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Christian Breiler bleibt nach auch zehn Jahren als Trainer der Frauenmannschaft der HSG Gedern/Nidda erhalten.

Wie geht es weiter?

Handball-Drittligist HSG Gedern/Nidda befindet sich "in einem Schwebezustand"

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Wird die Saison fortgesetzt oder doch noch abgebrochen? Für Handball-Drittligist HSG Gedern/Nidda ist die Lage derzeit vollkommen unklar. Das besorgt vor allem die Verantwortlichen.

Eigentlich, so dachte Martin Schindler, würde die Hängepartie am Freitag endlich enden - tatsächlich wurde sie abermals verlängert. Der Chef des Frauenhandball-Drittligisten HSG Gendern/Nidda hängt mit seiner Mannschaft aktuell in der Luft, denn während die Klassen unterhalb der dritthöchsten deutschen Spielklasse in den Zuständigkeitsbereich des Hessischen Handball-Verbandes (HHV) fallen und damit dort die Saison längst beendet ist (wir berichteten), gehört die 3. Liga Frauen unter die Direktiven des Deutschen Handball-Bundes (DHB), der die Saison aufgrund der Coronavirus-Krise vorerst bis spätestens 16. Mai ausgesetzt hat, da sie bis spätestens 30. Juni noch ordnungsgemäß beendet werden soll.

HSG Gedern/Nidda wartet auf klare Aussage von Verband und Liga

Daran glaubt Schindler allerdings nicht. Er geht fest von einem vorzeitigen Aus aufgrund der Pandemie aus. "Die Situation ist bescheiden", sagt er, denn mit seinem aktuell drittplatzierten Team hatte er sich durchaus noch Chancen auf die Rückkehr in die 2. Liga ausgerechnet. "Die Unterlagen für die 2. Liga liegen bei mir", erklärt Schindler. "Wir hätten gute Karten gehabt." Denn bei Tabellenführer Fritzlar grassiert das Verletzungspech, Abgänge haben sich bereits angekündigt, zudem gehört der direkte Vergleich nach zwei klaren Siegen in die Wetterau und auch der Zweitplatzierte aus Eddersheim, gegen den es bereits ebenfalls einen Sieg gegeben hat, ist nur zwei Punkte entfernt.

Auch der DHB und die Handball Bundesliga Frauen (HBF) wissen aktuell weder ein noch aus - schieben sich in Telefonaten, die Schindler in den vergangenen Tagen geführt hat, gegenseitig die Verantwortung zu. Klare Aussagen sind also Mangelware.

HSG Gedern/Nidda plant zweigleisig für 2. und 3. Liga Frauen

Das alles bedeutet: Schindler muss parallel für 2. und 3. Liga planen - und auch die entsprechenden Bürgschaften in Höhe von 30 000 bzw. 5000 Euro nachweisen. "Das sind komplett verschiedene Kalkulationen", erklärt er - hat aber trotz der Verlängerung der Meldefrist bereits alles fertig in der Schublade: "Ich muss es nur wegschicken." Eine Hoffnung hat er trotz allem: Sollte es in den drei höchsten Spielklassen aufgrund der Coronavirus-Krise Ausfälle, nicht der letzte Stand der Tabelle, sondern die Hinrunde gewertet werden oder gar Teams auf den Aufstieg verzichten, könnte seine Mannschaft nachrücken. "Da ist aber noch nichts entschieden", sagt er. "Aber sollte es so kommen, wäre die Aufgabe nicht leicht."

Erschwert wird die Lage durch den aktuellen Ausfall der Spiele auch aus finanzieller Sicht: "Wir leben von den Zuschauern und den Einnahmen durch unsere Heimspiele - das Geld fehlt uns", erklärt Schindler, der zudem die Busfahrten für lange Auswärtsspiele bereits bezahlt hat. "Und natürlich ist es auch für die Mannschaft eine Katastrophe, sie ist von 100 auf null heruntergefallen", sagt er.

HSG Gedern/Nidda mit drei Abgängen für neue Saison, doch der Trainer bleibt

Ebenfalls ins Stocken geraten sind die Verhandlungen mit den Spielerinnen für die kommende Saison, auch wenn das Gros des Teams bereits mündlich zugesagt hat. Aufgrund der bereits fest stehenden Abgänge der Rückraumspielerinnen Johanna Becker (Karriereende) und Aimée Mitzkat (HSG Hungen/Lich) sowie von Kreisläuferin Jessica Schmeißer (berufliche Pause) geht es für Schindler darum, das Team auch punktuell zu verstärken, um - im schlechtesten Fall - spätestens in der kommenden Saison wieder um die Zweitliga-Aufstieg mitspielen zu können.

Immerhin ist seit vergangener Woche klar: Erfolgstrainer Christian Breiler, der das Team in den vergangenen zehn Jahren von der Landes- in die 2. Liga geführt hatte, bleibt und geht damit nächste Saison bereits in seine elfte Spielzeit im Wetterauer Osten. "Das mit Christian und dem Verein ist mehr als eine vertragliche Vereinbarung. Es ist - wie insgesamt bei uns - familiär geprägt", sagt Schindler. "Ansonsten ist aktuell alles in einem Schwebezustand."

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