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Ist der Hessenliga-Aufstieg realistisch?

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(mn) Nuh Uslu ist die Identifikationsfigur des FV Bad Vilbel: Einst als Torjäger, heute als Regisseur im zentralen Mittelfeld prägt der 28-Jährige das Spiel des Fußball-Verbandsligisten und ist für Trainer Amic Mustafic gesetzt.

Er ist Antreiber und Wortführer - er ist Kapitän der Mannschaft; seit Jahren schon. »Ja. Das bedeutet mir sehr viel. Ich bin ein Vilbeler Junge, und der FV ist mein Verein. Ich habe Vorbildfunktion, muss mit meiner Leistung vorangehen«, sagt der Türke, der mit den A-Junioren wie auch im Seniorenbereich mit Bad Vilbel bereits in der Hessenliga gespielt hat. Als Elfjähriger hatte er bei den Grüß-Weißen angefangen, heute wohnt Uslu, der im zweiten Jahr eine Ausbildung zum Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn absolviert, kaum zehn Minuten vom Niddasportfeld entfernt. Dort treffen die Brunnenstädter heute Nachmittag (15 Uhr) auf den VfB Ginsheim.

Der Tabellenführer empfängt den Verfolger - eine Konstellation, die im Zusammenhang mit diesen beiden Mannschaften zu Saisonbeginn niemand auf der Rechnung hatte. Amir Mustafic hatte vor seiner vierten Saison als Spielertrainer einen personellen Umbruch zu vollziehen. Ein halbes Dutzend Stammkräfte hatte den Verein verlassen. Irgendwo im Tabellen-Mittelfeld, in den sicheren Regionen, hatten sie sich beim FV Bad Vilbel gesehen. Nach 14 Spielen mit elf Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen führt der ranghöchste Klub des Fußballkreises Friedberg das Klassement an.

Zeichnet sich im Wetterauer Süden im neunten Jahr nach dem Abstieg aus der Hessenliga eine Rückkehr ab? Die WZ-Sportredaktion hat vor dem Topspiel mit Nuh Uslu gesprochen.

Nuh Uslu, in Bad Vilbel ist im Sommer ein personeller Umbruch vollzogen worden, der in der Regel sehr viel Geduld erfordert. Wie erklären Sie sich den sportlichen Erfolg?

Nuh Uslu : Die Tabellenführung nach 14 Spielen hatte ganz sicher keiner von uns erwartet. Ich selbst hatte geglaubt, dass wir uns vielleicht irgendwo bei den Plätzen vier und fünf einordnen können. Aber die Mannschaft hat sich schnell gefunden. Entscheidend ist meiner Meinung nach die Einstellung. Die Trainingsbeteiligung und der kämpferische Einsatz zahlen sich aus. Da haben wir uns erheblich verbessert. Ich kann der Mannschaft nur ein großes Lob aussprechen. Jeder arbeitet für den anderen mit. Zudem haben wir eiskalte Stürmer und benötigen nicht allzu viele Torchancen.

Anfangs konnte vielleicht noch von einem gewissen Lauf gesprochen werden. Inzwischen wurden die Auftakterfolge aber bestätigt. Wird denn intern auch schon von einem Aufstieg geträumt?

Uslu: Erstmal sind wir sehr froh, dort oben zu stehen. Das gibt ein gutes Gefühl und Selbstvertrauen. Aber nach 14 Spielen ist es zu früh, sich über einen Aufstieg Gedanken zu machen. Wir werden weiter unser Bestes geben - und sollte das tatsächlich reichen, werden wir uns natürlich nicht wehren.

In der sportlichen Bilanz stehen zwei Niederlagen; und diese gab’s ausgerechnet gegen zwei Aufsteiger. Wurden diese im Höhenflug unterschätzt?

Uslu: Nein. In Geinsheim haben wir angesichts unserer Leistung verdientermaßen verloren. Da haben wir nicht gezeigt, was wir können. Die Niederlage gegen Großkrotzenburg, als wir eine 3:1-Führung aus der Hand gegeben haben, kann ich mir aber bis heute nicht erklären. Jetzt sind wir als Mannschaft gefragt. Große Teams stecken so etwas weg. Es liegt an uns, zu zeigen, dass wir eine große Mannschaft sind.

Welche Rolle spielt der Trainer?

Uslu: Eine große Rolle. Amir versteht es, uns optimal auf den Gegner vorzubereiten und ist auch ein guter Motivator.

Sie haben dem Klub seit Ihrer Kindheit die Treue gehalten. Hat Sie ein Vereinswechsel niemals gereizt?

Uslu: Nein. Der FV Bad Vilbel ist einfach mein Verein. Ich fühle mich hier wohl und bin sehr glücklich und sehe auch hier in jeder Saison einen neuen Reiz. Und natürlich: Ich würde gerne mit dem Klub einen Aufstieg feiern.

Was erwarten Sie vom VfB Ginsheim?

Uslu: Ich habe die Mannschaft bislang nicht gesehen und kann sie nicht einschätzen. Aber der VfB Ginsheim steht sicher nicht umsonst dort oben. Wer auf Rang zwei steht, hat sicherlich einiges richtig gemacht.

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