+

"Hätten den einen oder anderen Punkt mehr haben können"

  • vonFrank Schneider
    schließen

Der VfB Höchst/Nidder hat sich in der Büdinger Fußball-Kreisoberliga nach 31 Jahren Abstinenz gut eingelebt. Für die Kicker aus dem Altenstädter Stadtteil ist das Fußballjahr 2020 im bestmöglichen Sinne positiv verlaufen -

Für viele ist das Jahr 2020 aufgrund von Corona schlichtweg eines zum Vergessen. Auf den VfB Höchst/Nidder trifft dies zumindest in sportlicher Hinsicht nicht zu. Erstmals seit 31 Jahren ist der Verein aus dem Altenstädter Stadtteil wieder in der Fußball-Kreisoberliga Büdingen vertreten.

Die erste Zwischenbilanz für den Aufsteiger fällt ordentlich aus. Wäre jetzt Schluss, hätte das Team von Spielertrainer Christopher Knoblauch den angepeilten Klassenerhalt in der Tasche. "Es gab einige knappe Niederlagen. Wir hätten den einen oder anderen Punkt mehr haben können, doch unter dem Strich sind wir zufrieden", sagt Hans-Wilhelm Hornung, der seit nunmehr 13 Jahren an der Vereinsspitze des VfB steht. In Zahlen ausgedrückt: Mit zwölf erreichten Punkten nimmt die Knoblauch-Elf nach zehn absolvierten Spieltagen den neunten Tabellenplatz ein.

Wann Spiel elf ausgetragen wird, steht derweil in den Sternen. Wie schon im Frühjahr zwingt derzeit erneut ein "Lockdown" die Amateurfußballer in eine Warteschleife, deren Ende nicht absehbar ist. "Wir hätten gerne in diesem Jahr noch zwei bis drei Spiele gespielt. Zum einen wäre dann die Vorrunde fast absolviert, zum anderen haben sich alle Vereine in den zurückliegenden Wochen streng an die Hygienevorschriften gehalten", erklärt Hornung. Allerdings, so betont der Vorsitzende, genieße die Gesundheit aller Beteiligten absolute Priorität.

Unterbrechung "Frage der Zeit"

"Aufgrund der ständig steigenden Fallzahlen war die Unterbrechung der Runde ja nur eine Frage der Zeit", gibt Hornung zu Protokoll. Sein Trainer pflichtet ihm bei, auch er hält die aktuelle Unterbrechung für richtig. "Es ist keine normale Saison. Die organisatorischen Abläufe und Hygienekonzepte, die jeder Verein und Spieler einhalten muss, bedeuten vor jedem Heimspiel einen großen zeitlichen Mehraufwand, da kann man sich bei den Verantwortlichen nur bedanken", sagt Christopher Knoblauch. "Es wurden mehr Helfer benötigt, für die dann sechs, sieben Stunden Aufenthalt auf dem Sportplatz keine Seltenheit waren", ergänzt Hornung.

Die Entwicklung beim VfB Höchst/Nidder ist ungeachtet dessen beachtlich. Vor Jahren noch als Fahrstuhlmannschaft zwischen der A- und B-Liga bekannt, hat sich der Club durch kontinuierlich gute Arbeit zu einer richtig guten Adresse im Fußballkreis entwickelt. Infrastrukturell hat sich in den vergangenen Jahren bei den Höchstern mit diversen Umbaumaßnahmen einiges getan. Die intakte Vereinsgemeinschaft und Kameradschaft spiegelt sich in zahlreichen Aktivitäten abseits des Spielfelds wider. Nur zwei Jahre nach dem Aufstieg in die Kreisliga A Büdingen im Jahr 2018 stießen die Höchster Fußballer in diesem Sommer die Tür zur Kreisoberliga auf. Dem Spitzenreiter der A-Liga war bei der Wertung der wegen der Pandemie abgebrochenen Saison der erste Platz sicher. Gerne will sich der VfB in der höchsten Spielklasse des Kreises etablieren und dabei eingeschlagene Pfade nicht verlassen. "Wir können und wollen keine Summen für Fußballer hinlegen", verdeutlicht Vereinschef Hornung, dass es in seinem Verein weiterhin auf den Schienen Geselligkeit und Kameradschaft gefahren werden soll.

Überschüssige Einnahmen sollen nachhaltig investiert werden. Als nächstes Projekt plant der Vorstand die Umrüstung des Flutlichts in einen energiesparenden LED-Betrieb. "Die Spieler tragen diesen Kurs voll mit", berichtet Hans-Wilhelm Hornung stolz.

Im dank zahlreicher Neuzugänge breiter aufgestellten Kader sieht Spielertrainer Knoblauch aktuell ein großes Plus. "Mit dem Aufstieg in die Kreisoberliga war uns bewusst, dass wir uns auf einigen Positionen breiter aufstellen müssen, um auch Ausfälle kompensieren zu können", teilt er mit. Und Wechsel gab es gezwungenermaßen häufig. "Ich bin mir sicher, wenn die Rotation sich in Grenzen gehalten hätte, hätten wir den einen oder anderen Punkt mehr", denkt Knoblauch. Dass seine Mannschaft in keinem einzigen Spiel der höchsten Büdinger Spielklasse klar unterlegen war, wertet er als positiv.

Ebenso die starke Trainingsbeteiligung und die gute Einstellung seiner Jungs. "Alle Spieler haben sich mit allen Mitteln in den Dienst des Vereins und Mannschaft gestellt", betont Christopher Knoblauch. Mit dem Pokal-Coup beim Titelanwärter SV Seemental und dem Derbyheimsieg gegen die FSG Altenstadt erwischte der Neuling auch gleich einen prima Start. "Unser Ziel in der Rückrunde wird sein, einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erreichen und den einen oder anderen Favoriten zu ärgern", blickt Knoblauch auf den noch zu absolvierenden Spielplan bis Rundenende.

Der Defensivspieler hofft trotz Corona auf eine baldige Rückkehr auf den Platz. "Ich wünsche mir, das wir im Februar wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen können und im März wieder mit der Punktrunde", so Knoblauch abschließend. FOTO: VfB Höhst

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare