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Natascha Hiltrop vom Sportschützenteam Wetterau gewinnt bei den paralympischen Spielen Gold und Silber für das Team Deutschland.

Gold und Silber bei den Paralympics

  • VonDieter Pfeiffer
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(stp). Riesiger Jubel beim Sportschützenteam Wetterau: Bei den Paralympics in Tokio holte Vereinsmitglied Natascha Hiltrop die Goldmedaille in der Disziplin Luftgewehr 10 Meter liegend und in der Königsdisziplin Kleinkaliber Freigewehr 3 x 40 Schuss Silber. Die 29-Jährige aus dem Heringer Stadtteil Lengers (Kreis Hersfeld-Rotenburg) ist inkomplett querschnittgelähmt und gehört seit Jahren der Nationalmannschaft an.

Hiltrop gewann zugleich die erste Goldmedaille für die Schießsportler des Deutschen Behindertensportverbandes seit 17 Jahren. Hiltrop, die mit dem Luftgewehr 2016 in Rio die Silber errungen hatte, startete in Tokio in der Disziplin 10 Meter stehend und wurde mit 616,5 Ringen Elfte.

In ihrer Paradedisziplin, Luftgewehr 10 Meter liegend, schoss sie auf der Asaka Shooting Range mit 635,4 Ringen das zweitbeste Qualifikationsergebnis hinter Park Jin-ho (Südkorea), der mit 638,9 Ringen neuen paralympischen Qualifikationsrekord schoss.

Das Finale wurde zu einem Krimi: Bis zum 19. Schuss lagen Hiltrop, Park und die Ukrainerin Irina Schchetnik gleichauf. Mit dem 20. Schuss leistete sich Hiltrop ihren einzigen Neuner, eine 9,8, aber auch Park schoss eine 9,6. Bis zum letzten Schuss lag Hiltrop mit 0,2 Ringen vorn. Hier traf sie eine 10,6 während der Südkoreaner »nur« eine 10,7 traf. Mit hauchdünnen 0,1 Ringen Vorsprung gewann Hiltrop das Herzschlagfinale mit insgesamt 253,1 Ringen vor Park (253,0) und Schchetnik (231,2), die bei den letzten fünf Schüssen nicht mehr hatte mithalten können.

Der letzte Schuss

Zwei Tage später stand dann der Wettbewerb Kleinkaliber-Freigewehr für Hiltrop an. Kniend, liegend und stehend sind in dieser Disziplin jeweils 40 Schüsse abzugeben. Mit 1157 Ringen und dem sechsten Platz schaffte Hiltrop es in das Finale der besten acht Schützinnen. Dort lag sie bis zum letzten Schuss mit 0,8 Ringen vor der Chinesin Zhang Cuiping in Führung. Hiltrop schloss das Finale mit einer 8,7 ab - das Ergebnis: Silber mit insgesamt 457,1 Ringen. Denn die Chinesin hatte eine 10,3 getroffen und sicherte sich Gold mit 457,9 Ringen. Ihr Puls sei bei den letzten Schüssen ein wenig zu hoch gewesen. Sie habe das Sportgerät nicht ganz ruhig halten können, erklärte Hiltrop hinterher, die sich aber dennoch über Silber sehr freue.

Für das Sportschützenteam Wetterau startet Hiltrop seit vier Jahren in den Rundenwettkämpfen Luftgewehr 10 Meter und hatte maßgeblich Anteil am Aufstieg von der Oberliga in die 2. Bundesliga. 2020 waren die Rundenwettkämpfe Corona-bedingt abgesagt worden, aber in diesem Jahr sollen sie durchgeführt werden. Mit Hiltrop wird das Sportschützenteam Wetterau zum Auftakt in Breitscheid-Erdbach gegen die Mannschaften aus Buer-Bülse und Emsdetten antreten.

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