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Hessenliga: "Ein gebrauchter Tag" für Türk Gücü Friedberg

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Bittere Niederlage für Türk Gücü Friedberg im Abstiegskampf der Fußball-Hessenliga: Gegen den direkten Konkurrenten Viktoria Griesheim heißt es am Ende 0:3.

Weil Siege gegen mitgefährdete Rivalen zwar auch nur drei Zähler bringen, aber bekanntlich doppelt wertvoll sind, verpassten die Fußballer des Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg am Sonntagnachmittag im Kampf um den Klassenerhalt einen Befreiungsschlag: Gegen Viktoria Griesheim kassierten die Kreisstädter eine 0:3 (0:0)-Heimpleite, wodurch die Südhessen, die nach drei Niederlagen erstmals wieder in die Erfolgsspur fanden, mit den Friedbergern nach Punkten gleichzogen.

Hessenliga: Türk-Gücü-Trainer Mustafa Fil sauer auf seine Mannschaft

"Ein gebrauchter Tag. Es fehlte durchgehend die Qualität, um eine Mannschaft, die mit vergleichsweise einfachen Mitteln operierte, in Verlegenheit zu bringen", gab es für Türk-Gücü-Coach Mustafa Fil nach der zehnten Saisonniederlage nichts zu beschönigen. So gut wie kein Spieler habe, so der TG-Übungsleiter, Normalform gebracht. Gegenüber jener Elf, die vor Wochenfrist in Ederbergland mit 4:2 die Oberhand behalten hatte, starteten die Kreisstädter mit zwei Änderungen: Julian Dudda begann für Semun Biber im Defensivzentrum, während der nach vier Spielen Sperre wieder einsatzfähige Kazuki Takahashi im Mittelfeld die linke Außenbahn besetzte. Dafür blieb Dorian Miric zunächst auf der Bank, und in der Offensive bauten die Platzherren auf drei Stürmer.

Doch der Plan, durch mehr Druck in der Vorwärtsbewegung die Griesheimer Truppe zu beeindrucken, ging nicht auf: Sowohl Michael Kohnke als auch Abdussamed Gürsoy und Vuk Toskovic fanden gegen die Griesheimer Abwehr, in der vor allem die Innenverteidiger Ferhat Gecili und Elmir Muhic mit viel Übersicht alle Friedberger Aktionen blockten, keine Lücke. Bezeichnend, dass klare Chancen der Platzherren Mangelware blieben. Ertugrul Erdogans Direktabnahme nach einer Kohnke-Ecke in der 27. Minute, dazu zwei misslungene Kopfball-Versuche des eingewechselten Dorian Miric (77.) und von Jonathan Tesfaldet in der Nachspielzeit waren alles, was diesbezüglich notiert werden durfte.

Hessenliga: Ab der 52. Minute kommt es für Türk Gücü Friedberg richtig dick

Derweil entpuppte sich die Griesheimer Taktik, im Mittelfeld die Räume eng zu machen und es immer dann, wenn’s nach vorne ging, vorwiegend mit langen Bällen zu probieren, als Schlüssel zum Erfolg. Gleichwohl ließen ausgeglichene erste 45 Minuten, in denen sich beide Mannschaften quasi neutralisierten und in den Strafräumen kein einziges Mal Alarmstufe eins herrschte, noch nicht erahnen, dass die Friedberger Truppe derart deutlich das Nachsehen haben würde. Distanzschüsse, mit denen es beide Teams in dieser Spielphase probierten, erwiesen sich jedenfalls als ungeeignete Mittel, den Gegner auszuhebeln.

Für Türk Gücü begann das Verhängnis in der 52. Minute: Griesheims Florian Muhl, den Viktoria-Coach Richard Hasa schon nach zwölf Minuten für den verletzten Außenverteidiger Leo Petri bringen musste, zog nach Muhics Diagonalpass aus 18 Metern ab und brachte die Gäste in Front. Es folgten verstärkte TG-Bemühungen, die allerdings durchgehend einen Fehler hatten: Sie führten zu nichts, weil schon im Spielaufbau Pässe nicht ankamen und deshalb überraschende Ideen fehlten. Griesheim beschränkte sich hingegen aufs Wesentliche, lauerte auf Kontergelegenheiten und ließ durch Kevin Schuller zwei tolle Gelegenheiten (67./73.) ungenutzt verstreichen.

Versuch Nummer drei des quirligen Griesheimer Stürmers führte zum gewünschten Ertrag, denn nach Kazimis Querpass traf Schüller in der 85. Minute zum vorentscheidenden 2:0. Und in der Overtime durften die Gäste zum dritten Mal jubeln: Kazimi legte auf, Kresovic vollendete mühelos – das Friedberger Debakel war perfekt.

Hessenliga: Das Spiel Türk Gücü Friedberg gegen Viktoria Griesheim auf einen Blick

Türk Gücü Friedberg: Shpirov – Effiong, Dudda, Bartel – Tesfaldet, Erdogan, Usic (64. Bahssou), Takahashi – Kohnke, Gürsoy (88. Bell Bell), Toskovic (57. Miric).

Viktoria Griesheim: Koob – Petri (12. Muhl), Gecili, Muhic, Tatchouop – Jakubovic, Volk (85. Ludwig), El Fahfouhy, Dörr – Kazimi, Schuller (89. Kresovic).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Patrick Glaser (Wiesbaden). – Zuschauer: 120. – Tore: 0:1 (52.) Muhl, 0:2 (85.) Schuller, 0:3 (90+3) Kresovic.

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