"Das Herz hat entschieden"

(mn) Als hätte es den Sommer 2013 nie gegeben. Bad Nauheim feiert immer weiter - nach der Oberliga-Meisterschaft und dem Aufstieg nun den Einstand und die Tabellenführung in der neu gegründeten Deutschen Eishockey-Liga 2.

Mit einem 5:3 (1:1, 1:0, 3:2)-Erfolg gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven veredelten die Roten Teufel vor 2640 begeisterten Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion den Sieg in Ravensburg zu einem Sechs-Punkte-Wochenende. Zweimal hatten die Gastgeber einen Rückstand gedreht und am Ende von den Disziplinlosigkeiten und Strafzeiten der Nordseestädter profitiert (drei Powerplaytore). 50 Sekunden vor der Schlusssirene zimmerte Harry Lange den Puck zum Zwei-Tore-Vorsprung in die Maschen. Zuvor hatten Sean Mc Monagle (2), Kevin Lavallee und Jason Pinizzotto für den Liga-Neuling getroffen.

 "Heute hat das Herz entschieden. Das darf man bei aller Freude nicht vergessen. Bremerhaven war die bessere Mannschaft, aber die Pinguins haben das Spiel im Schlussdrittel aus der Hand gegeben, und wir haben unsere Chancen genutzt", sagte Deutsch-Österreicher Lange, der sich zuvor im wahrsten Sinne des Wortes eine blutige Nase geholt (48.), aber mit Nasentamponade wieder auf dem Eis zurückgekehrt war und mit seinen Teamkollegen mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

"Großartig. Eine tolle Atmosphäre. Diese Unterstützung macht es leicht, mental im Spiel zu bleiben und nach Gegentreffern nicht den Kopf hängen zu lassen", schwärmte Doppel-Torschütze Sean Mc Monagle.

Der Gast aus Bremerhaven musste Bad Nauheim die Anfangsminuten überlassen, bekam die Partie nach rund zehn, 15 Minuten aber in den Griff und hatte speziell im zweiten Abschnitt deutliche Vorteile; insbesondere im Powerplay konnte der letztjährige Playoff-Teilnehmer den Neuling regelrecht im eigenen Drittel einschnüren - doch hatte Torwart Thomas Ower wie schon am Freitag einen Sahnetag erwischt und hielt seine Mannschaft im Spiel. Die 2:1-Führung nach 40 Minuten schmeichelte Bad Nauheim, die Wende zu Beginn des Schlussdrittels war die logische Konsequenz des enormen Drucks, den Bremerhaven mit seiner eingespielten Mannschaft auszuüben verstand. Erst übers Powerplay kam Bad Nauheim zurück und bog auf die Siegerstraße ein.

"Sechs Punkte hatte wohl niemand auf der Rechnung. Aber man darf nach zwei Siegen ebenso wenig verrückt spielen wie nach drei Niederlagen", blieb RT-Trainer Frank Carnevale bescheiden. Dennoch: Bessere Werbung in eigener Sache für das Heimspiel am Freitag gegen Heilbronn hätte das Team kaum betreiben können.

EC Bad Nauheim: Ower - Ringwald, Baum, Götz, Mc Monagle, Ketter, Pietsch - Beca, Carnevale, Helms, Pinizzotto, Lange, Strauch, Lavallee, May, Oppolzer, Schlicht, Reimer.

Fischtown Pinguins: Jaeger - Friesen, Slaton, Teljukin, Fatyka, Kohl - Cook, Kosick, Hafenrichter, Kopecky, McPherson, Dejdar, Stas, Viktor Beck, Patrik Beck, Verelst.

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (11.) Stas (Dejdar, Teljukin), 1:1 (14.) Mc Monagle (Götz, Lange - 5-3), 2:1 (39.) Lavallee (May, Baum), 2:2 (41.) Hafenrichter (Kosick, Friesen), 2:3 (45.) Cook (Friesen, Teljukin), 3:3 (50.) McMonagle (Strauch, Oppolzer - 5-4), 4:3 (56.) Pinizzotto (Carnevale, McMonagle - 5-4), 5:3 (60.) Lange. - Schiedsrichter: Göran Nöller. - Strafminuten: Bad Nauheim 10, Bremerhaven 14 plus fünf Minuten plus Spieldauer (Dejdar) plus zehn Minuten (Stas). - Zuschauer: 2640. Michael Nickolaus

Das Video der Pressekonferenz steht im Laufe des Montags in unserer Mediathek zur Verfügung.

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