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Thorsten Bastian Verbandsfußballwart

»Habe das Herz des Fußballs kennengelernt«

  • Philipp Keßler
    VonPhilipp Keßler
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(phk). Der Rockenberger Thorsten Bastian ist der neue Verbandsfußballwart des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). In der einzigen Kampfabstimmung des Verbandstages setzte er sich gegen Matthias Bausch (Waldbrunn) durch. Anschließend legte der 57-Jährige sein Amt als Friedberger Kreisfußballwart und als Frankfurter Regionalbeauftragter nieder. Seine Nachfolger müssen noch gewählt werden, für den Fußballkreis Friedberg übernimmt Bastians Stellvertreter Lars Osadnik (Echzell) die Amtsgeschäfte.

Im Interview am Tag danach spricht er über seine Wahl, seine ersten Aufgaben und seine Verbundenheit zum Amateurfußball in der Wetterau.

Herr Bastian, erst kurz vor dem Verbandstag hat der ehemalige stellvertretende Verbandsfußballwart Matthias Bausch seine Kandidatur bekannt gegeben, nun haben Sie gewonnen. Wie blicken Sie auf die Wahl?

In einem demokratischen Prozess ist es völlig legitim, dass es auch Gegenkandidaten gibt. Und grundsätzlich ist ja auch positiv, wenn es mehr als einen Kandidaten für ein Ehrenamt gibt. Am Ende haben die Delegierten in einer geheimen Wahl entschieden. Ich hatte vorher keine Vorstellung, wie das Ergebnis sein würde. Was ich gut fand, war, dass es trotz Kampfkandidatur und den Diskussionen im Vorfeld keine persönlichen Angriffe gab, denn so etwas brauchen wir im Ehrenamt nicht.

Wie haben Sie den Verbandstag - erstmals im Stadion des FSV Frankfurt und nicht in der Sportschule Grünberg ausgerichtet - insgesamt erlebt?

Unter Corona-Bedingungen war es natürlich ein besonderer Verbandstag und eine Herausforderung für alle. Mein Dank gilt vor allem den Verantwortlichen des FSV Frankfurt und den Mitarbeitern unserer Geschäftsstelle, für die die Organisation alles andere als einfach war. Auch wenn der Vizepräsident Thorsten Becker dankenswerterweise die Anträge zügig abgearbeitet hat, war es mit sieben Stunden ein langer Tag, der aber auch wichtig war, weil neue Maßstäbe gesetzt wurden.

Welche Aufgaben müssen aus Ihrer Sicht nun angegangen werden?

In der neuen Legislaturperiode wird es vorwiegend um die Reform der HFV-Binnenstruktur und der Spielklassen gehen. Das ist aus meiner Sicht in den kommenden drei Jahren entscheidend. Als Erstes müssen wir nach der Wahl des neuen Regionalbeauftragten für Frankfurt aber erst einmal die konstituierende Sitzung des Verbandsspielausschusses machen, in dem weitere Richtlinien für die kommenden Jahre abzustecken sind.

Wie sehen Sie den Verband aufgestellt?

Das Präsidium ist gut aufgestellt. Dass es bei vielen Ämtern Kontinuität gibt, ist aus meiner Sicht ein gutes Zeichen. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie wird die herausragende Aufgabe die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs sein. Wir können uns aus meiner Sicht keinen erneuten Saisonabbruch leisten, weil ich dann um Spieler, Ehrenamtliche und Funktionäre fürchte - und dann könnte es für uns alle sehr schwierig werden.

Welche Probleme gibt es Ihrer Meinung nach noch?

Wir müssen uns intensiv damit beschäftigen, dass wir in Zukunft weiter genügend Schiedsrichter haben, denn ohne Schiedsrichter gibt es am Ende auch keinen Fußball. Dafür ist es nötig, das Bild der Referees in den Vereinen und in der Öffentlichkeit zu verbessern. Der Schiedsrichter gehört als 23. Mann auf dem Platz dazu. Hier bin ich mit unserem Verbandsschiedsrichterobmann auf einer Linie und werde mit meinem Hintergrund als ehemaliger Schiedsrichter auch alles im Rahmen meiner Möglichkeiten tun.

Sie haben Ihre Ämter im Fußballkreis Friedberg und in der Region Frankfurt bereits am Samstagabend wie angekündigt niedergelegt. Wie blicken Sie auf diese Zeit?

Für mich war es eine schöne Zeit so nah an der Basis, ich habe viele persönliche Freundschaften geschlossen und werde dem Wetterauer Fußball sicher eng verbunden bleiben, denn hier habe ich das Herz des Fußballs, die Sorgen und Nöte der kleinen Vereine, kennengelernt. Das hat mir in den vergangenen neun Jahren riesigen Spaß gemacht. Ich werde in jedem Fall die Möglichkeit nutzen und mich beim außerordentlichen Kreisfußballtag bei den Vereinen noch einmal persönlich verabschieden, und man wird mich, wenn es meine Zeit zulässt, sicher auch immer mal wieder auf dem einen oder anderen Sportplatz in der Wetterau sehen. Aber natürlich freue ich mich jetzt auch auf meine neue und, wie ich finde, sehr schöne Aufgabe, die Verantwortung für den Spielbetrieb in ganz Hessen zu tragen. Da gehe ich mit großem Elan dran. FOTO: KESSLER

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