Ironman Frankfurt

Das haben sich die Wetterauer Athleten für den Ironman Frankfurt vorgenommen

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Am Sonntag lockt der Ironman Frankfurt wieder die Stars der Triathlon-Szene in die Region. Mittendrin sind auch sieben Wetterauer Athleten, die sich ganz eigene Ziele für das Rennen gesetzt haben.

Ironman European Championsip: Eine ganze Region ist am Sonntag im Fieber, der Hessische Rundfunk berichtet stundenlang live, in der Wetterau und im Taunus sind Dutzende Straßen wegen der Radstrecke gesperrt – und natürlich sind die deutschen Stars auf der Triathlonbühne wieder im Fokus. Dennoch gehen auch zahlreiche Altersklassenathleten aus der Wetterau über die Ironman-Strecke von 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen an den Start. Mit dabei sind zwei Hände voll Athleten, die in den beiden im Kreis ansässigen Vereinen Triathlon Wetterau und Fun-Ball Dortelweil organisiert sind. Wir stellen sie vor, ehe sie am Sonntagmorgen um 6.30 Uhr in den Langener Waldsee springen:

Sebastian Felix Girg: Der 42-jährige Orthopäde Sebastian Felix Girg wurde am 24. Juni Deutscher Triathlonmeister der Ärzte und Apotheker und möchte es in Frankfurt endlich wissen. Für den Butzbacher mit der Startnummer 1768 geht es das erste Mal über die lange Strecke in der Region. "Ich möchte unter zehn Stunden durch den Zielkanal am Frankfurter Römer laufen", sagt Girg. "Und wenn ich dann noch die Hawaii-Quali in der Tasche habe, umso besser." Mit einer Bestzeit von 10:00:41 Stunden, aufgestellt beim Ironman Zürich 2009 hat Girg also noch eine Rechnung mit der Langdistanz offen. Dass er ein talentierter Läufer ist, beweist seine Marathonbestzeit von 2:47 Stunden. Am 10. Juni finishte der M 40er auf der Triathlon-Mitteldistanz in Ingolstadt in 4:24 Stunden als Neunter der M 40.

Nadine Schmidt: Sie weiß erst seit zehn Tagen, dass sie am Sonntag in den Langener Waldsee springen wird. Die 32-jährige Zollbeamtin hat ihren Startplatz bei der Mainova gewonnen und im entsprechenden dunkelblauen Outfit wird sie mit der Startnummer 1012 auf ihrem Fahrrad sitzen. "In den bisherigen Wettkämpfen, die alle eher kurz waren, hat sich eine gute Schwimm- und Radform abgezeichnet", sagt Schmidt. Die Butzbacherin war im Winter lange verletzt und konnte nicht laufen. "Ob ich einen kompletten Marathon durchlaufen werde, muss ich am Sonntag nach körperlicher Verfassung entscheiden." Schmidt finishte im vergangenen Jahr deutlich unter elf Stunden, geht aber in diesem Jahr ohne Erwartungen an den Start. "Ich möchte Spaß haben und hoffe auf einen schönen Wettkampftag. Ob ich durchlaufen kann, wird sich auf den vier Laufrunden am Main entscheiden."

Athleten von Triathlon Wetterau: Marco Dohle mit der Startnummer 1182 startet bereits zum dritten Mal vor seiner Haustür. Der Intensivpfleger an der Kerkhoffklinik möchte seine Zeit von 9:55 Stunden knacken. Vor seiner Triathlonlaufbahn spielte Dohle 20 Jahre Fußball, bis ein Kreuzbandriss dem jäh ein Ende setzte. Er hat sich mit Alexander Liebert im Frühjahr eine Woche lang auf Mallorca mit zahlreichen Höhenmetern auf das Rennen vorbereitet. Liebert trägt am Sonntag einen blau-grünen Einteiler und startet zum zweiten Mal am Main. Der Fachinformatiker hat zwei Wettkämpfe über die Olympische Distanz im Vorfeld bestritten und die Nummer 1266.

Christian Oppler schließlich ist der fünfte Starter vom Triathlon Wetterau. Für ihn ist es am Sonntag die Premiere. Oppler trainierte strikt nach Plan, was ihn mit einem wöchentlichen Trainingspensum von 19 Stunden sowohl familiär als auch beruflich an die Grenze brachte. Der Abteilungsleiter einer Gartenbaufirma ist seit vier Jahren im Triathlon dabei und hat zwei Ironman 70.3, also die Hälfte der Distanz, bestritten. "Mein Ziel ist es einfach, unter zwölf Stunden über den roten Teppich zu laufen", sagt der 35-Jährige.

Athleten des SV Fun-Ball Dortelweil: Vier Athleten vom Fun-Ball Dortelweil werden am Sonntagmorgen im Rolling Swim-Start in den Langener Waldsee springen: Für keinen ist es der erste Start. Jens Hanke (2599) profitierte hinsichtlich seines Trainings von einer beruflichen Freistellung von Februar bis Mai. Der Projektmanager im IT-Bereich ist bereits vor seiner Hinwendung zum Triathlon Mountainbike- und 24-Stundenrennen gefahren, war als Kind im Schwimmverein und betrieb Kampfsport. "Mir gefällt der Eventcharakter der Großveranstaltung und wenn ich unter 11:24 Stunden finishe, wäre das super", sagt der 50-Jährige. Mehran Farasaty baut das zeitintensive Training in seinen beruflichen Alltag als Urologe ein: "Ich laufe hin oder zurück zu meiner Praxis, das sind ungefähr 15 Kilometer", sagt Farasaty. Dort hat er dafür extra eine Dusche einbauen lassen. An den Wochenenden klingelt der Wecker früh, sodass das Trainingspensum abgespult wird, bevor die Familie aufwacht. Im Winter ging es vermehrt auf Spinning-Rad oder Mountainbike. Farasaty möchte unter 11:10 Stunden bleiben. Axel Keuneke geht es vor allem um den Spaß am Ausdauersport. Der Projektmanager fährt beispielsweise mit dem Rad 42 Kilometer zur Arbeit. Nach 15-jähiger Pause startet er zum zweiten Mal über die 226,225 Gesamtkilometer. Bevor der 52-Jährige den Triathlon für sich entdeckte, war er im Tennis und Volleyball unterwegs. Karsten Kannenberg startet genau wie seine Vereinskollegen im hellblauen Vereinseinteiler und kann auf einige Top Ten-Platzierungen in der 1. Seniorenliga blicken.

Info

Das muss man über den Ironman Frankfurt wissen

Der Ironman Germany mit Ziel in Frankfurt findet seit 2002 jedes Jahr im Juli statt. Das Rennen über mehr als 226 Kilometer im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß fungiert außerdem als Ironman-Europameisterschaft und ist Qualifikationswettbewerb für die bekannten Ironman World Championship in Kailua-Kona auf Hawaii. Das Frankfurter Rennen hatte seinerzeit die ausgelaufene Lizenz vom Ironman Europe in Roth in Mittelfranken übernommen. Den Streckenrekord in Frankfurt erhält übrigens Olympiasieger Jan Frodeno mit 7:49:48 Stunden.

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