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Jan Guryca verpflichtet

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(mn) Der EC Bad Nauheim hat einen deutschen Torwart verpflichtet. Vom DEL-Klub Straubing kommt Jan Guryca. Für den 31-jährigen Familienvater schließt sich damit der Kreis.

Im Sommer 2003 hatte das Eigengewächs die Roten Teufel verlassen, kam für die Zweitligisten Bremerhaven und Regensburg sowie den Oberligisten Schweinfurt zum Einsatz - zumeist als Nummer zwei. Seit 2010 steht der Linksfänger bei den Gäubodenstädtern unter Vertrag; stets im Schatten einer Nummer eins aus Nordamerika. Am kommenden Montag wird Jan Guryca, Sohn von VfL-Legende Ivan Guryca, in Bad Nauheim erwartet und zeitnah den Platz von Thomas Ower einnehmen. Der Aufstiegsheld des letzten Winters quält sich seit Wochen mit Hüft-Problemen und soll nun Zeit zur Genesung bekommen.

»Thomas hatte sich immer wieder in den Dienst der Mannschaft gestellt und verdient dafür höchsten Respekt. Es ist sicher außergewöhnlich, mit einer solchen Verletzung zu spielen. Da ihm zu einer Operation geraten wurde, die zu einem längerfristigen Ausfall führen wird, mussten wir handeln«, sagt RT-Geschäftsführer Andreas Ortwein. Vor rund zwei Wochen schon hatten die Klubs aus Bad Nauheim, Straubing sowie Jan Guryca Einigung erzielt, sollten die Tigers einen Stellvertreter finden. Vom Oberligisten Chemnitz konnte nun Sebastian Staudt verpflichtet werden.

In seiner vierten Saison in Straubing kam Guryca auf bislang lediglich drei Einsätze, im Vorjahr kam der Keeper auf zwei Playoff-Partien, war in der Hauptrunde ohne Bewährungschance geblieben. Aus den Jahren 2010/11 und 2011/12 stehen elf beziehungsweise 21 Spiele in der Statistik des 1,80 Meter großen und 83 Kilogramm schweren Schlussmanns, der nach seinen Einsätzen meist positive Kritiken erhielt, allerdings auch selten über einen längeren Zeitraum als Nummer-eins-Goalie gefordert war.

»Jan hat uns über das Angebot der Roten Teufel informiert, und wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen, für den Fall, dass wir eine Alternative finden«, sagt Jason Dunham, der sportliche Leiter der Straubing Tigers.

Die »deutsche Lösung« auf der Torwart-Position gewährt RT-Trainer Frank Carnevale zugleich größeren Handlungsspielraum auf der Suche nach einem Verteidiger, der mutmaßlich eine Kontingentstelle belegen dürfte; Bad Nauheim würde dann die sechste von sieben möglichen Ausländerlizenzen vergeben. Nach den längerfristigen Ausfällen von Chris Heid, Daniel Ketter und zuletzt Dan Ringwald haben die Roten Teufel vor ihrer Termin-Hatz mit elf DEL 2-Spielen binnen 28 Tagen gerade vier Abwehrspieler im Kader.

RT-Trainer Frank Carnevale hatte aus diesem Grund auf das Coaching der Mannschaft beim Hessen-Cup-Spiel in Kassel am Dienstagabend verzichtet und die Nachmittags- und Abendstunden damit verbracht, auf dem nordamerikanischen Spielermarkt zu recherchieren. Mit 5:4 nach Penaltyschießen siegten die Roten Teufel bei den Nordhessen; eine Überraschung. Neben dem verletzten Abwehr-Trio sowie Stürmer Dennis Reimer hatten sich Ower, Sean McMonagle (beide angeschlagen), Taylor Carnevale, Matt Beca, Patrick Strauch, Harry Lange und Kevin Lavallee diese Fahrt an die Stätte des Triumphes vom 21. April diesen Jahres nicht angetreten. Ergänzt wurde der Rumpfkader durch die Junioren Goran Pantic, Daniel Schindler, Maximilian Spöttel, Kevin Napravnik und Dion Müller sowie Oliver Dam, der per Förderlizenz aus Schweinfurt dazugestoßen war. Den Hessen-Cup wird Bernhard Sturm, der Eishockey-Obmann des Hessischen Eissport-Verbandes im Rahmen eines RT-Heimspiels im Januar offiziell überreichen.

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