sebastian Bartel im Zentrum sowie Luca Grölz (ehemals Sportfreunde Siegen) und der Ex-Niddaer Semun Biber auf den Außenbahnen.

Younes Bahssou, prominenteste Verstärkung der Kreisstädter, hat andere Aufgaben. Jedenfalls sind 19 Tore, die der Goalgetter in Diensten des Hessenligisten Borussia Fulda in der vergangenen Runde erzielte, Empfehlung und Verpflichtung zugleich. Die Qualität des Kaders hat sich nach Satirs Meinung weder verbessert noch verschlechtert, sondern vielmehr verlagert: "Ich denke, unser Team ist robuster geworden und wird sich den Hessenliga-Anforderung schnell anpassen."

Türk Gücü Friedberg: Trainerteam fordert mehr Tempo und mehr technische Qualität

Für Trainer Mustafa Fil sind weitere Fertigkeiten zwingend erforderlich, um den Ansprüchen gerecht zu werden, "denn die Hessenliga bietet auch ein höheres Tempo und in der Spitze mehr technische Qualität." Mustafa Fil, 42 Jahre jung, und sein ein Jahr älterer Trainerpartner Gültekin Cagritekin sind mal wieder die wichtigsten Protagonisten im Friedberger Personalpuzzle. Der schwierigen Aufgabe, unter Zeitdruck mit vielen neuen Leuten eine schlagkräftige Truppe zu formen, begegnen sie – wie schon vor der Meisterschaftsrunde 2017/2018 – mit der gebotenen Sorgfalt. Gemeinsame Zeiten, die sie in Kesselstadt, Kalbach und Oberrad verbrachten, sind da definitiv von Vorteil. Fil zuweilen als Heißsporn, Cagritekin als eher ruhig und sachlich bleibender Gegenpol – das passt.

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