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Hermann Dörner im Trainingslager der Eintracht

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Hermann Dörner (vorne 2.v.l.) inmitten der Frankfurter Profis am schönen Strand von Norderney.
Hermann Dörner (vorne 2.v.l.) inmitten der Frankfurter Profis am schönen Strand von Norderney. © Storch

Hermann Dörner aus Bad Nauheim möchte Fußball-Profi werden. Noch kann er ein Jahr in der U19 der Frankfurter Eintracht spielen. Doch Trainer Thomas Schaaf hat ihn schon in diesem Sommer in zwei Trainingslager der Profis mitgenommen, in denen er gleich als Torschütze glänzte.

Schon an seinem zweiten Arbeitstag bei der Eintracht ist der neue Coach Thomas Schaaf mit seinem Team an den Frankfurter Riederwald gefahren, um sich mit den dortigen Nachwuchs-Trainern auszutauschen. Ein Ereignis, das unter Vorgänger Armin Veh eher selten auf der Tagesordnung gestanden habe, berichten Insider. In diesen Gesprächen ist auch die Entscheidung gefallen, einige U19-Junioren mit ins erste Trainingslager nach Norderney zu nehmen, weil der Frankfurter Profi-Kader bis dato noch äußerst dünn besetzt war. Mit in der engeren Auswahl war von Beginn an der Bad Nauheimer Hermann Dörner, der sich unter den Profis auf Anhieb achtbar geschlagen hat, gleich zwei Testspiel-Tore erzielte und nun auch mit ins zweite Camp nach Donaueschingen gereist ist

Für Hermann Dörner, der in der Jugend der Spvgg. 08 Bad Nauheim groß geworden ist und später auch für den SV Schwalheim in der Jugend spielte, ist es somit ein sehr schöner Sommer. Gerade hat er sein Abitur mit einem Noten-Durchschnitt von 2,2 gebaut, was angesichts der vielen Trainingszeiten während seiner Schulzeit ein toller Erfolg ist. Zudem beginnt er nun eine Lehre als Steuerfachgehilfe, um sich ein zweites Standbein zu errichten. Auf Norderney hat er schnell Kontakt gefunden zu den Bundesliga-Stars und gute Leistungen gezeigt.

Im ersten Testspiel gegen den TuS Norderney steuerte er mit einer Direktabnahme in den Winkel nach Pass von Jan Rosenthal einen spektakulären Treffer zum 10:0-Erfolg bei. Beim zweiten Saison-Auftritt gegen den Bezirksligisten Grün-Weiß Firrel lief es beim 7:0-Erfolg noch besser. Wieder traf Hermann Dörner, nachdem er zuvor seinen Gegenspieler im Strafraum getunnelt hatte.

Dennoch wird es für den Sohn des ehemaligen Bad Nauheimer Stadtrates Konrad Dörner wohl ein kurzes Abenteuer bleiben, denn noch kann er ein Jahr bei den U19-Junioren in der Nachwuchs-Bundesliga spielen, die sich unter Trainer Daniyel Cimen gerade gleichfalls auf die neue Saison vorbereiten und schon am 3. August im DFB-Juniorenpokal ihre erste Pflichtaufgabe bei Energie Cottbus lösen müssen. Dann werden neben dem Bad Nauheimer auch Nicklas Mohr, Loris Weiss, Ilias Azaouaghi und der erst 16 Jahre alte Enis Bunjaki wieder zum Nachwuchs zurückkehren.

Da die Eintracht ihre U23-Mannschaft aufgelöst hat, wird sich für Hermann Dörner und die anderen Talente nun in der U19-Saison entscheiden, ob sie auch langfristig vom Verein gebunden werden und Profi-Verträge erhalten. Zwei weitere Wetterauer haben diesbezüglich gerade ja schlechte Erfahrungen gesammelt. Der Dorn-Assenheimer Marc-Oliver Kempf hat unter Trainer Armin Veh einiges an Selbstvertrauen eingebüßt und setzt nun auf den SC Freiburg und seinen Trainer Christian Streich, der viel von dem Wetterauer Defensivspieler hält.

Noch nicht ganz so hoch sind die Hoffnungen von Marco Meyerhöfer aus Burg-Gräfenrode angesiedelt, dem viele auch bei der Eintracht den großen Sprung nach oben zutrauen würden, der nun aber sein Glück in der Regionalliga beim 1. FC Saarbrücken suchen muss, der unter Trainer Fuat Kilic den Aufstieg anpeilt. Dagegen hat Stürmer Luca Waldschmidt einen Profi-Vertrag erhalten am Main und wandelt in den Spuren von Sonny Kittel aus Gießen und Marc Stendera, der gemeinsam gerade mit Marc-Oliver Kempf mit der Nationalmannschaft bei der U19-Europameisterschaft weilt.

Auf vier Länderspiele kann auch Hermann Dörner bereits zurückblicken, der übrigens in der gleichen Berateragentur untergebracht ist wie der frisch gebackene Weltmeister Christoph Kramer und von den dortigen Mitarbeitern auch mit dem Gladbacher verglichen wird von der Spielweise her. Die Voraussetzungen, dass der Traum eines Tages für ihn wahr werden könnte, sehen die Experten in seiner äußerst professionellen und disziplinierten Einstellung. Und wahrscheinlich auch in der Verpflichtung von Thomas Schaaf, der für solche Talente ein besonderes Auge haben soll. Michael Humboldt

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