Guryca im Fokus

(mn/sth) Der EC Bad Nauheim fährt im Kampf um ein Playoff-Ticket in der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit seinen Anhängern Achterbahn.

Nach der 1:4-Niederlage in Rosenheim am Freitag haben die Roten Teufel am Sonntag durch einen 3:1 (0:1, 1:0, 2:0)-Erfolg gegen die Ravensburg Towerstars den Anschluss zu den Lausitzer Füchsen wieder hergestellt und können mit einem Dreier am Dienstag im Nachholspiel in Kaufbeuren bis auf einen Zähler heranrücken. 2267 Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion feierten den dritten Heimsieg in Folge - und auch diesmal rückte Torwart Jan Guryca nach Spielende in den Fokus der Feierlichkeiten. "Zehn bis 15 Minuten haben wir überhaupt kein Gegenmittel gefunden. Guryca hat uns im Spiel gehalten, und durch den Ausgleich sind wieder zurückgekommen", resümierte RT-Interimstrainer Daniel Heinrizi und wertete den Erfolg als "verdient aufgrund des letzten Abschnitts." Petri Kujala bemängelte auf der Gegenseite die "Ungeduld, nachdem wir 30 Minuten sehr gut gespielt haben."

Der erste Abschnitt ließ wenig Gutes erahnen. Da wurden die Oberschwaben ihrer Favoritenrolle gerecht und konnten die Roten Teufel, die in einem anfangs sehr temporeichen Spiel um die Balance zwischen Forechecking und Defensivarbeit bemüht waren, phasenweise in deren Drittel einschnüren, ohne in letzter Konsequenz den Abschluss zu suchen. Auf der Gegenseite traf Harry Lange mit einer der ganz wenigen klaren Torchancen die Latte (in Unterzahl). Turbulent wurde es in der 15. Minute: In Unterzahl erwischte Patrick Strauch seinen Gegenspieler mit dem hohen Stock und musste duschen gehen. Obendrein verließ auch Taylor Carnevale die Mannschaftsbank flotten Schrittes in Richtung Kabine. Von Rückenproblemen des Top-Scorers wurde hinterher gesprochen. Die taktische Vier-Reihen-Variante musste über den Haufen geworden werden, vielmehr agierten die Gastgeber fortan auch noch mit nur fünf Verteidigern. Goran Pantic blieb - von einem grippalen Infekt geplagt - nun draußen, auch Jan-Niklas Pietsch blieb aufgrund einer Fußprellung gänzlich ohne Eiszeit.

Gesprächsstoff lieferte fünf Sekunden vor dem Ende der seltene Trikottausch von Ravensburg Justin Kelly mit Mitspieler Yannik Baier, was die Gastgeber bereits einen Protest wegen unkorrekter Ausrüstung in Erwägung ziehen ließ. Ab der zweiten Drittelpause lief Kelly dann mit dem inzwischen dritten Dress auf - diesmal "namenlos".

Ravensburg hatte auch hier mehr vom Spiel, die klaren Möglichkeiten erkämpfte Bad Nauheim. Zunächst durch Sven Schlicht (27./von Oppolzer bedient), dann durch Michael Dorr (29.) und Kyle Helms (33.). In der 36. Minute erinnerte Dorr dann an seine Playoff-Auftritte im Colonel-Knight-Stadion (damals noch im Trikot des EHC Klostersee). In Unterzahl lief der US-Amerikaner seinem Gegenspieler davon, umkurvte Christian Rohde und erzielte den zu diesem Zeitpunkt eher schmeichelhaften Ausgleich.

Den letzten Abschnitt eröffnete Mitch Versteeg. Mit einem echten "Hammer", seinem ersten RT-Treffer, erzielte der Kanadier bei einem Konter die Führung der Roten Teufel, denen zwei Hinausstellungen gegen die Gäste in die Karten spielten. Am Ende war der Kräfteverschleiß auf beiden Seiten zu erkennen, und als Ravensburg 71 Sekunden vor dem Schluss den Torwart bereits vom Eis genommen hatte, traf Matt Beca mit der Rückhand aus spitzem Winkel zum Endstand.

EC Bad Nauheim: Guryca - Götz, Versteeg, Baum, McMonagle, Pantic, Ketter - Beca, Helms, Dorr, Pinizzotto, Carnevale, Lange, Strauch, Oppolzer, Schlicht, Lavallee, May, Reimer.

Ravensburg Towerstars: Rohde - Langwieder, Matt Kelly, Gawlik, Kapzan, Sezemsky - Cameron, Justin Kelly, Krestan, Menge, Chaput, Friedrich, Oravec, Vogt, Schmid.

Steno: Tore: 0:1 (12.) Matt Kelly (Menge), 1:1 (36.) Dorr (Helms - 4-5), 2:1 (41.) Versteeg (Pinizzotto, Lange), 3:1 (60.) Beca (Dorr - Empty Net). - Schiedsrichter: Ralph Bidoul. - Strafminuten: Bad Nauheim 14 plus fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe (Strauch), Ravensburg 10. - Zuschauer: 2267.

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