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Götz trifft für den EC in der Verlängerung

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Die Neugier ist groß; die Erwartungshaltung ebenso. Gut und gerne 200 Fans aus der Wetterau sahen gestern Abend den ersten Auswärtstest der Roten Teufel. In Duisburg, wo DEL2-Klub EC Bad Nauheim nach neun Tagen heute sein Trainingslager beenden wird, gewann die Mannschaft von Frank Carnevale mit 5:4 (2:2, 2:0, 0:2/1:0) nach Verlängerunng beim klassentieferen Gastgeber, der zwei Wochen länger auf dem Eis steht und bereits sein sechstes Testspiel betritt.

Den auffälligsten Part übernahmen Patrick Strauch, der als neuer Kapitän noch mehr physische Präsenz als ohnehin schon gewohnt auszustrahlen schien, sowie Kyle Helms, der als wirbelndes Kraftpaket in den Ecken an die Spielweise von Ex-Publikumsliebling Doug Murray erinnert.

RT-Trainer Frank Carnevale verzichtete auf den Einsatz der vier mitgereisten Juniorenspieler, dafür verteidigte Ex-Teufel Andre Mangold, der die komplette Woche mit der Mannschaft trainiert hatte, im ersten Block und konnte sich durchaus für ein weiteres Engagement empfehlen.

Der Abend hatte für Bad Nauheim mit einem Schock begonnen. Während des Warmlaufen war Sven Schlicht ohne Fremdeinwirkung kopfüber in die Bande gestürzt und zunächst regungslos liegen geblieben. Noch vor Spielbeginn wurde der 22-Jährige in das Krankenhaus gebracht. Die Diagnose: Eine Verstauchung im Nackenbereich.

Auf dem Eis gaben zunächst die Gäste den Ton an. Die drei Neuzugänge Jason Pinizzotto, Matt Beca und Kyle Helms hatte der RT-Coach zum Auftakt für die Top-Formation nominiert, und jenes Trio durfte sich den ersten Saisontreffer gutschreiben lassen. Helms hatte nach Beca-Querpass das leere Tor vor sich (3:25 Minuten). Nach rund fünf Minuten hatten die Hausherren aber ihren Rhythmus gefunden. Kevin Orendorz (7.) und Jack Paul (12.) nutzten inkonsequentes Verteidigen der Gäste im eigenen Drittel und wendeten das Blatt. Kurz vor der Drittelpause konnte Dan Ringwald, der gestern seinen 27. Geburtstag feierte, seinen eigenen Nachschuss – in Baseballspieler-Manier – zum Ausgleich verwandeln.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts überstanden die Roten Teufel zunächst 90 Sekunden mit zwei Spielern weniger auf dem Eis und konnten gegen Duisburg, das seine Vorteile in punkto Frische und Spritzigkeit andeuten, aber nicht ausspielen konnte, dann mehr und mehr Kontrolle über die Partie gewinnen konnte. Daniel Oppolzer brachte den Gast in einem zerfahrenen zweiten Abschnitt nach 33 Minuten – vor dem Tor lauernd – erneut in Führung, noch vor dem Wechsel erhöhte Jason Pinizzotto aus ähnlicher Position per Direkabnahme auf 4:2.

Im Schlussabschnitt blieben Torwart Thomas Ower und Verteidiger Andre Mangold draußen, dafür durfte Domenic Bartels zwischen den Pfosten sein Können beweisen – und erwischte angesichts eines Doppelschlags zum 4:4-Ausgleich (48.) einen undankbaren Einstand. In einer ausgeglichenen wie zerfahrenen Schussphase war beiden Mannschaften der Kräfteverschleiß der Trainingstage anzumerken. Bartels bewahrte seine Mannschaft in der Schlussminute in Unterzahl vor der Niederlage. In der Verlängerung nutzte Bad Nauheim nach nur 24 Sekunden einen Drei-gegen-eins-Konter durch Marcus Götz zum Siegtor.

EV Duisburg: Renkewitz – Turnwald, Püllen, Zirnow, Woidtke, Ortwein, Blankart – Hofland, Paul, Grözinger, Kahle, Niederberger, Wasden, Pfohl, Hübscher, Orendorz, Krämer, Fröhlich.

EC Bad Nauheim: Ower (ab 41. Bartels) – Mangold, Ringwald, Götz, McMonagle, Baum, Ketter – Pinizzotto, Beca, Helms, Strauch, Carnevale, Dorr, Lavallee, Lange, Oppolzer, Pietsch, May, Reimer.

Tore: 0:1 (4.) Helms (Beca), 1:1 (7.) Orendorz (Blankert), 2:1 (12.) Paul (Woidtke), 2:2 (19.) Ringwald (Oppolzer), 2:3 (33.) Oppolzer (Lavallee), 2:4 (39.) Pinizzotto (Helms), 3:4 (48.) Blankart (Hübscher), 4:4 (48.) Orendorz (Woidtke), 4:5 (61.) Götz (Pinizzotto, Beca – 4-4) – Schiedsrichter: Schukies. – Strafminuten: Duisburg 2, Bad Nauheim 8. – Zuschauer: 600. Michael Nickolaus

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