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Ein Bild mit Symbolcharakter: Der Friedberger Marco Zinnel (am Ball) kommt im Derby am Freitagabend gegen die gut organisierte Abwehr des TSV Griedel um (v. l.) Nils Siek, Lukas Kipp, Tobias Marx nicht durch. Foto: Groß

Handball-Landesliga

Handball-Landesliga nach dem Wochenende: Wetterauer Drei-Klassen-Gesellschaft

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Ein deutlicher Derbysieg des TSV Griedel bei der TG Friedberg und die Fortsetzung der Siegesserie des TV Petterweil - die Handball-Landesliga ist aus Wetterauer Sicht dreigeteilt. Eine Analyse.

Die Kräfteverhältnisse im Wetterauer Handball sind nach dem Wochenende klarer denn je verteilt: Die Nummer eins ist und bleibt der TV Petterweil, der beim 31:24 am Samstagabend bei der HSG Linden einen der letztjährigen Konkurrenten im Kampf um Aufstieg und Meisterschaft deutlich distanzierte und gleichzeitig den zehnten Sieg im zehnten Spiel feierte.

TV Petterweil will sich frühestens in der Winterpause mit Aufstieg und Meisterschaft beschäftigen

Doch trotz allem will sich TVP-Trainer Martin Peschke noch nicht mit Gedanken an Aufstieg und/oder Meisterschaft beschäftigen, gleichwohl der Auftritt im Gießener Vorort ohne fünf fehlende Spieler eine Machtdemonstration gewesen war. "Ich bin weiter realistisch, es kann noch viel passieren. Dafür braucht sich nur einer mal schwerer zu verletzen", meint er. "Auch die Mannschaft ist sehr bodenständig, auch wenn sich natürlich keiner einen solchen Saisonstart hätte erträumen lassen. Aber natürlich haben wir momentan einfach einen Lauf und das nötige Selbstvertrauen." Hauptkonkurrent TV Idstein distanzierte die von Peschke stark eingeschätzte HSG Wiesbaden am Wochenende ebenfalls und bleibt damit erster Verfolger - allerdings mit der Hypothek von vier Punkten Abstand und einer Niederlage in Petterweil. "Wenn wir bis zur Winterpause gut durchkommen, werden wir uns mit der Thematik beschäftigen", verspricht Peschke. Bis dahin warten am kommenden Sonntag (18 Uhr) mit dem Dritten TG Kastel sowie "Kellerkind" HSG Lollar/Ruttershausen und beim TV 05/07 Hüttenberg II zunächst eine schwierige sowie anschließend zwei machbare Aufgaben in diesem Jahr.

TSV Griedel atmet im Abstiegskampf dank Derbysieg erst einmal auf

Deutlich angespannter ist die Lage in Griedel und Friedberg, wobei der TSV mit seinem beeindruckenden 39:25-Derbyerfolg vom Freitagabend zumindest etwas Raum zwischen sich und die Abstiegsränge gebracht hat. Kurios: Die Griedeler haben auswärts alle acht Punkte geholt, zu Hause noch keinen. "Was wäre möglich, wenn wir auch in Heimspielen punkten würden?", fragte Teammanager Jürgen Weiß rhetorisch. Sicher einiges, hatte sein Team doch dem Lokalkonkurrenten nach den ersten Minuten Abtasten nicht den Hauch einer Chance gelassen. Fest steht aber auch: Das Team ist abhängig von den Siek-Brüdern Nils und Sascha, die alleine mit 26 Toren inklusive eines sehenswerten Kempa-Tricks zum Endstand für den deutlichen Erfolg gesorgt hatten.

TG Friedberg bereits nach zehn Spielen mit dem Rücken zur Wand

Tristesse dagegen in Friedberg. Nachdem die TG auf den allerletzten Drücker nach einer langen Hängepartie überhaupt erst den Klassenerhalt geschafft hatte, kommt das Team von Neu-Trainer Tomasz Jezeweski einfach nicht in Fahrt - zu schwer wiegen die Abgänge, zu jung und unerfahren scheint die Mannschaft, aber auch zu groß könnte die Hypothek angesichts von nur einem Zähler und damit einem Abstand von bereits fünf Punkten auf das rettende Ufer jetzt schon sein. Abteilungsleiter Ulrich "Uli" Kaffenberger weiß um die Situation seiner Mannschaft, sagt aber auch: "Wir haben das Konzept geändert, das braucht Zeit. Die Trainingsbeteiligung ist sensationell - und so hoch wie nie." Das mittelfristige Zeil sei es, erklärt Kaffenberger, aus dem eigenen Nachwuchs eine Landesliga-Mannschaft zu generieren, "auch wenn dazu der Weg noch einmal über die Bezirksoberliga führen sollte. Wir wissen, dass es von Spiel zu Spiel schwieriger mit dem Klassenerhalt wird, aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand und nehmen die Situation jetzt so an, wie sie eben ist." Hauptproblem: Spätestens nach dem nachträglichen Abgang von Elvin Petrosanec fehlt es in Abwehr und Angriff an entsprechenden Alternativen mit Qualität.

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