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Thomas Brendel, Ex-Spieler und nun Trainer und Sportlicher Leiter beim FSV Frankfurt, zeigt es seinen Spieler an: Der Weg des Traditionsklubs vom Bornheimer Hang soll nach zwei schwierigen Jahren wieder in ruhigere Fahrwasser führen.

Guter Dinge für neue Saison

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(mh). Thomas Horn war sichtlich angetan. "Das könnte was werden, da wächst was zusammen", sagte der Aufsichtratsvorsitzende des Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt am Sonntagvormittag, als die Bornheimer bei der offiziellen Saisoneröffnung ihre neue Mannschaft den knapp 400 erschienenen Anhängern bei Bier, Bratwurst und einem Showtraining präsentierten. Am Tag zuvor hatte es sich Horn nicht nehmen lassen, ins fränkische Grünsfeld zu reisen, wo die Frankfurter wie schon in ihren fünf Testspielen zuvor eine vielversprechende Leistung boten und den Drittligisten Kickers Würzburg nach Treffern von Vito Plut, Denis Mangafic und Nestor Djengoue mit 3:1 besiegten.

Was Horn, der dem FSV seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist und finanziell immer wieder aus der Patsche half, noch mehr freuen dürfte: In der am 27. Juli beginnenden Saison in der Regionalliga Südwest - die Bornheimer starten mit einem Heimspiel gegen die TSG Balingen - muss der selbstständige Malermeister nicht mehr das Portemonnaie aufmachen, um Lücken im Etat zu stopfen. Ohne die Unterstützung Horns und die des Präsidenten Michael Görner hätte der langjährige Zweitligist, der im April 2017 bekanntlich einen Insolvenzantrag stellen musste, die vergangenen beiden Jahre in Deutschland vierthöchster Spielklasse nicht überlebt.

Im Sommer 2019 hingegen steht der Stadtteilklub nun wieder auf eigenen Beinen. "Nach dem Ende des Insolvenzverfahrens und dem Schließen vieler Baustellen hat sich die Situation entspannt. In dieser Saison können wir unseren Etat durch den guten Zulauf an Sponsoren ohne signifikante private Zuflüsse decken", erklärte Görner, der den Personaletat auf knapp unter 800 000 Euro bezifferte. Damit sind die Bornheimer im Vergleich zu Clubs wie Saarbrücken, Elversberg, Homburg, Steinbach Haiger und Kickers Offenbach, die zwischen 2,5 und vier Millionen Euro in ihr spielendes Personal investieren, aber nur ein Leichtgewicht.

Ohne Ambitionen gehen die Frankfurter, die in den vergangenen beiden Spielzeiten lange in den Abstiegskampf verstrickt waren, allerdings nicht in die neue Saison. "Wir wollen eine andere Mentalität auf dem Platz zeigen und die Zuschauer wieder mit offensiverem Fußball begeistern. Und vielleicht können wie ja sogar die Rolle der Überraschungsmannschaft übernehmen", erhofft sich Görner eine Leistungssteigerung der von Thomas Brendel neu zusammengestellten Mannschaft. Der ehemalige Stürmer der Bornheimer, seit April dieses Jahres Cheftrainer und Sportlicher Leiter des FSV Frankfurt in Personalunion, hatte seinem Team bereits im Endspurt der abgelaufenen Saison ein offensivere Spielweise als unter seinem Vorgänger Alexander Conrad verordnet - was letztlich ausschlaggebend dafür war, dass die Bornheimer nicht in die fünftklassige Hessenliga abstürzten.

Den Mut zur Offensive will Brendel natürlich auch in der neuen Spielzeit nicht ablegen. "Die Mannschaft hat das bis jetzt sehr gut umgesetzt, was wir ihr taktisch vorgeben haben. Außerdem hat sie in der Vorbereitung sehr gute Ergebnisse erzielt", sagte Brendel am Sonntag, bevor das neue Team den Fans präsentiert wurde. Allen voran die sieben Neuzugänge Muhamed Alawie (SV Elversberg), Timo Kunert (TSV Steinbach Haiger), Mischa Häuser (Eintracht Frankfurt), Jeonghui Cho (Spvg. Solingen), die aus der A-Juniorenmannschaft aufgerückten Emir Sejdovic und Robin Williams sowie Mirco Born, der am Tag zuvor vom SV Sandhausen an den Bornheimer Hang gewechselt war. Der 25 Jahre alte Außenbahnspieler stand seit 2017 bei dem Zweitligisten unter Vertrag und war in der abgelaufenen Saison an den Drittligisten SV Meppen ausgeliehen worden. Verpflichtet werden sollen nun noch ein Linksverteidiger sowie ein Mann für das zentrale Mittelfeld.

Verlassen haben die Bornheimer insgesamt zehn Spieler: Patrick Huckle (1. CfR Pforzheim), Marco Koch (FC Gießen), Christoph Becker (Astoria Walldorf), Kamil Tyminski (VfR Aalen), Andreas Pollasch (BFC Dynamo Berlin), Alexander Aschauer (Normannia Gmünd), Robert Schick (Bayern Alzenau), Valentino Vujinovic (zurück zum Karlsruher SC/war ausgeliehen) sowie Benedict Rose und Jesse Sierck (beide unbekanntes Ziel).

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