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Abdussamed Gürsoy von Türk Gücü Friedberg schießt, bedrängt von Daniel Beyer. In Lohfelden unterliegen die Kreisstädter mit 1:4. (Foto: Fischer)

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Hessenliga: "Kollektives Versagen" bei Türk Gücü Friedberg

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Jetzt bleibt Türk Gücü Friedberg nur noch Hoffnung. Nach dem katastrophalen 1:4 gegen den FSC Lohfelden droht dem Wetterauer Aufsteiger der Abstieg aus der Fußball-Hessenliga mehr denn je.

Was bleibt, ist die Hoffnung. Anders lässt sich die Situation, in der sich die Fußballer des Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg vor den finalen vier Saisonduellen gegen Waldgirmes, Gießen, Kassel und Baunatal befinden, wohl nicht beschreiben. Ursache dieser eher trüben Aussicht ist die 1:4 (0:3)-Auswärtspleite der Kreisstädter beim bis dato in Reichweite liegenden Tabellennachbarn FSC Lohfelden, wo TG-Coach Gültekin Cagritekin und seine Mannschaft Weichenstellung in Richtung Klassenerhalt betreiben wollten, sich aber nach total missratenen ersten 45 Minuten ausschließlich auf Schadensbegrenzung beschränken und Saison-Niederlage Nummer 14 quittieren mussten.

Hessenliga: Erste Halbzeit laut Trainer Cagritekin "eine Katastrophe"

Dennoch fuhr Friedbergs Trainer Cagritekin nach dem bereits früh entschiedenen Duell zweier abstiegsgefährdeter Teams in der Spiel-Analyse zweigleisig. "Sicher, Halbzeit eins war eine Katastrophe. Kollektives Versagen gepaart mit individuellen Fehlern führte dazu, dass wir aussichtslos ins Hintertreffen geraten sind. Später lief es besser. Da haben die Spieler Flagge gezeigt und die Initiative übernommen", ließ er wissen. Eine Sicht der Dinge, die durchaus zutraf.

Was der mit drei Personaländerungen beginnenden Türk Gücü-Elf (Özyürek, Kohnke und Bell Bell für Aslan, Toskovic und Miric) jedoch durchgehend fehlte, war die offensive Durchschlagskraft. Fakten, die Lohfeldens Übungsleiter Alfons Noja nur am Rande interessierten. "Für uns ist der Klassenerhalt zwar noch nicht endgültig in trockenen Tüchern, aber nach vier Siegen und einem Remis in Serie sind wir auf dem besten Weg dorthin", war für ihn viel wichtiger.

Hessenliga: Erstes Friedberger Lebenszeichen erst kurz vor der Pause

Über die Frage, welcher Klub den Rasenplatz als Sieger verlassen würde, herrschte schneller Klarheit, als man es vorab erwartet hatte. Dafür verantwortlich waren drei Tore, die den gastgebenden Nordhessen bis zur 36. Minute vergönnt waren. Zunächst, in der sechsten Minute, netzte Nasuf Zukorlic nach einer Meuser-Flanke und viel Verwirrung im TG-Strafraum zur FSC-Führung ein. Mounir Boukhoutta verdoppelte das Lohfeldener Polster nach 29 Minuten, wobei Moritz Meuser erneut als Wegbereiter fungierte. Goal Nummer drei der Noja-Truppe ging auf das Konto von Okan Gül. Zwar etwas glücklich, weil abgefälscht – drin war sein Distanzschuss trotzdem, und auf Friedberger Seite gingen die Köpfe vollends nach unten.

Dem ersten offensiven Lebenszeichen der Wetterauer, dargeboten durch Abdussamed Gürsoys Lattenschuss kurz vor der Pause, folgten weitere Friedberger Halb-Chancen für Gürsoy und Michael Kohnke Mitte der zweiten Hälfte – so richtig zwingend war das freilich nicht. Dagegen demonstrierte Lohfeldens Dominik Schneider beim 4:0 in der 79. Minute, wie es gemacht werden muss, zumal gegen dessen 30-Meter-Freistoßkracher für TG-Keeper Leon Kröller kein Kraut gewachsen war.

Hessenliga: Immerhin der Ehrentreffer gelingt Türk Gücü Friedberg noch

Der letzte Tagestreffer blieb den Gästen vorbehalten. Allerdings hielt sich die Freude von Türk Gücü-Stürmer Massé Bell Bell, der Dorian Mirics Auflage in der Overtime zum 4:1-Endstand verwertete, verständlicherweise in engen Grenzen.

FSC Lohfelden: Zunker – Keßebohm, Fiolka, Schneider, Beyer – Meuser, Benninger-Bosshammer, Zukorlic (83. Szczygiel), Gül (77. Malte Bandowski) – Boukhoutta, Tjarde Bandowski (66. Salkovic).

Türk Gücü Friedberg: Kröller – Usic (46. Aslan), Dudda, Bartel, Takahashi – Tesfaldet, Özyürek (53. Miric), Erdogan (76. Toskovic), Gürsoy – Kohnke, Bell Bell.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (6.) Zukorlic, 2:0 (29.) Boukhoutta, 3:0 (36.) Gül, 4:0 (79.) Schneider, 4:1 (90+2) Bell Bell. – Schiedsrichterin: Wiebke Schneider (Brachttal). – Zuschauer: 100.

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