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Gruppenliga: Gestiegene Ansprüche beim SKV Beienheim

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Von: Uwe Born

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Der SKV Beienheim mischt die Gruppenliga auf. Die Spisla-Elf steht auf Rang drei. Mitverantwortlich für den Positivtrend ist auch das neue Quartett, das mit dem Coach aus Nieder-Erlenbach kam.

Dass auf der Bühne der Gruppenliga Frankfurt-West auch in der Saison 2018/2019 vor allem Mannschaften des Fußballkreises Frankfurt in Sachen Meisterschaft oder Aufstiegsrelegation zum Favoritenkreis zählen, mag durchaus sein. Dennoch zeichnen sich neue Entwicklungen ab, zumal neben Spitzenreiter Oberrad (22 Punkte), dessen Verfolger SV BKC Bosnien und dem Rangvierten FG Seckbach weitere Klubs durch vorwiegend gute Vorstellung zu gefallen wussten. Zusammen mit dem Hochtaunusvertreter FC Neu-Anspach (6./17) zählen auch zwei Vereine der Friedberger Region zu dieser Fraktion, so auch der aktuelle Tabellendritte SKV Beienheim und der mit 19 Zählern punktgleiche Rangfünfte TSV Bad Nauheim. Während man auf Bad Nauheimer Seite die tolle Position in der Spitzengruppe nicht unbedingt als Dauerzustand gewertet wissen möchte, weil beim Aufsteiger die Absicherung nach hinten auch in Zukunft absolute Priorität genießt, sieht es in den Reihen des SKV ein wenig anders aus.

Fakt ist: In der vergangenen Runde erreichten die Fußballer aus dem Reichelsheimer Stadtteil als Liga-Neuling in der Endabrechnung Platz sieben. Um diese Saisonbilanz nicht nur zu bestätigen, sondern nach oben zu korrigieren, haben sie sich im Beienheimer Lager unter der Sportlichen Leitung von Stete-Nachfolger Sebastian Spisla fest vorgenommen.

Gruppenliga Frankfurt-West: SKV Beienheim hat Gipfeltreffen mit SV BKC Bosnien vor der Brust

Blick nach vorne: Gestiegene Ansprüche erzeugen zuweilen erstaunliche Reaktionen. Eben so wie nach dem Beienheimer 4:2-Sieg am letzten Freitag in Oberstedten. Vor Jahresfrist wäre der Erfolg im Oberurseler Stadtteil mit großer Wahrscheinlichkeit ohne kritische Anmerkungen durch und durch positiv bewertet worden, denn seinerzeit war der Klassenerhalt das erklärte Ziel. Diesmal klang die Analyse ganz anders. »Das Resultat war in Ordnung, die Leistung nicht«, meinte Pressesprecher Stefan Raab nach dem dritten Auswärtssieg in Folge. »Das können wir besser«, ergänzte Coach Spisla. Statements, die tief blicken lassen.

Gipfeltreffen vor der Brust: Geht’s um spielerische Klasse, trauen die SKV-Verantwortlichen ihrer Mannschaft nach sechs Siegen (Dortelweil, Neu-Anspach, Königstein, Bad Nauheim, Nieder-Erlenbach, Oberstedten), einem Remis (Oberrad) und lediglich drei Niederlagen (Kalbach, Fauerbach, Merzhausen) anscheinend eine ganze Menge zu. Am kommenden Sonntag erwartet die Spisla-Elf den punktgleichen Tabellenzweiten SV BKC Bosnien. »In diesem Zusammenhang von einen Spitzenspiel zu sprechen, ist sicher nicht verkehrt. Ich denke, unsere Mannschaft hat sich ein Top-Duell dieser Art durch harte Arbeit redlich verdient«, sagt der Beienheimer Übungsleiter.

Gruppenliga Frankfurt-West: Starke Neuzugänge aus Nieder-Erlenbach sind eingeschlagen

Gelungener Trainereinstieg: Sebastian Spisla kennt die Gruppenliga Frankfurt-West aus aktiven Zeiten in Diensten der TSG Nieder-Erlenbach, des FC Kalbach und der SG Ober-Erlenbach aus dem Effeff. Als Chefcoach betrat der 35-Jährige zwar Neuland, doch zwei Jahre Co-Trainer-Tätigkeit in Nieder-Erlenbach unter Vito Raimondi waren für ihn quasi die Steilvorlage, um auf dem Beienheimer Sportplatz ab der ersten Trainingseinheit Vollgas zu geben und sich den notwendigen Respekt zu verschaffen. Dazu gehöre, so Spisla, seine Leute zuweilen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. »Fußball ist auch Kopfsache. Das wird oft vergessen. In Fauerbach war unsere Mannschaft diesbezüglich nicht gut drauf und musste mit 0:4 die Segel streichen. Klar, dass es einiges zu besprechen gab. Die Wirkung blieb nicht aus, denn aus den nächsten drei Spielen haben wir neun Punkte geholt.«

Starke Neuzugänge: Ein Quartett, das bis Ende Juni zusammen mit Spisla noch für die TSG Nieder-Erlenbach auf den Gruppenliga-Sportplätzen unterwegs war, sorgte für eine neue Qualität: Tautvydas Tazokas hat sich im Tor als neue Nummer eins etabliert, Spielmacher Ante Paradzik zählt ebenso wie Karim Döring (linke Außenbahn) und Adrian Suarez (Offensive) zum Stammpersonal. Der von Viktoria Nidda gekommene Maximilian Heck ist in der Abwehr, die vorwiegend als Dreierkette operiert, quasi gesetzt, während die Fähigkeiten von Torjäger Waldemar Patzwald (ehemals VfB Friedberg) wegen einer langen Verletzungspause (Leistenzerrung) noch gar nicht in Anspruch genommen werden konnten. »In zwei Wochen sollte er fit sein und unseren schnellen Leuten Marco Mouzong, Mike Michalak und Leon Hirzmann mit seiner Erfahrung zu noch mehr Durchschlagskraft verhelfen«, meint Spisla.

Gruppenliga Frankfurt-West: Trainer Sebastian Spisla tritt auf die Euphoriebremse

Perspektiven: Obwohl es derzeit ausgesprochen rund läuft, hält der Beienheimer Trainer optimistische Meinungen, sein Team könne im Kampf um die Gruppenliga-Meisterschaft eine wichtige Rolle spielen, für abwegig: »Wir müssen den Ball flach halten. So weit sind wir noch lange nicht. Das hat man bei den Niederlagen in Fauerbach und gegen Merzhausen deutlich gesehen. Eine Mannschaft mit Titelambitionen hätte solche Spiele nie und nimmer verloren.« Zwei Frankfurter Vereine, die Spvgg. 05 Oberrad und die FG Seckbach, seien für die Plätze eins und zwei geradezu prädestiniert: »Aber dahinter bewegen sich mehrere Klubs leistungsbezogen auf Augenhöhe. Gelingt es uns, dort mitzumischen, wäre es eine Riesensache.«

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