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Gretchenfrage

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Von: Uwe Born

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Zunächst war es zur Überbrückung der Winterpause 28 Jahre lang eine Art »Freestyle-Hallenfußball«, seit 2016 wird die im Fußballkreis Friedberg beste Hallenmannschaft unter Futsal-Bedingungen ermittelt. Auf DFB-Anweisung darf sich nur jenes Team, das die modifizierten Regeln akzeptiert, als Kreismeister küren lassen und an überregionalen Wettbewerben teilnehmen. Ob der Wettbewerb dadurch an Attraktivität gewinnt, steht auf einem anderen Blatt. Im Januar 2016 ergaben überschaubare und gegenüber früheren Indoor-Meetings weiter sinkende Zuschauerzahlen eher das Gegenteil. Lohnt sich der ganze Aufwand noch? Welche Klubs sind diesmal die Favoriten? Kreisfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg), Günter Volp (holte sich mit dem SV Nieder-Weisel mehrfach den Kreismeistertitel) und Kreisschiedsrichter-Obmann René Filges (Büdingen) beziehen Stellung.

Zunächst war es zur Überbrückung der Winterpause 28 Jahre lang eine Art »Freestyle-Hallenfußball«, seit 2016 wird die im Fußballkreis Friedberg beste Hallenmannschaft unter Futsal-Bedingungen ermittelt. Auf DFB-Anweisung darf sich nur jenes Team, das die modifizierten Regeln akzeptiert, als Kreismeister küren lassen und an überregionalen Wettbewerben teilnehmen. Ob der Wettbewerb dadurch an Attraktivität gewinnt, steht auf einem anderen Blatt. Im Januar 2016 ergaben überschaubare und gegenüber früheren Indoor-Meetings weiter sinkende Zuschauerzahlen eher das Gegenteil. Lohnt sich der ganze Aufwand noch? Welche Klubs sind diesmal die Favoriten? Kreisfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg), Günter Volp (holte sich mit dem SV Nieder-Weisel mehrfach den Kreismeistertitel) und Kreisschiedsrichter-Obmann René Filges (Büdingen) beziehen Stellung.

Thorsten Bastian: »Dass sich mehrere Vereine erst auf meine höfliche Bitte zur Turnierteilnahme entschlossen haben, ist nicht wegzudiskutieren. Man muss Futsal nicht unbedingt mögen, aber organisierte Hallenwettbewerbe der Senioren dürfen nur noch in dieser Form ausgetragen werden. Im Übrigen ist es jedem Verein freigestellt, private Turniere in herkömmlicher Form zu spielen. Rückläufige Zuschauerzahlen sind hingegen nichts Neues. Bei den Gründen sind sicherlich die TV-Übertragungen der Bundesligen sowie ein geändertes Freizeitverhalten an erster Stelle zu nennen sind. Deshalb wird die Zwischen- und Endrunde in Groß-Karben kompakt an einem Tag, ausgetragen. Vielleicht kommt das bei den Zuschauern besser an. Einen Top-Favoriten sehe ich nicht, doch neben Titelverteidiger SV Nieder-Weisel erwarte ich unsere auf Verbandsebene spielenden Klubs ganz weit vorne.« Günter Volp: Generell ist Hallenfußball eine gute Möglichkeit, die sehr lange Winterpause zu überbrücken. Ich persönlich bevorzuge dabei die Futsal-Variante, weil das Spiel schneller wird und taktisches Geplänkel kaum eine Rolle spielt. Als noch mit der Filzkugel gespielt wurde, war das Niveau zuletzt doch sehr überschaubar. Praktizieren die Schiedsrichter eine konsequente Regelauslegung, halte ich Futsal darüber hinaus auch für weniger verletzungsgefährdend. Werden die Kreismeisterschaften vor allem als Spaß und sinnvolle Betätigung in der Pause gesehen, halte ich sie nach wie vor für eine tolle Sache, bei der es sich für die ausrichtenden Vereine trotz sinkender Einnahmen finanziell dennoch lohnen sollte, und die klassenhöheren Mannschaften als Favoriten anzusehen sind. Auch der SV Steinfurth und die TSG Ober-Wöllstadt könnten gute Rollen spielen. Ob mein Heimatverein SV Nieder-Weisel als Titelverteidiger und Vize-Hessenmeister die großen Vorjahreserfolge wiederholen kann, wird davon abhängig sein, welche Spieler zur Verfügung stehen.« René Filges: Technisch starke Teams wie der FV Bad Vilbel, Türk Gücü Friedberg oder der FCO Fauerbach, aber auch der VfB Friedberg, der FC Karben und der SV Steinfurth haben neben Cup-Verteidiger SV Nieder-Weisel das Zeug dazu, die Kreismeisterschaft zu holen. Aus Schiedsrichtersicht wünsche ich mir natürlich faire Wettkämpfe mit für uns möglichst wenig Arbeit. Obwohl ich selbst eher traditionellen Hallenfußball bevorzuge, bin ich Fan dieser Veranstaltung. Das gilt übrigens für die meisten meiner Schiedsrichter-Kollegen, insbesondere bei den jüngeren Referees. Das Spielniveau betreffend, sehe ich unseren Fußballkreis gut aufgestellt. Der zweite Platz des SV Nieder-Weisel bei den letztjährigen Futsal-Hessenmeisterschaften ist der beste Beweis. Leider ist das Zuschauerinteresse sehr gering. Das gilt jedoch auch für die Feldrunde und hat hierzulande auch mit der Nähe zu Frankfurt und damit zum Bundesliga-Geschehen zu tun. In der Halle die Attraktivität zu erhöhen, ist gewiss nicht einfach. Besondere Ideen, wie das Team mit den lautstärksten Anhängern mit einem Preis belohnen oder ein Fangame vor dem Finale, wären in diesem Zusammenhang eine Überlegung wert.

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