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Die Usatal-Halle in Ober-Mörlen verwandelte sich nach den beiden Benefizspielen in eine große Partyzone.

Handball für den guten Zweck

Handball-Benefizspiel der HSG Mörlen wird zum Abend, der in Erinnerung bleibt

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Handballer aus Nah und Fern, ein Hauch Prominenz in der Usatal-Halle und jede Menge bekannte Gesichter. Der Benefizabend der HSG Mörlen war ein voller Erfolg - nicht nur für den guten Zweck.

Schee wars - das, was den Zuschauern am Freitagabend in der Ober-Mörler Usatal-Halle geboten wurde. "HSG Mörlen - Handball und Benefiz 2019" war die offizielle Bezeichnung der Veranstaltung. Ehemalige Spieler der zweiten Mannschaft der HSG hatten den alten Faden ihrer Benefiz-Veranstaltungen wieder aufgenommen und ein Programm zusammengestellt, das einen einzigartigen Abend zur Folge hatte. Da eine gelungene Veranstaltung ohne eine gute Bewirtung wenig erfolgversprechend ist, hatte sich das Organisatoren-Team um Florian Naß und Dirk Marker die Dienste von Dragan Ivanovic vom Restaurant der Usatal-Halle gesichert, und daher eben diese Halle als Handball-Spielstätte reanimiert. Eine gute Entscheidung, denn die im Vergleich zu anderen Sporthallen engen Verhältnisse erwiesen sich förderlich in Bezug auf die Stimmung. Hauptverantwortlich dafür zeigte sich hr 3-Kultmodarator Tobi Kämmerer, der als Hallensprecher fungierte und sich selbst als "Bub vom Land" bezeichnete. In unnachahmlicher Art und Weise brachte er Alt und Jung in Stimmung.

Sportlicher Höhepunkt ist das Spiel der "Promi"-Auswahl gegen die "heimischen Helden"

Stimmen zum Benefizabend

Siggi Steffens (ehemaliger Ober Mörler Bürgermeister, als Handballer in Nieder- und Ober-Mörlen aktiv): "Es war ein toller Spirit in der Halle. Ich denke nicht, dass die Usatal-Halle bei einem Handballspiel schon einmal derart voll war. Das zu erleben ist einfach nur fantastisch." Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): Ich stamme von der Basis, habe als Trainer 1988 mit Oberwiehl in der Verbandsliga angefangen und mich dann schrittweise nach oben gearbeitet. Von daher komme ich immer wieder gerne dorthin. Es ist schön zu erleben wenn geerdete Menschen zusammenkommen, die den Handball tragen. Wenn es dann, wie es hier der Fall ist, einem guten Zweck dient, bin ich immer wieder gerne dabei. Es war toll organisiert. Für mich war es schön, wieder auf alte Bekannte zu treffen, mit denen ich früher zusammen gearbeitet habe." 

Tobi Kämmerer (hr 3-Kultmoderator): "Ich liebe diesen Sport. Bei mir gibt es mehrere Schnittstellen zum Handball. Da ist zunächst einmal Florian Naß, der nicht nur ein Kollege von mir, sondern auch ein guter Freund ist. Mein Sohn spielt in Großwallstadt. Ich verbringe viel Zeit damit, die Jungs mit dem Auto zu ihrem Sport zu fahren. Der Abend zeigt, was man alles auf die Beine stellen kann, wenn man die richtigen Leute dazu hat." 

Nikolai Weber (Torwart TV 05/07 Hüttenberg): "Mein letztes Spiel in der Wetterau muss gewesen sein, als ich im Jahr 2000 nach Wetzlar gewechselt bin. Mit der HSG habe ich seinerzeit bei meinem Heimatverein in Münzenberg ein Spiel bestritten. In Ober-Mörlen habe ich als Jugendlicher auch schon gespielt. Die Atmosphäre ist herzlich, wie früher. Was hier zusammengestellt wurde, ist aller Ehren wert. Mir war völlig klar, hier bin ich dabei, obwohl wir Samstag ein Punktspiel hatten. Wir hatten am Freitag noch Training in Hüttenberg, danach bin ich bin ohne zu duschen ins Auto gestiegen und hierher gefahren."

Dirk Marker (Organisationsteam): "Es war wunderschön. Wen wir gefragt haben, zu helfen, sagte spontan zu. Wir mussten am Ende sogar noch Angebote ausschlagen. Wir sind super stolz, dass unsere Veranstaltung derart angenommen wurde."

Nach mehr als drei Monaten intensiver Vorbereitung konnten es die HSG-ler kaum erwarten, bis um 18.15 Uhr das Spiel zwischen der aktuellen weiblichen A-Jugend und einer Auswahl ehemaliger Jugendspielerinnen angepfiffen wurde. Mehr als 30 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Egal, ob es sich um ehemalige und aktive Spieler und Spielerinnen der HSG oder deren Familienmitglieder handelte: Jeder einzelne war mit großer Begeisterung dabei. Sportlicher Höhepunkt war das Spiel einer Prominenten-Auswahl gegen "heimische Helden", wie Kämmerer den Gegner vorstellte. Es waren ehemalige Handballer der HSG, bei deren Gegner es sich durchweg um die Kinder der Helden handelte. Väter gegen Söhne, für beide sicherlich ein Spiel, dass in der Erinnerung seinen Platz finden wird. Auf Mörler Seite hatten etliche Akteure Erstaunliches auf sich genommen. Ein mittlerweile als Arzt in Darmstadt praktizierender Spieler hatte seinen Dienst verlegt, ein anderer gar Urlaub genommen. Die Anreise erfolgte aus allen Ecken der Republik, und sogar aus Wien. Auch eine am nächsten Tag anstehende Hochzeit war kein Hinderungsgrund, um beim HSG-Familienfest dabei zu sein.

Erlös des Benefizabends geht zugunsten zweier heimischer Organisationen

Kämmerer hatte sich Dirk Marker als fachkundigen Experten an die Seite geholt. Bei kritischen Pfiffen ließ er die Zuschauer entscheiden. Nur einmal versagte dieses System. Glücklicherweise gab es eine Handy-Aufnahme der Szene, die ausgewertet wurde. Bestes Beispiel für die lockere Art Kämmerers Spielkommentierung war der 16. Treffer der heimischen Helden. Naß hatte Sohn Henni per Siebenmeter das Nachsehen gegeben. "Super, dem Bub mal schön die Haare geschnitten", folgerte Kämmerer.

Dass er auch nachdenklicher kann, bewies er in der Halbzeit, als er Renate Hirzmann vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Gießen und Martin Brumpreiksz vom Haus AtemZeit in Wölfersheim intensiv über ihre Arbeit berichteten ließ.

Spielfeld verwandelt sich nach Abpfiff in größte Kneipe Ober-Mörlens

Tobias "Tobi" Kämmerer (l.) im Gespräch mit Organisator Florian Naß.

Nach dem Abpfiff des Spiels, das folgerichtig mit einem 34:34 endete, wurde das Spielfeld innerhalb von Minuten in die größte Kneipe Ober-Mörlens verwandelt. Theken und Tische wurden ebenso aufgebaut wie unterschiedliche Spielstationen. Durch deren erfolgreiche Bewältigung erwarben sich die Zuschauer die Chance, einen der Preise zu gewinnen. Unter den Gästen wurden Björn Seipp, der Geschäftsführer der HSG Wetzlar, Axel Geerken, der Geschäftsführer der MT Melsungen, Heiko Neumann, Moderator und Redakteur beim hr, sowie Kristina Paulenz, Bürgermeisterin in Ober Mörlen, gesichtet.

Es liegt derzeit zwar noch keine genaue Abrechnung vor, aber der Betrag, der den beiden genannten Organisationen gespendet wird, sollte sich - so war zu hören - im Bereich von 5000 Euro bewegen.

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