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Hessenliga nur eine Durchgangsstation?

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Sarah Nikocevic strebt mit den Hessenliga-Damen des TC Bad Vilbel den Durchmarsch an.
Sarah Nikocevic strebt mit den Hessenliga-Damen des TC Bad Vilbel den Durchmarsch an. © Andreas Chuc

(mn) Die Tennis-Bundesliga ist das Fernziel. Parallel zum Erfolg der Herren 40 (Deutschen Meister) werden beim TC Bad Vilbel die Damen gepusht. Dem Hessenliga-Neuling soll der Durchmarsch gelingen. Dafür wurde der Kader erheblich verstärkt. Die neue Nummer eins ist Florencia Molinero, die Weltranglisten-Nummer 227.

Die Herren 40 haben uns drei tolle Jahre beschert. Jetzt aber wollen wir uns im Damen-Bereich engagieren«, sagt Dirk Hinkel, der Vorsitzende des TC Bad Vilbel. Einen recht jungen, wohl aber leistungsstarken Kader haben die Brunnenstädter in der Viertklassigkeit gemeldet. Die Unterstützung durch Werbepartner soll dem Projekt Nachhaltigkeit garantieren. Eine komplette Turniersaison mit Reisen, Hotels und Trainerstunden koste die jungen Mädchen nicht selten 20 000 bis 30 000 Euro. »Wir versuchen einerseits, den Spielerinnen hierbei finanziell etwas unter die Arme zu greifen, wollen ihnen anderseits ein Mannschaftstraining auf hohem Level hier vor Ort garantieren. Und natürlich hoffen wir auf einen Motivationsanreiz für unsere anderen Nachwuchsspieler, quasi eine Vorbildfunktion«, nennt Hinkel, zugleich Geschäftsführer der Hassia Mineralquellen, auch die Hintergründe des Engagements von »Rosbacher«, der Marke, nach der das Team intern benannt ist.

Nur drei Wochen lang wird in der Hessenliga gespielt. Der Meister der Neuner-Konkurrenz kann sich anschließend über das Duell mit einem anderen Gruppensieger für die Regionalliga, die dritthöchste Spielklasse im Aktivenbereich, qualifizieren.

Cooper in zentraler Rolle

Die sportlich zentrale Rolle in dem ehrgeizgen Vorhaben spielt Larry Cooper als Coach. Der 67-Jährige ist einer von sechs Trainern des mit rund 800 Mitgliedern größten Wetterauer Tennisclubs. Mitte der 90er Jahre hatte der US-Amerikaner bereits die Damen des TC Rot-Weiß Neu-Isenburg zum zweiten Platz bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften geführt.

Das Aushängeschild der TCBV-Damen ist Florencia Molinero. Die Argentinierin ist aktuell die Nummer 227 der Weltrangliste (beste Platzierung: 170 im April 2012). Im Jahr 2011 war die 26-Jährige Mitglied der Fed-Cup-Mannschaft. In ihrer Karriere gewann sie neun Einzel- und 23 Doppelturniere der ITF-Tour (Turniere mit 10 000 bis 100 000 US-Dollar Preisgeld). Position zwei belegt Julia Terziyska. Die 19-jährige gebürtige Bulgarin hat sich – nicht zuletzt dank zweier ITF-Turniererfolge in Ägypten im März von Weltranglistenposition 669 (Ende 2014) auf Rang 343 nach vorne gearbeitet.

Hinter Miriam Siljic, einer 16-jährigen Kroatin an Position drei (Nummer eins ihrer Altersklasse in ihrer Heimat), folgen Spielerinnen der Rhein-Main-Region. Vom SC SaFo Frankfurt sind die Schmidt-Schwestern Zoe (Jahrgang 2000/Nr. 184 der Deutschen Rangliste) und Maxine (Jahrgang 1995/Nr. 249 der Deutschen Rangliste) nach Bad Vilbel gewechselt, Michelle Fetzer kam vom TV Buchschlag und Inasse Hamouti vom TC Niddapark, während Sarah Nikocevic (Jg. 2000), Monika Stanikova (Jg. 1996), Celina Weicker (Jg. 1997) und Masha Vietmeier (Jg. 1991) schon im Vorjahr dem Damen-Team des TCBV angehörten, das hinter Eintracht Frankfurt II den zweiten Platz in der Verbandsliga hatte belegen können. Auffallend: Von Position eins bis acht sind die Brunnenstädter durchgehend mit Spielerinnen der Leistungsklasse eins besetzt – über eine vergleichbar leistungsstarke Kadertiefe verfügt keine andere Mannschaft der Liga.

Generalprobe gelungen

Neben Bad Vilbel zählt der TC Bad Homburg, morgen (10 Uhr) Auftaktgegner, zu den Topfavoriten. Hochheim, der Titelverteidiger, war in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gescheitert. Zudem müssen sich die Quellenstädterinnen mit Mit-Aufsteiger THC Hanau (am Sonntag um 10 Uhr erster Heimspiel-Gegner), dem Offenbacher TC, SGT Baunatal, dem Marburger TC, Eintracht Frankfurt und Tennis 65 Eschborn messen. »Wir gehören zu den Favoriten – drei, vier andere Teams aber auch«, meint TCBV-Vorstandsmitglied Andreas Binder und spricht von einer »Harmonie innerhalb der Gruppe«, die in dieser Ausprägung nur selten zu finden sei. Bezüglich der klubinternen Akzeptanz dieser leistungssportlich orientierten Gruppe spricht Binder von »einem Prozess. Das braucht seine Zeit. Das war auch bei den Herren 40 nicht anders«. Die kritischen Töne, der eigene Nachwuchs finde keine Berücksichtigung mehr, wischt er zudem mit dem Verweis auf die Ligenzuhörigkeit der zweiten Damen-Mannschaft (Meister der Gruppenliga) vom Tisch. »Jede Spielerin in unserem Klub wird ihren Platz finden.«

Die Generalprobe der Damen im U18-Bereich kann sich durchaus sehen lassen. Zoe Schmidt, Nikocevic, Fetzer, Hamouti und Weicker haben mit den Juniorinnen ungeschlagen die Hessenliga gewonnen.

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