Historisch: Türk Gücü Friedberg steht erstmals in der 32-jährigen Vereinsgeschichte an der Spitze der Hessenliga - und feiert entsprechend ausgelassen samt Maskottchen und Vereinsflagge den 2:0-Sieg im Wetterau-Derby gegen den FV Bad Vilbel.
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Historisch: Türk Gücü Friedberg steht erstmals in der 32-jährigen Vereinsgeschichte an der Spitze der Hessenliga - und feiert entsprechend ausgelassen samt Maskottchen und Vereinsflagge den 2:0-Sieg im Wetterau-Derby gegen den FV Bad Vilbel.

Hessenliga

Hessenliga-Spitzenreiter: Türk Gücü Friedberg gewinnt auch das Derby gegen den FV Bad Vilbel

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Von Spitzenreiter gegen "Kellerkind" keine Spur: Fast 250 Zuschauer sahen am Sonntagnachmittag auf dem Ober-Rosbacher Eisenkrain ein Wetterauer Hessenliga-Derby auf Augenhöhe - mit einem Sieger, der ligaweit für Schlagzeilen sorgt.

Auch Minuten nachdem Schiedsrichter Dennis Jantz die Partie auf dem Ober-Rosbacher Eisenkrain abgepfiffen hatte, feierten und jubelten die Spieler von Türk Gücü Friedberg ausgelassen - zurecht. Sie hatten im Wetterauer Hessenliga-Derby nicht nur den FV Bad Vilbel mit 2:0 (2:0) geschlagen, sondern mit dem fünften Sieg im fünften Saisonspiel auch die Spitze der höchsten hessischen Liga erklommen - und dabei vor knapp 250 Zuschauern, darunter die Bürgermeister der Städte Friedberg und Rosbach sowie Regionalliga-Kicker Jake Hirst (FSV Frankfurt), Kreisfußballwart Thorsten Bastian und Klassenleiter Matthias Bausch, auch neben dem Platz eine gute Figur abgegeben.

Hessenliga: Türk Gücü Friedberg tut sich schwer mit spielstarken Bad Vilbelern

Der Trainer des Siegers, Carsten Weber, sprach hinterher vom "erwartet schweren Spiel", bei dem man dem Gegner viel Ballbesitz überlassen, hinten aber über weite Strecke "sehr gut verteidigt" und mit Felix Koob im Tor auch einen "überragenden" Rückhalt gehabt habe. Eine schnelle Umschaltsituation und ein Freistoß hätten heute zu den Toren geführt - und damit den Unterschied ausgemacht, auch wenn es bis zum Ende eine "Zitterpartie" gewesen sei.

Mit der Faust kann der Bad Vilbeler Torwart Robin Orband den Ball gerade noch klären, bevor Kwonsu Lee (Türk Gücü Friedberg), der sich der Bewachung von Dominik Emmel (l.) und Visar Gashi (r.) entledigt hat, einköpft.

In der Tat: Der Gast aus der Brunnenstadt machte über weite Strecken das Spiel, kombinierte meist technisch gut und ballsicher bis ins Mittelfeld und hatte spätestens nach dem Wechsel auch gute Torgelegenheiten. "Wenn wir das 1:2 machen, haben wir wieder eine Chance", sagte entsprechend auch FV-Trainer Amir Mustafic nach der Partie. Am Ende sei der Sieg der Hausherren zwar "in Ordnung" gegangen, die Gegentore aber "total vermeidbar" gewesen: "Die Jungs wussten, wo die Gefahr lauert und welche Bälle kommen werden."

Hessenliga: Zwei Fehler kosten FV Bad Vilbel die Chance auf etwas Zählbares

In der Tat: Das 1:0 durch den inzwischen neunfachen Torschützen Noah Michel, der mit diesem Wert wie seine Mannschaft an der Spitze der Liga rangiert, war klassisch: Nach einem Bad Vilbeler Ballverlust im Mittelfeld schlug Semun Biber einen langen Pass auf Flügelstürmer Shelby Printemps, der in den Strafraum zog, ehe er in der Mitte Michel bediente - es war die erste Türk-Gücü-Chance, die sogleich zum Erfolg führte - und fast das Leben des Plastikstuhls von FV-Trainer Mustafic beendete hätte, der diesen wütend weg warf.

17 Minuten später musste Mustafic mit ansehen, wie auch die zweite Möglichkeit der Hausherren drin war: Beim Freistoß von Patrik Schorr schraubte sich Yilmaz Kilic am höchsten - 2:0. "Da springt keiner hoch und vielleicht hätte auch der Torwart raus gemusst - so war es auf jeden Fall sehr schwierig", meinte Mustafic hinterher die aus der Retrospektive wohl vorentscheidende Szene.

Hessenliga: Türk Gücü Friedberg bedankt sich bei Keeper Felix Koob

Bad Vilbel wurde erst gegen Ende des ersten Abschnitts mutiger, hatte bereits vor der Pause in einer Eins-gegen-eins-Situation eine gute Chance zum Anschluss und verpasste auch nach dem Wechsel zweimal einen Treffer, als der eingewechselte Ayoub Lahchaychi nach Pass von Dalibor Pandza aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Koob scheiterte (61.), der auch kurze Zeit später gegen Mohamed Boukayouh (75.) aus elf Metern der Sieger blieb.

Auf der Gegenseite ergaben sich durch das offensivere und mit drei frischen Kräften sichtbar belebtere Spiel der Gäste aber ebenfalls Räume, die allerdings weder Michel (59., 60.) noch Printemps (75.) oder Türk-Gücü-Kapitän Alit Usic per Kopf (90.) zu nutzen wussten.

Hessenliga: Das 2:0 im Wetterau-Derby auf einen Blick

Türk Gücü Friedberg: Koob - Scheffler, Weigand, Kilic, Biber - Schorr, Usic - Printemps, Eren (ab 90. Hagley), Fukuhara (ab 86. Häuser) - Michel (ab 82. Kwonsu).

FV Bad Vilbel: Orband - Saso, Gashi, Emmel - Tochihara, Biehrer, Boukayouh, Tiago (ab 55. Malkiewicz), Safaridis (ab 58. Lahchaychi) - Knauer - Pandza (ab 68. Thielmann).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Jantz (Wiesbaden). - Zuschauer: 240. - Tore: 1:0 (12.) Michel, 2:0 (29.) Kilic). - Gelbe Karten: Schorr / Thielmann.

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