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Dank einer Sondergenehmigung wieder auf dem Platz: Mara Guth aus dem Bundesliga-Kader des TC Bad Vilbel. Foto: Gorr/TZ

Tennis

Grand-Slam-Träume im Taunus

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Der 16-jährige Mara Guth aus Merzhausen hat für den TC Bad Vilbel bereits in der Tennis-Bundesliga aufgeschlagen. In Melbourne hat der Teenager auch schon Grand-Slam-Erfahrungen gesammelt.

Als Maskenträgerin bringt Mara Guth schon Erfahrung mit. Es fühlt sich angesichts der quälend langen Corona-Pandemie schon wie eine halbe Ewigkeit an, ist tatsächlich aber nur wenige Monate her, dass die 16 Jahre alte Nationalspielerin aus der Bundesliga-Mannschaft des TC Bad Vilbel schon einmal einen Mund-und-Nasen-Schutz trug.

Damals, Mitte Januar, sorgten die Busch- und Waldbrände in Australien für Schlagzeilen, und Guth wollte am anderen Ende der Welt nicht nur einfach mal Tennis spielen. Das Ausnahmetalent aus Merzhausen im Taunus wollte ihren ersten Einsatz bei einem Grand-Slam-Turnier nicht verpassen. Und sie und nahm dafür wie viele andere Tennis-Profis im australischen Sommer die Gesundheitsgefährdung durch die schlechte Luft in Kauf.

Gespielt hat sie bei ihrer Erstrunden-Niederlage während des Jugendturniers in Melbourne ohne Maske, trug sie aber außerhalb des Tennis-Courts. "Eine aus der Zeit hat sie sogar noch übrig, die kommt jetzt hier wieder zum Einsatz", lächelt ihr Vater und Manager Michael Guth. Wer hätte das zu Beginn des Jahres gedacht?

Als erste Sportlerin im Hochtaunus hat seine Tochter vor gut zwei Wochen sportartspezifisches Training wieder aufgenommen. Durch ihren Bundeskader-Status erhielt sie eine Sondergenehmigung, derzeit schlägt sie sich auf der Anlage des Usinger THC täglich zwei Stunden mit ihrem Trainer Carlos Tarantino die Bälle zu.

Das ist natürlich nicht alles. Gleich nach dem Lockdown hatte Mara Guth vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) einen Trainingsplan erhalten, an den sie sich jeden Tag orientierte. Sie absolvierte Krafttraining, Sprints, Dauer- und Bergläufe. Eines ihrer Workouts hat sie sogar via Instagram gestreamt und über 1000 Klicks geerntet.

Als es mit dem Tennistraining wieder losging, hätte sie auch an einem Lehrgang am Bundesstützpunkt teilnehmen können. Wegen der umfangreichen Herausforderung im Homeschooling entschieden ihre Eltern aber, die Tochter zu Hause betreuen zu können. Das tägliche Training ist ja auch so gesichert.

Man hört Papa Michael Guth dieser Tage nicht klagen. Aber schade sei es schon für seine Tochter, derzeit auf Rang 56 der Junioren-Weltrangliste, 2020 wahrscheinlich nicht die Premiere bei den Jugend-Grand-Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon und New York zu erleben. Andererseits bekäme sie dann im nächsten Jahr vermutlich eine weitere Chance. "Für Talente des Jahrgangs 2002 ist das richtig traurig, die sind dann zu alt", weiß Guth.

Viel realistischer für dieses Jahr ist die Teilnahme an der Turnierserie, die der DTB ab Juni in deutschen Städten für die Elite von 32 Herren und 24 Damen-Profis auflegen will. Weiterhin sei auch noch denkbar, - nach der Absage der Bundesliga-Saison - nun in der Hessenliga für den TC Bad Vilbel anzutreten. Und wenn die Medenrunde tatsächlich im Corona-Modus anläuft, auch im Jugend-Team der Usinger THC. THOMAS REMSPERGER

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