Heinrizi vermisst viel

Der EC Bad Nauheim kann auswärts nicht mehr gewinnen – auch nicht bei den Kellerkindern der Deutschen Eishockey-Liga 2. In Heilbronn verloren die Roten Teufel sechs Tage nach der Niederlage in Kaufbeuren am Sonntagabend nach einer enttäuschenden Darbietung mit 0:5 (0:2, 0:1, 0:2).

Damit haben die Hessen aus den letzten acht Partien in der Fremde lediglich einen von 24 Zählern verbuchen können und liegen trotz Schützenhilfe aus Crimmitschau nun fünf Punkte hinter den Lausitzer Füchsen auf dem angestrebten Playoff-Rang zurück. "Heilbronn hat heute alles richtig gemacht. Forechecking, Zweikämpfe, Leidenschaft – die Falken haben alles gezeigt, was wir haben vermissen lassen", musste RT-Trainer Daniel Heinrizi nach der zweithöchsten Saisonniederlage einräumen und versprach: "So werden wir uns auswärts nicht mehr präsentieren."

Bei den Roten Teufeln hatte sich kurzfristig Dennis Reimer (Nachwirkungen eines Checks vom Freitag) zu Chris Heid, Dan Ringwald und Taylor Carnevale auf die Liste der Ausfälle gesellt. Im Kader der Gastgeber fanden sich unterdessen mit den Verteidigern Dorian Seaftel und Yannick Walch zwei Förderlizenzspieler der Adler Mannheim, die einst auch unter RT-Assistenztrainer Marcus Jehner im Nachwuchs in Bad Nauheim ausgeholfen hatten. Im Tor erhielt Domenic Bartels erstmals seit der Verpflichtung von Jan Guryca (zehn Spiele in 27 Tagen) Eiszeit.

Die Roten Teufel fanden – unterstützt von mehr als 100 aus der Wetterau mitgereisten Anhängern – zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Partie. Heilbronn agierte, ohne zu glänzen, spielte diszipliniert, und Bad Nauheim lief der Musik über 60 Minuten in einer mitunter schon trostlosen Art und Weise hinterher. Vor allem im Spiel nach vorne fehlten jegliche Akzente, Körpersprache und auch der nötige Wille und Einsatz, das nötige Quäntchen Glück einmal erzwingen zu wollen.

Als Matt Beca aus der Drehung die erste zumindest halbwegs nennenswerte Chance auf dem Schläger hatte und verzog (18.), lagen die Hessen bereits mit 0:2 im Rückstand. In der fünften Minute hatte Bartels einen Fabian-Krull-Schuss unmittelbar nach vorne auf den Schläger von Sachar Blank abprallen lassen, der keine Mühe hatte. In der 18. Minute nutzten die Falken nach nur wenigen Sekunden das erste Powerplay durch Marcel Kurth.

Als RT-Verteidiger Sean McMonagle zu Beginn des zweiten Durchgangs einen Puck zwischen seinen Füßen nicht kontrollieren konnte – geradezu symbolisch für die Vorstellung an diesem Abend – und Adriano Carciola dieses Missgeschick mit dem dritten Falken-Treffer bestrafte (23.), war die Partie schon sehr früh vorentschieden. Selbst drei Powerplay-Möglichkeiten in den zweiten 20 Minuten (zu umständlich ausgespielt) konnten die harmlosen Hessen nicht in das Spiel bringen.

Mit Beginn des Schlussabschnitts versuchte es Heinrizi mit McMonagle im Angriff, doch eine frühe Hinausstellung und das prompt folgende vierte Gegentor (Torsten Fendt in Überzahl/42.) nahm diesem Experiment gleich die erhoffte Wirkung. Als Frantisek Mrazek vier Minuten später zum 5:0 erfolgreich gewesen war, durften in der Schlussphase auch die Junioren Spielpraxis sammeln.

Heilbronner Falken: Konrad – Card, Pat Baum, Saeftel, Andersons, Walch, Fendt – Hock, Fenton, Leisenring, Kurth, Ackermann, Mrazek, Carciola, Blank, Krull.

EC Bad Nauheim: Bartels – Versteeg, Götz, McMonagle, Ketter, Alexander Baum, Pietsch, Pantic – Pinizzotto, Lange, Strauch, Beca, Helms, Dorr, Schlicht, Oppolzer, Lavallee, May, Spöttel.

Steno: Tore: 1:0 (5.) Blank (Krull), 2:0 (18.) Kurth (Andersons – 5-4), 3:0 (23.) Carciola (Krull), 4:0 (42.) Fendt (Mrazek – 5-4), 5:0 (46.) Mrazek (Ackermann). – Schiedsrichter: Michael Küng (Schweiz). – Strafminuten: Heilbronn 8, Bad Nauheim 8. – Zu.: 1411.

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