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Trainer Gültekin Cagritekin hat bei Türk Gücü Friedberg nun die Fäden alleine in der Hand. Kann er den Negativtrend des Aufsteigers in Hünfeld stoppen? (Foto: Nici Merz)

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Hessenliga: Gültekin Cagritekin bei Türk Gücü Friedberg vor der Feuertaufe

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  • Roland Stipp
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Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg ist im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Mustafa Fil in Hünfeld zu Gast. Der FV Bad Vilbel ist beim KSV Hessen Kassel krasser Außenseiter.

Fernab der Situation an der Tabellenspitze, wo der FC Gießen einsam seine Kreise zieht und sich Bayern Alzenau mit Hessen Kassel ein Fernduell um den zu Aufstiegsspielen berechtigenden zweiten Platz liefert, rücken in der Fußball-Hessenliga die Entwicklungen in der unteren Hälfte des Klassements mehr und mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Dort der Stand der Dinge: Die Spvgg. Neu-Isenburg und der FC Ederbergland, die im Rahmen des 28. Spieltages gegen die Top-Klubs aus Alzenau und Gießen trotz Heimvorteils wohl kaum um Niederlagen herumkommen dürften, sind bereits abgeschlagen und damit so gut wie abgestiegen. Weil jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit vier Klubs ihre Hessenliga-Koffer packen müssen, ist das Motto "Rette sich, wer kann" ab Position zehn (Lohfelden/30 Punkte) bis hinunter zu Rang 15 (Türk Gücü/27 Zähler) in den Reihen sechs weiterer Vereine definitiv Programm.

Eben deshalb hat für Türk Gücü Friedberg der "Abstiegs-Thriller" beim punktgleichen Tabellennachbarn Hünfelder SV im Spiel eins nach der Trennung von Trainer Mustafa Fil richtungsweisenden Charakter. Auch der ebenfalls gefährdete FV Bad Vilbel (11./30) wäre gut beraten, alsbald eine Schippe draufzulegen. Ob die Mustafic-Elf diesbezüglich schon am Wochenende Vollzug melden kann, darf bezweifelt werden, denn als Gast des ambitionierten KSV Hessen Kassel müssen die Brunnenstädter mit heftigem Gegenwind rechnen.

Hessenliga: FV Bad Vilbel will endlich mehr Tore schießen

KSV Hessen Kassel – FV Bad Vilbel (Samstag, 14 Uhr): Bad Vilbel hat nur einen Punkt aus den letzten drei Partien geholt und dabei zwei Heimspiele in Folge verloren. Das 1:2 gegen Hadamar war verdient, beim 0:1 gegen Waldgirmes sah Trainer Amir Mustafic sein Team wenigstens nicht schlechter als den Gegner. "Es war eigentlich unser bestes Spiel in diesem Jahr, zumindest in der ersten Halbzeit. Da hatten wir zwei bis drei Chancen, die wir rein machen müssen, dann geht es sicherlich anders aus", sagt der Coach. Die Abschlussschwäche ziehe sich wie ein roter Faden durch die Saison, erklärt Mustafic. "Ich hoffe, es bricht uns nicht das Genick, dass wir vor dem gegnerischen Tor oft die falsche Entscheidung treffen."

Zuletzt hatte Mustafic etablierte Kräfte wie Nuh Uslu, Thorben Knauer, Ajdin Maksumic und Jonas Grüter auf die Bank gesetzt. Aus taktischen Gründen, wie er sagt: Obwohl der Trainer mit der Leistung nicht unzufrieden war, blieb der Erfolg also aus. Und so sind in Sachen Aufstellung im Spiel in Kassel wieder einige Änderungen denkbar. "Ich weiß noch nicht genau, was ich mache. Klar ist, dass Kassel unter anderem sieben oder acht gestandene Regionalliga-Spieler im Team hat. Da sieht man schon einen Unterschied auch körperlich. Es kann es ein, dass wir zum ersten mal total defensiv spielen, und es kann sein, dass der eine oder andere erfahrenere Spieler anfängt – wir werden sehen." Fakt sei, dass man nicht nach Kassel fahre, um sich von vorneherein zu ergeben. "Man hat immer eine Chance, wenn man bereit ist, kämpferisch und läuferisch alles zu geben."

Während Dennis Geh und Oleg Huwa leicht angeschlagen noch auf der Kippe stehen, hat sich Zoran Djordjevic entschieden, erst einmal eine Pause zu machen. Er hatte sich nach langer Verletzungspause schon weiter gesehen als der Trainer. Für den hat sich übrigens trotz der ungünstigen Ergebnisse in den letzten Wochen in Sachen Abstiegskampf "nichts verändert." Es wird wohl bis zum letzten Tag spanend bleiben, befürchtet Mustafic: "Wir werden alles versuchen. Und ich bin optimistisch, denn bisher waren die Jungs immer da, wenn es wirklich darauf an kam."  

Hessenliga: Türk Gücü Friedberg beim Hünfelder SV unter Druck

Hünfelder SV – Türk Gücü Friedberg (Samstag, 15 Uhr): Ob die Friedberger Verantwortlichen gut beraten waren, vor der entscheidenden Phase im Abstiegskampf die Notbremse zu ziehen und einem ihrer beiden Trainer den Laufpass zu geben, bleibt zwar offen, doch eines ist gewiss: Auf der Türk Gücü-Bank wird’s in Zukunft ein wenig ruhiger zugehen. Mustafa Fil, der Vulkan, ist nicht mehr dabei. Gültekin Cagritekin, Fils emotionaler Gegenpol, muss es ab sofort ohne Trainerpartner richten. Dass er dazu befähigt ist, steht außer Frage. Bereits in Battenberg, beim 4:2-Sieg über den FC Ederbergland, führte Cagritekin alleine Regie. Es war nach der Winterpause der einzige Erfolg, den die in den letzten drei Spielen gegen Griesheim, Eddersheim und Hadamar stets unterlegenen Kreisstädter in bislang sechs Versuchen feiern durften. Cagritekins Wunsch, beim in 2019 vor eigenem Publikum noch sieglosen Hünfelder SV (1:1 gegen Hadamar, 2:3-Niederlage vor Wochenfrist gegen Eddersheim) wieder mal den Turbo zu zünden, kann freilich nur dann gelingen, wenn die Spieler als Mannschaft funktionieren und temporäre Aussetzer unterbleiben. "Schwächephasen, wie wir sie gegen Eddersheim und Hadamar registrieren mussten, sind sofort mit Gegentoren bestraft worden", meint der TG-Übungsleiter. Personell können die Friedberger aus dem Vollen schöpfen. – Hinspiel: 1:0.

Türk Gücü Friedberg: Shpirov (Kröller), Takahashi, Dudda, Bartel, Effiong, Tesfaldet, Erdogan, Miric, Kohnke, Gürsoy, Bahssou, Toskovic, Aslan, Usic, Bell Bell, Biber, Akkus-Rodriguez.

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