1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Hajek: »Bereit sein, wenn der Anruf kommt«

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

David Hajek soll den Ausfall von Dan Ringwald kompensieren. Am Montag stand der Tscheche erstmals mit den Roten Teufeln auf dem Eis.
David Hajek soll den Ausfall von Dan Ringwald kompensieren. Am Montag stand der Tscheche erstmals mit den Roten Teufeln auf dem Eis. © Michael Nickolaus

David Hajek hat nicht lange überlegen müssen. Als Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim Interesse signalisiert hatte, packte der Tscheche in Chomutov flugs seine Siebensachen.

In Dresden, wo der 34-Jährige in den letzten beiden Jahren unter Vertrag gestanden hatte, konnte er im Sommer trainieren, musste dann aber seinen Platz räumen, als Kooperationspartner Berlin den Sachsen die noch offene Stelle in der Abwehr kostengünstiger besetzen konnte. »Ich wusste, dass dies passieren konnte. So ist das Geschäft. Jetzt bin ich froh, in Bad Nauheim zu sein«, sagt Hajek. Am Montagabend, nach Hajeks Trainingseinstand mit den Roten Teufeln, hat WZ-Redakteur Michael Nickolaus mit dem Neuzugang gesprochen.

David Hajek, Sie wirken austrainiert. Wie haben Sie die Wochen des Wartens verbracht?

David Hajek: Ich komme aus Chomutov, einer Stadt mit einer sehr großen Eishockey-Tradition. Dort wurde in der Vergangenheit viel gebaut und investiert. Es gibt eine sehr moderne Halle, dazu eine Trainingshalle mit allem, was man braucht. Ich hatte Glück, dass man mir als Einheimischem die Möglichkeit gegeben hatte, jeden Tage auf das Eis zu gehen; entweder mit den Junioren oder auch mal alleine. Das war wichtig. Ich musste fit bleiben.

Sie haben zuletzt zwei Jahre in Dresden gespielt. War die DEL 2 Ihre erste Option?

Hajek: Ja. Ich hatte Angebote aus anderen Ligen Europas, aber ich wollte unbedingt zurück nach Deutschland.

Sie sprechen sehr gut Deutsch.

Hajek: Ich mag Deutschland, habe hier Verwandte und mir deshalb auch sehr viel Mühe gegeben, die Sprache zu lernen.

Bad Nauheim hat Sie als Ersatz für Dan Ringwald bis Jahresende verpflichtet. Wie leben Sie mit dieser zunächst befristeten Zwischenlösung?

Hajek: Ich nehme es, wie es ist und möchte mein Bestes geben, um auch darüber hinaus hierbleiben zu können.

Sie haben in Ihrer Laufbahn fast ausschließlich in Tschechien gespielt und sind erst mit 32 Jahren zum ersten Mal nach Deutschland gewechselt.

Hajek: Ja, richtig. Ich habe meist heimatnah gespielt. Im Jahr 2011 bin ich nach Bratislava in die slowakische Extraliga gewechselt. Das war ein Top-Standort, vergleichbar mit den Eisbären Berlin in Deutschland oder Sparta Prag in Tschechien. Dann war ich ein Jahr in der österreichischen EBEL, aber ich wollte nach Deutschland und erhielt die Möglichkeit, nach Dresden zu gehen. Dort habe ich mich schnell sehr wohlgefühlt.

Sie mussten Dresden im Sommer aber verlassen.

Hajek: Ich wusste, dass es so kommen könnte. Dresden hat die letzte Stelle kostengünstig mit einem überzähligen Spieler der Eisbären Berlin auffüllen können. Das gehört nun mal dazu.

Sitzt man anschließend vor dem Telefon und wartet, dass es endlich klingelt?

Hajek: Natürlich hat man das immer im Kopf. Aber ich habe eine tolle Familie, mit der ich viel Zeit verbracht habe, die für mich da war, wenn die negativen Gedanken kamen. Während dieser Zeit ist mein Vater verstorben, ich hatte die Möglichkeit, mich richtig von ihm zu verabschieden. Das ist mir sehr viel wert. Und dann habe ich trainiert so oft ich es für richtig hielt. Ich musste bereit und fit sein, wenn ein Anruf kommt.

Und zum Einstand geht es nun gleich gegen die Löwen Frankfurt. Hat man Ihnen bereits erzählt, was Sie am Freitag erwarten wird?

Hajek: Ich kann es mir vorstellen. Im letzten Jahr waren wir mit dem Sonderzug aus Dresden hier. Da war eine tolle Atmosphäre im Stadion. Und Derbys an sich haben in Dresden oder Sachsen den gleichen Stellenwert wie hier. Das sind die schönsten Spiele; erst recht, wenn man zu Hause spielen kann.

Auch interessant

Kommentare