1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Gutes erstes Viertel reicht dem FCO nicht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Da ist die Fauerbacher Welt noch in Ordnung: Der FCO-Torjubel nach dem 1:0.
Da ist die Fauerbacher Welt noch in Ordnung: Der FCO-Torjubel nach dem 1:0. © Nicole Merz

Aufstiegsspiel zur Fußball-Verbandsliga Süd: FC Olympia Fauerbach unterliegt dem FC Fürth vor 1000 Zuschauern auf dem Elachfeld mit 2:5.

Der Schlusspfiff auf dem Elachfeld war ertönt, da trennten sich die Spieler beider Mannschaften zügig. Fauerbachs Akteure lagen schnell am Boden, hatten zumeist das Trikot in den Armen und starrten auf den Rasen. Trainer Matthias Tietz klatschte ab, munterte seine Mannen wieder auf. Die Fürther dagegen machten sich auf in die hinterste Ecke des Rasenplatzes. Dort wurden sie lautstark empfangen von ihren Anhängern. Jubel, Laola, Aufstiegsparolen. Und das alles in Rot, denn die Gästefans hatten sich alle in der Vereinsfarbe gekleidet. Noch lange nach dem Schlusspfiff saßen die Odenwälder dort im Schatten und feierten ihren Coup. Mit 2:5 (1:1) hatte der FCO Fauerbach das erste Aufstiegsspiel zur Verbandsliga Süd gegen den FC Fürth verloren und braucht nun am Sonntag dringend einen Sieg in Großkrotzenburg, um noch im Rennen zu bleiben.

Das Fazit nach 90 fairen Spielminuten vor rund 1000 Zuschauern: Fauerbach hatte gut begonnen, war nach zehn Minuten durch Andreas Baufeldt in Führung gegangen und hatte bis etwa zur 25. Minute die Partie im Griff. Doch spätestens nach dem 1:1-Ausgleich hatten die Gäste das Zepter übernommen und bogen nach der Halbzeit auf die Siegerstraße ein. Eine Großchance zum 2:2 hatte Fauerbach noch durch Marc Witte (68.) – viel mehr brachten die Wetterauer nach der Pause nicht zustande. Das zweite FCO-Tor von Florian Müller zum 2:4 entfachte kurzzeitige Hoffnung, kam aber letztlich zu spät.

Richtig enttäuscht zeigte sich Fauerbachs Trainer Matthias Tietz: »Da war deutlich mehr drin. Ich hatte Fürth insbesondere spielerisch stärker erwartet. Leider haben wir Fehler gemacht, die wir in der gesamten Saison selten bis gar nicht gemacht haben«. Nun werde er sich bestmöglich über Großkrotzenburg informieren (»bis gestern hatte ich nur Fürth im Kopf«), um dort am Sonntag wieder anzugreifen. Bester Laune war freilich Frank Haidinger, der Erfolgstrainer der Odenwälder. Vor der Saison ohne Aufstiegsambitionen gestartet, steht er mit den Südhessen nun kurz vor der Rückkehr in die Verbandsliga Süd.

»Der Rasen war natürlich schwer zu bespielen. Die ersten 20 Minuten waren wir nicht im Spiel, haben unglücklich mit 0:1 zurückgelegen. Das 1:1 war dann der Dosenöffner. Dann waren wir effektiv«, erklärte Haidinger.

Überhaupt waren die Rahmenbedingungen auf dem Elachfeld perfekt. Der FCO hatte mehrere Getränkestationen eingerichtet und war auf 1000 Zuschauer vorbereitet – die auch vor Ort waren (rund 250 aus Fürth) und dem Verein eine feine Zusatzeinnahme bescherten. Der FCO-Vorsitzende Michael Richly bilanzierte. »Natürlich wollen wir sportlich das Maximale erreichen. Aber wenn es nicht klappt, geht die Welt nicht unter. Und heute hatten wir von den Rahmenbedingungen her ein tolles Event.«

Fauerbach begann engagiert und hatte Glück, mit der ersten echten Chance in Führung zu gehen. Oberschelps schneller und weiter Einwurf landete beim enteilten Andreas Baufeldt, der mit einem gefühlvollen Heber den zu weit vor seinem Kasten stehenden Pascal Schmitt überraschte – 1:0 (10.

). Wischtak (15./rutschte weg) und Baufeldt (25./Schmitt parierte) hatten danach kleinere Möglichkeiten zum 2:0, ehe der FCO die Partie aus der Hand gab. Ihrig warnte die Olympianer zunächst mit einem 25-Meter-Schuss (27./knapp vorbei), ehe Florian Kneissls Aufsetzer aus eben dieser Entfernung hinter Dominik Roos einschlug (1:1/33.). Fauerbach wirkte geschockt und konnte durch vereinte Rettungsaktionen (abgeblockt, Roos, klärte, Kneissl traf den Ball nicht richtig) bis zur Pause mit etwas Glück das 1:1 halten.

In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste immer besser in Fahrt, begünstigt durch immer weniger Gegenwehr der Olympianer. Ein Mann wurde dabei zum FCO-Alptraum: Christopher Ihrig. »Der vergibt sonst gerne viele Chancen«, sagte ein Fürther Anhänger, der die Treffsicherheit seines Stürmers kaum glauben konnte. Doch am gestrigen Tag machte er alles richtig. Noch ein Haken vor dem coolen Abschluss zum 1:2 (58.

), den Kopf am kurzen Pfosten nach einer Ecke hingehalten (1:3/72.), aus zehn Metern unbedrängt eingeschoben (1:4/78.) und eine Flanke direkt verwandelt (2:5/92.) – Ihrigs Viererpack war der Knockout für die Gastgeber.

FCO Fauerbach: Roos – Hues, Atkinson, Balaj, Sarkisjan – Walther, Müller – Wischtak (66. Witte), Idic (73. Tosunoglu), Oberschelp – Baufeldt (80. See).

FC Fürth: Schmitt – Serdar, Diefenbach, Zingle, Bauer – Bachert, Eckert (78. Zeiss), Landzettel, Braune (68. Kaffenberger) – Ihrig, Kneissl (85. Kemanci).

Steno: Tore: 1:0 (10.) Baufeldt, 1:1 (33.) Kneissl, 1:2 (58.) Ihrig, 1:3 (72.) Ihrig, 1:4 (78.) Ihrig, 2:4 (82.) Florian Müller, 2:5 (92.) Ihrig. – Schiedsrichter: Julius Martenstein (Marburg). – Zu.: 1000. Michael Wiener

Auch interessant

Kommentare