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Heil und ASC-Team trumpfen in Frankfurt auf

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(mw) Zahlreiche Wetterauer Läufer haben beim Frankfurt-Marathon am vergangenen Sonntag gefinisht. Schnellster war einmal mehr Benedikt Heil von der LG Ovag Friedberg-Fauerbach. Der Bericht und die Ergebnisse:

Auf der Internet-Seite des Frankfurt-Marathons findet sich unter Benedikt Heils Zeit für die 42,195 Kilometer vom Sonntag ein trauriges Smiley. Da er seine Bestzeit in Frankfurt um 2:49 Minuten verpasst hat, steht hinter der Frage »Erfolg?« ein »Sorry« sowie ein Strichgesicht mit Mundwinkeln nach unten. Wetterbedingungen, Vorbereitung, Laufgefühl – all das wird nicht berücksichtigt. Denn Heil war nach seinen 2:28:51 Stunden ganz und gar nicht nach Enttäuschung zumute. Erneut war der Friedberger schnellster Wetterauer in Frankfurt und lieferte eine starke Leistung auf den Straßen der Mainmetropole ab. Nur um sieben Sekunden verpasste er bei teilweise böigem Wind und Regen den Hessenmeistertitel. Dort landete die schnelle Mannschaft des ASC Marathon Friedberg einen Achtungserfolg. Christian Smolka, Christoph Sulzer und Christian Habicht erliefen sich nur knapp geschlagen den dritten Platz. Zum dritten Mal in Folge gewann Heils Vereinskollegin Gina-Marielle Schürg den Mini-Marathon der Schülerinnen, Marc Tortell vom TV Rendel wurde bei den Jungs Zweiter.

Um sieben Sekunden bei »Hessischen« geschlagen

Ingesamt knapp 15 000 Läufer starteten bei schwierigen Bedingungen am Main. Erst vor drei Wochen hatte sich Benedikt Heil von der LG Ovag Friedberg-Fauerbach für einen Start beim Marathon in Frankfurt entschieden. »Meine Vorbereitung hat erst vor rund drei Monaten richtig angefangen«, sagt der ehemalige Vierte der Deutschen Marathonmeisterschaften, der im Frühjahr und Sommer aus gesundheitlichen Gründen kaum eine Laufwoche nach seinem Wunsch absolvierte. »Ich habe mich aber beispielsweise mit Radfahren fit gehalten, wir haben beim Alpen-Cross mitgemacht«, erzählt Heil, der beim Friedberger Altstadtlauf Ende September erstmals nach längerer Zeit wieder einen guten Laufwettkampf verzeichnen konnte. Erst nach einem gelungenen Halbmarathon Anfang Oktober in Schotten stand für den 31-Jährigen fest, dass er in Frankfurt starten werde. Und dort stellte er wieder einmal unter Beweis, dass er – wie kaum ein anderer Hobbyläufer – seine Halbmarathon-Zeit ohne großen Verlust auf die doppelte Distanz umsetzen kann. Nur eine knappe Minute langsamer war Heil bei Streckenhälfte im Vergleich zu Schotten, und auf der zweiten Hälfte verlor er nur knapp zwei Minuten – und das bei den Bedingungen.

»Der böige Wind war teilweise heftig, insbesondere in den Häuserschluchten«, sagt Heil, der schließlich nach 2:28:53 Stunden das Ziel erreicht hatte. »Für den Kopf waren diese Bedingungen unglaublich schwierig. Die Beine haben sich sehr gut angefühlt, auch wenn die Schuhe zwischenzeitlich durchnässt waren. Gefühlt war ich damit nicht weit weg von meiner 2:26er-Bestzeit«, beschreibt der LG-Langstreckler seinen Lauf bei der 32. Auflage des Marathons in der Mainmetropole, den er zudem nicht immer windgeschützt in einer Gruppe absolvierte. »Ich war lange in einer Gruppe mit einer schnellen Kenianerin, die zwei Tempomacher dabei hatte. Aber auf dem Rückweg zog sich das Feld auseinander«. Lange hielt sich der Friedberger vor der schnellsten Deutschen Anna Hahner auf, die jedoch kurz hinter Kilometer 35 vorbeilief. Einer ihrer Tempomacher war Oliver Hoffmann, den Heil nicht als Konkurrent um den Hessentitel erkannte. Der Kirchhainer »rutschte« durch und machte später sogar noch Tempo für die Kenianerin, die Heil zuvor lange begleitet hatte.

. Das Duo lief nach der für die »Hessischen« maßgeblichen Bruttozeit sieben Sekunden vor Heil ins Ziel. »Schade«, kommentierte der frühere Hessenmeister, der jedoch in der M30 siegte. Zudem war er erneut schnellster Läufer seiner Firma.

Bestzeiten für Smolka, Sulzer, Apel, Tschenscher

Gleich mit zehn Läufern war der ASC Marathon Friedberg am Start. In der inoffiziellen Wetterauer Wertung belegte ein flottes Sextett hinter Heil die Plätze zwei bis sieben. 2:45 Stunden wollte Christian Smolka knacken, der im Juli den Marburger Nachtmarathon bei Hitze, im Alleingang und von Krämpfen geplagt in 2:53:22 Stunden gewonnen hatte. Mit Vereinskollege Henrik Apel startete er das Unterfangen – und profitierte auf der zweiten Hälfte von seiner akribischen Vorbereitung, unter anderem absolvierte er sechs Läufe über 30 Kilometer. Nach 2:44:20 Stunden stand der dritte M30-Platz bei den »Hessischen« zu Buche. »Am Ende wurde es etwas kritisch. Aber es hat gepasst. Nach rund 36 Kilometern musste Henrik leider abreißen lassen, nachdem wir lange in einer guten Gruppe mit Hessenmeisterin Tinka Uphoff gelaufen waren«, erzählt Smolka.

Bis Apel und er den richtigen Rhythmus gefunden hatten, mussten sie etwas länger suchen. »Gruppen-Hopping«, nennt Smolka dies, der ebenso wie der leicht enttäuschte Apel (2:46:16 Stunden/hatte in Schotten beim Halbmarathon noch vor Smolka gelegen, aber weniger lange Läufe trainiert) eine Bestzeit erzielte. Drittschnellster ASCler war Altersklassen-Oberhessencupsieger Christoph Sulzer, der M40er blieb mit 2:54:33 Stunden im Rahmen seiner anvisierten Zeit und steigerte sich gegenüber dem Vorjahr ebenso. Da Apel nicht für die Hessischen Meisterschaften gemeldet hatte, rutschte Christian Habicht ins Team. Nach einer guten ersten Hälfte »explodierte« er nach eigenen Worten auf dem Rückweg von Höchst, verwaltete allerdings die Zeit unter drei Stunden (2:58:58). In der Teamwertung benötigte der ASC damit 8:37:51 Stunden und verbesserte sich gegenüber Rang fünf in Schotten auf Rang drei. Mit Apel wäre es sogar Platz zwei geworden. Knapp die Drei-Stunden-Marke verpasste Daniil Wagner, der mit Habicht angelaufen war (3:00:58). Letzter Wetterauer unter den ersten 1000 Finishern war der ASCler Manuel Tschenscher in 3:04:04 Stunden. Erneut für die Bio-Runner Rhein-Main startete der ASCler Jörg Rossberg, der nach 3:26:23 Stunden das Ziel erreichte.

Herr schnellster Läufer des TV Ober-Mörlen

Weitere heimische Vereine waren in Frankfurt mit einer großen Gruppe unterwegs. 38 Starter stellte der Lauftreff Butzbach. Schnellster Athlet war der kürzlich zugestoßene Abdullah Thuwen, der von Thomas Härtel begleitet in 3:27:26 Stunden beim Debüt auf den zwölften Platz in der mU20 lief. In der Vereinswertung des TV Ober-Mörlen war Routinier Curt Herr in 3:15:11 Stunden vorne, Florstadts flottester Läufer war Tobias Hübner in 3:17:42 Stunden. Bei den Frauen lief Liv Pabst (Fun-Ball Dortelweil) in 3:14:07 Stunden unter die Top 100. Der frühere Butzbacher Marco Diehl benötigte 2:37:01 Stunden.

Schürg mit drittem Sieg in Folge beim »Mini«

Zum dritten Mal in Folge siegte beim Mini-Marathon über 4,2 Kilometer bei den Mädchen Gina-Marielle Schürg vom TSV Friedberg-Fauerbach. In 16:13 Minuten distanzierte die 14-Jährige nicht nur die amtierenden Straßenlauf-Hessenmeisterinnen der W14 und W15, sondern auch weitere 1086 Läuferinnen. 21 Sekunden Vorsprung hatte Schürg beim Einlauf in die Festhalle. Als Athletin der wU16 gab sie damit auch der bis zu drei Jahre älteren Konkurrenz das Nachsehen.

Dritte in der wU18 wurde die schnellste von fünf Rendelerinnen, Klara Hufer (17:53). Nur vom Süddeutschen 3000-Meter-Meister Lukas Abele (Nidda/SSC H.-Rodenbach/14:33) wurde Marc Tortell vom TV Rendel (14:38) geschlagen.

Die Ergebnisse kompakt:

Marathon, Männer (8871 Finisher): 60. (16. M30) Benedikt Heil (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) 2:28:53 Stunden (2. Hessische Meisterschaft/1. M30), 204. (54. M30) Christian Smolka 2:44:20 (3. M30 Hessische Meisterschaft), 233. (57. M30) Henrik Apel 2:46:16, 423. (74. M40) Christoph Sulzer 2:54:33 (4. M40 Hessenmeisterschaft), 640. (117. M20) Christian Habicht 2:58:58, 730. (165. M35) Daniil Wagner 3:00:58, 861. (178. M30) Manuel Tschenscher (alle ASC Marathon Friedberg) 3:04:04, 1016. (148. M45) Thomas Olt (Bad Vilbel) 3:07:22, 1082. (164. M20) Marco Dohle (Friedberg) 3:08:45, 1277. (84. M50) Frank Huhn (TV Assenheim) 3:12:18, 1308. (270. M35) Christoph Busch (Bad Vilbel) 3:12:50, 1467. (101. M50) Curt Herr (TV Ober-Mörlen) 3:15:11, 1493. (274. M30) Matthias Jauernig (Bad Vilbel) 3:15:38, 1577. (114. M50) Dieter Klenner (LG Rosbach-Rodheim) 3:17:08, 1607. (224. M20) Tobias Hübner (LT Florstadt) 3:17:42, 2082.

(171. M50) Stefan Häberle (Bad Nauheim) 3:24:31, 2336. (12. mU20) Abdullah Thuwen 3:27:26, 2339. (444. M45) Thomas Härtel (beide Lauftreff Butzbach) 3:27:27, 2419. (464. M45) Dirk Predki (LT Florstadt) 3:28:13, 2346. (473. M45) Georg Jakobs (Altenstadt) 3:28:26, 2618. (69. M55) Uwe Preussner (LT Florstadt) 3:29:55, 2622. (233. M50) Markus Lambrecht (Lauftreff Butzbach) 3:29:57 (bis 3:30 Stunden). – Hessische Meisterschaft: 5. M60 Volker Heidrich 4:10:09, 4. M65 Gundolf Dunkel (beide TG Groß-Karben) 5:00:56, 4. M70 Kurt Schädlich (LG Altenstadt) 5:00:56.

Frauen (2138 Finisher): 85. (19. W20) Liv Pabst (Fun-Ball Dortelweil) 3:14:07, 384. (53. W20) Nadine Schmidt (Lauftreff Butzbach) 3:44:50, 434. (65. W45) Birgit Vaclavik 3:47:30, 579. (89. W45) Petra Bechthold (beide Bad Vilbel) 3:54:48, 666. (105. W45) Waltraud Theis (TV Okarben) 3:57:45 (bis 4:00 Std.). – »Hessische«: 5. W55 Ulrike Berg (TG Gr.-Karben) 4:37:09.

Mannschaften (Hessenmeisterschaft) – Männer: 3. ASC Marathon Friedberg (Smolka, Sulzer, Habicht) 8:37:51 Stunden.

Mini-Marathon – Jungen (1537 Finisher): 2. (2. mU18) Marc Tortell 14:38 Minuten, 18. (8. mU18) Florian Hufer 16:07, 78. (24. mU18) André Philipp (alle TV Rendel) 17:45.

Mädchen (1089 Finisher): 1. (1. wU16) Gina Schürg (TSV Friedberg-Fauerbach) 16:13, 14. (3. wU18) Klara Hufer 17:53, 28. (7. wU18) Pauline Hein (beide TV Rendel) 18:37, 79. (19. WKU1) Lilly Waegner (LG Rosbach-R.) 20:48.

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