Volleyball

Grozers Ängste

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(hj). Tim Grozer ist erst 22. Läuft alles glatt, hat er noch gut und gerne anderthalb Jahrzehnte Volleyball auf hohem Niveau vor sich. Doch in diesen Tagen macht er sich Sorgen um seine Zukunft - seine beiden Knie sind seit Wochen entzündet. »Ich will nicht, dass die Entzündungen chronisch werden oder bereits nach diesem Jahr für mich Schluss ist mit Volleyball«, sagt der jüngere Bruder des ehemaligen Topstars Georg Grozer.

Gestern bekam Tim Grozer beim Physiotherapeuten abermals eine Shockwave-Behandlung (Stoßwellen) an den Knien und muss mindestens weitere zwei Tage mit dem Training aussetzen. Er wird dem Bundesligisten United Volleys Frankfurt somit wohl auch im wichtigen Heimspiel am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen den direkten Playoff-Konkurrenten TV Giesen fehlen. »Es ist unwahrscheinlich, dass ich spiele. Mein Ziel ist es, bis zum Pokalfinale Ende Februar 100-prozentig fit zu werden«, sagt Tim Grozer.

Zwar hatte der Außenangreifer schon in der vergangenen Bundesliga-Saison bei seinem damaligen Club TV Rottenburg Probleme mit den Knien. Doch damals habe der Verein »schnell reagiert«, so Grozer: »Nach zwei Wochen Pause war ich wieder einsatzbereit.«

In Frankfurt kamen die Schmerzen zurück. Grozer macht nun seinen neuen Club zumindest mitverantwortlich, dass die Probleme nun bereits seit vielen Wochen anhalten. »Das ist einfach eine Überbelastung, die man leicht hätte verhindern können. Wir haben es etwas spät behandeln lassen, spät auf einige Sachen reagiert. Jetzt müssen wir das ausbaden«, meint Grozer.

Er habe schlichtweg zu wenige Pausen bekommen, im Training, im Spiel. »Wir haben leider einen sehr schmalen Kader, teilweise waren wir nur neun oder zehn Leute, das ist etwas wenig.« Dadurch habe er mitunter gespielt, obwohl er körperliche Probleme gehabt habe. »Ich habe inzwischen auch Cortison-Spritzen bekommen. Mit 22 ist das nicht so schön. Aber es hat geholfen und mir für einen Monat Ruhe gegeben.« Beim überraschenden Sieg vor gut zwei Wochen in Herrsching war er dabei, dort kehrten die Schmerzen zurück. Grozer kritisiert: »Man hätte sich vielleicht von Anfang an ein bisschen Gedanken machen müssen und den Kader mehr ausbauen sollen.«

Er weiß freilich, dass die United Volleys in dieser Saison mehr Baustellen als sonst zu bewältigen haben. Schon frühzeitig fiel Floris van Rekom und später auch Matthias Valkiers verletzt aus. Grozer erwischte es ebenfalls zusätzlich mit einer Reizung an der Fußsohle sowie einem Muskelfaserriss in der Wade und Schulterproblemen. Meist standen die Frankfurter ohne ihn auf verlorenem Posten.

Inzwischen hat die Club-Führung den Kader aufgefüllt und Spieler wie Leon Dervisaj sowie die jungen Talente Linus Hüger und Jonas Reinhardt integriert. »Jetzt passt es schon«, meint Tim Grozer mit Blick auf die Kader-Breite. Für die Zukunft hofft er, »dass man besser aufpasst und schneller handelt«. Und schließlich weiß Tim Grozer, dass trotz aller Schwierigkeiten noch einiges möglich ist. »Die Saison ist noch lang.«

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