Große Pläne für Osthalle

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(kus). Die Gießen 46ers machen in der Problematik um die Sporthalle Ost Druck auf die Stadtpolitik. Zwei Wochen vor der OB-Stichwahl präsentierte der Basketball-Bundesligist Pläne, wie seine Heimstätte zukunftsfähig werden kann. Die Verantwortlichen malen ein düsteres Bild, wenn ihre Vorschläge nicht zeitnah umgesetzt werden. Ihr ehrgeiziges Ziel: Ende 2024 soll der neue Komplex stehen.

Die Botsch aft war unmissverständlich: »Ich fände es sehr bedauerlich, wenn Gießen 2024 möglicherweise nicht mehr 1. Liga spielen kann, weil man die infrastrukturellen Rahmenbedingungen nicht erfüllen kann«, sagte Sebastian Schmidt, der Sportdirektor und Geschäftsführer der 46ers. Beim Bundesligisten ist es seit Jahren ein Dauerthema, dass die 1969 eingeweihte Osthalle trotz Modernisierungen nicht mehr zeitgemäß für den Profi-Basketball ist.

Doch der Klub skizzierte am vergangenen Freitag nicht nur seine Nöte eindringlich. Er präsentierte eine mögliche Lösung und stellte konkrete Pläne vor, wie die Osthalle in eine moderne Arena für 5000 Besucher umgebaut werden könnte - integriert in die Planungen ist eine neue Sporthalle für die Gesamtschule Gießen Ost. Klar ist: Das Projekt mit einem geschätzten Volumen von rund 25 Millionen Euro müsste die Stadt Gießen tragen. Denn nur die Kommune kann Zuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln erhalten. Und die könnten offenbar beträchtlich sein: »Es gibt Zuschüsse in zweistelliger Millionenhöhe«, meinte Wolfgang Greilich, der Aufsichtsratvorsitzende der 46ers.

Diese Pläne der 46ers sehen vor, dass die Ostschule eine neue Vier- oder Sechs-Felder-Sporthalle auf zwei Ebenen erhält - dort, wo jetzt die kleine Sporthalle steht, wie Greilich erläuterte. Die bestehende Osthalle, die von den 46ers dann exklusiv als Trainings- und Spielstätte genutzt werden könnte, soll nach der Errichtung der Schulsporthalle aufgestockt und erweitert werden. So könnten nicht nur festinstallierte Tribünen an den Stirnseiten entstehen. Auch benötigte Räume, beispielsweise für Physiotherapie und Krafttraining, könnten ebenso wie ein neuer VIP-Bereich entstehen. Zudem soll das Foyer in Richtung Uni um 300 Quadratmeter vergrößert werden. Die Kostenschätzung der Architekten bezifferte Greilich auf 12,0 Millionen für die Erweiterung und nochmals 6,0 bis 12,0 Millionen Euro für den Bau der Schulsporthalle. Genutzt werden soll der neue Komplex auch von der Basketball-Akademie der 46ers.

Kein Plan B

Für 46ers-Geschäftsführer Schmidt ist eine schnelle Modernisierung der Osthalle die einzige Option, um den Erstliga-Standort Gießen nachhaltig zu sichern. Einen Plan B gibt es für die 46ers nicht. Sollten die Vorstellungen des Klubs nicht zügig umgesetzt werden, würde dies das Ende des Erstliga-Basketballs in Gießen bedeuten, meinte Schmidt. Und Greilich kokettierte im Fall eines Scheiterns mit dem Umzug des Vereins an einen anderen Standort in Mittelhessen.

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