Fußball-Hessenliga

Hessenliga-Duo sucht nach der Heimstärke

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  • Roland Stipp
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In der Fußball-Hessenliga haben Türk Gücü Friedberg und der FV Bad Vilbel wichtige Heimspiele vor der Brust. Das eigene Revier ist zuletzt aber keine Wohlfühloase gewesen. Das muss sich dringen ändern.

Was die Situation an der Tabellen- spitze betrifft, bahnt sich am 29. Hessenliga-Spieltag hinter Spitzenreiter FC Gießen, der bereits mit den Regionalliga-Planungen begonnen hat und im 13. Heimspiel gegen den FC Eddersheim vor seinem 13. Sieg steht, eine Änderung an: Holt nämlich der aktuelle Rangdritte Hessen Kassel im Gastspiel bei Viktoria Griesheim Zählbares, würden die Nordhessen den spielfreien FC Bayern Alzenau auf Position zwei ablösen und auf Relegationskurs einbiegen. Fernab dieses spannenden Zweikampfs um die Vizemeisterschaft herrscht weiter unten, in der abstiegsgefährdeten Zone, ein nach wie vor dichtes Gedränge. Dort ist lediglich für Schlusslicht Neu-Isenburg und für den Vorletzten FC Ederbergland die Lage so gut wie aussichtslos.

Sechs Teams zwischen Hoffen und Bangen

Allerdings stecken angesichts von sehr wahrscheinlich vier Absteigern sechs weitere Teams, die lediglich durch vier Punkte getrennt sind, zwischen Hoffen und Bangen. Vier dieser Mannschaften kreuzen am Samstag in zwei Duellen direkt die Klingen, wobei der FV Bad Vilbel (Rang 12/30 Punkte) gegen Buchonia Flieden (13./29) sowie der FSC Lohfelden (10./31) gegen den Hünfelder SV (15./27) Heimrecht genießen. Derweil beabsichtigen die Fußballer von Türk Gücü Friedberg, mit 30 Zählern ebenfalls Mitglied dieser Sechser-Fraktion, ihr Punktekonto auf eigenem Terrain gegen die SG Fulda/Lehnerz ein wenig aufzustocken.

Türk Gücü Friedberg – SG Barockstadt Fulda/Lehnerz (Sonntag, 15 Uhr in Ober-Rosbach): Ging’s nach der Winterpause vor eigenem Publikum zur Sache, kochten die Friedberger weitgehend auf Sparflamme, zumal dem respektablen 2:2 gegen Bayern Alzenau die bitteren Heimpleiten gegen Griesheim (0:3) und Hadamar (4:5) folgten. Nur gut, dass die Kreisstädter auswärts erfolgreicher agierten, wobei sich vor allem der vor Wochenfrist beim Hünfelder SV errungene 3:1-Erfolg als Steilvorlage für weitere ertragreiche Auftritte erweisen könnte. "Klar, wir müssen nachlegen. Egal, gegen wen wir spielen", erklärt TG-Trainer Gültekin Cagritekin unmissverständlich.

Offenes Mannschafts-Puzzle

Über die Meinung, Fulda/Lehnerz sei als Tabellenfünfter, für den die Saison nach der 1:4-Heimniederlage am vergangenen Samstag gegen Rot-Weiß Hadamar definitiv gelaufen ist, genau die richtige Kragenweite um locker zu punkten, kann der Friedberger Übungsleiter allerdings nur müde lächeln: "In der Hessenliga kannst du gegen den Spitzenreiter, einen im Mittelfeld rangierenden Verein oder gegen den Tabellenletzten spielen. Geschenkt wird einem gar nichts, und das wird auch am Sonntag gegen die Osthessen so sein." Ob beim Mannschafts-Puzzle, das innerhalb der Türk Gücü-Elf seit vielen Wochen regelmäßige Personal- und Taktikänderungen bot, erstmals das Prinzip "never change a winning team" zum Tragen kommt, wollte Cagritekin zwar nicht bestätigen – doch er schließt es auch nicht aus: "Letztlich entscheiden die Trainings- eindrücke unter der Woche."

Fehlen wird lediglich Außenverteidiger Kevin Bassey Effiong (Leistenbeschwerden). Auch Stammkeeper Riste Shpirov und Torjäger Younes Bahssou waren beim Erfolg in Hünfeld nicht dabei. "Beide sind am Wochenende nur dann Optionen, wenn sie absolut fit sind", stellt der Friedberger Coach klar. – Hinspiel: 2:1.

Türk Gücü Friedberg: Kröller (Shpirov?), Takahashi, Dudda, Bartel, Usic, Tesfaldet, Erdogan, Gürsoy, Toskovic, Miric, Kohnke, Aslan, Akkus Rodriguez, Biber, Bayraktar, Bell Bell, Bahssou (?).

FV Bad Vilbel – Buchonia Flieden (Samstag, 15 Uhr): Ein Sieg im Heimspiel gegen Buchonia Flieden am morgigen Samstag (15 Uhr) ist im Grunde Pflicht für den FV Bad Vilbel. Nach vier sieglosen Spielen in Serie – darunter zwei Heimniederlagen – kommen jetzt "die Spiele gegen Mannschaften auf Augenhöhe, die man eigentlich gewinnen muss, wenn man in der Liga bleiben will", wie Trainer Amir Mustafic sagt. Mit Flieden, Ederbergland, Neu-Isenburg, Eddersheim und Hünfeld hat sein Team auf dem Papier ein vergleichsweise leichtes Restprogramm. Allerdings, und das weiß Mustafic auch, rechnen sich alle fünf Gegner auch gegen seine Mannschaft etwas aus.

In der Ruhe liegt Mustafics Kraft

Mustafic, der zuletzt vergleichsweise entspannt an der Seitenlinie aufgetreten ist, konzentriert sich mit seinem Team aber einzig und alleine auf das Spiel gegen Flieden. Er könne sich zwar "nicht völlig verändern", merke aber, dass man "nur mit Ruhe etwas erreichen kann". Und mit klaren Ansagen an die Spieler. "Ich habe einigen von den Jungs gesagt, dass ich nicht zufrieden war. Im Training wurde richtig Gas gegeben und ich bin optimistisch, dass wir gegen Flieden eine gute Leistung auf den Platz bringen", sagt der Coach.

Bis auf Nuh Uslu, der berufsbedingt nicht trainieren konnte, stehen laut Mustafic alle Mann zur Verfügung. Weil Flieden immer für einen oder zwei Treffer gut sei, komme es auch darauf an, die Ladehemmung abzulegen. Vier Tore in den sieben Spielen nach der Winterpause sind tatsächlich dünn. "Es wäre gut, wenn der eine oder andere wieder mal ein Tor schießen würde", findet Mustafic.

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