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Ex-Teufel Marcus Götz geht in seine dritte Saison bei den Heilbronner Falken.

Heilbronner Falken

Heilbronner Falken: Mit Erfahrung und Erfolgshunger

Bei den Heilbronner Falken wird nach dem Offensiv-Feuerwerk im Vorjahr nun die Defensivarbeit nun an Bedeutung gewinnen

Den nächsten Schritt machen - so lautet die Saisonvorgabe der Heilbronner Falken. Nachdem zwei Mal in Folge die Pre-Playoffs erreicht wurden, heißt das im Klartext: Es sollen die Playoffs sein. Deshalb hat man im Unterland versucht, das Team auf den - vermeintlichen - Schwachstellen punktuell zu verbessern. Letztlich wurde der Umbau dann doch viel größer als anfangs vermutet.

Zugänge/Abgänge:In der abgelaufenen Saison herrschte bei den Spielen nur selten Langeweile, denn offensiv brannte die Mannschaft vielfach ein Feuerwerk ab. Nur sieben Tore hatte sie am Ende der Saison weniger als Klassenprimus Frankfurt erzielt. Der viertbeste Wert der Liga. Und genau hier wurde jetzt der Rotstift angesetzt. Mit Roope Ranta, Kevin Lavallée, Justin Kirsch und Kyle Helms verließ ein Stürmer-Quartett, das über 90 Treffer und 200 Punkte während der Spielzeit geliefert hatte. Diese Abgänge offensiv zu ersetzen, dürfte nahezu unmöglich sein. Deshalb hat man defensivstarke Angreifer geholt. Ob Tim Miller, Alexander Nikiforuk, Dylan Wruck oder Stefan Della Rovere so viele Treffer verhindern können, dabei aber gleichzeitig auch offensiv erfolgreich sind, dass unter dem Strich eine bessere Plus-Minus-Bilanz steht, bleibt abzuwarten.

Stärken/Schwächen:Klar ist, dass Trainer Alexander Mellitzer viel Zeit im Training für die Special-Teams in Anspruch nimmt. Das Powerplay war vergangene Saison eine der Stärken der Falken - umgekehrt verhielt es sich beim Penaltykilling. Hier muss dringend der Hebel angesetzt werden. Gerade die Defensivabteilung war die Achillesferse der Falken in der abgelaufenen Saison. Da nominell vier der sieben Defender blieben, ist es fraglich, ob der Abwehr wirklich entscheidend mehr Stabilität verpasst wurde.

Trainer/Umfeld:Wohl an keinem anderen Zweitliga-Standort ist das Publikum so kritisch wie in der Käthchenstadt. Die Zeiten, als es einfach dazugehörte, dass man am Wochenende in das Stadion pilgerte, sind längst vorbei. Zwar konnten die Falken den Zuschauerschnitt vergangene Saison um 300 erhöhen - sind mit ihren 1750 Besuchern im Schnitt aber immer noch im Tabellenkeller der Liga angesiedelt. Und der Schnitt kann schnell abfallen, wenn sich der Erfolg nicht einstellt. In Foren kommt zudem immer der Vorwurf auf, dass Trainer Mellitzer nur zweiter Mann hinter dem allmächtigen Kapitän Derek Damon sei. Eine Behauptung, über die der Coach nur lachen kann: "Ich entscheide, was gemacht wird." Der Österreicher ist im zweiten Jahr in Heilbronn und steht liebt das schnelle, laufintensive Spiel.

Fazit/Prognose:Die Mischung aus schnellen, äußerst hungrigen und talentierten Förderlizenzspielern der Jungadler Mannheim und erfahrenen, alten Haudegen soll den Erfolg bringen. Angesichts der Tatsache, dass die gesamte Liga an einer Art Wettrüsten teilgenommen und sich mit klangvollen Namen verstärkt hat, steht hinter dem erklärten Saisonziel ein großes Fragezeichen. Die Tendenz geht eher in Richtung Pre-Playoffs. Marc Thorwartl

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