Gießener Fans machen in Karlsruhe Ärger

(mv) Die Mannschaft der Gießen 46ers sorgt für Schlagzeilen, die Fans ebenso. Doch sind die Nachrichten über die Mannschaft überwiegend positiv, gibt es bei den Anhängern Ärger – und das nicht zum ersten Mal. In Karlsruhe nun der unrühmliche Höhepunkt: Eine Schlägerei in der Europahalle nach Spielende zwischen Gießenern und Karlsruhern.

Bereits zwei Minuten vor Ende des Spiels war vor dem 46ers-Fanblock eine Ordnerkette aufmarschiert – zumindest musste man dies annehmen, da der Ordnungsdienst in der Europahalle Karlsruhe nicht einheitlich gekleidet und so nur schwer von anderen Zuschauern zu unterscheiden war. Nach der Schlusssirene wurden die Fans der Mittelhessen nach einigen Diskussionen zum Feiern des Sieges an die Bande gelassen, wo sie mit der Mannschaft abklatschen und eine "Humba" durchführen konnten. Doch noch an der Werbebande begannen die Diskussionen: Der Ordnungsdienst forderte die rund 100 Gießener Fans, darunter einige stark alkoholisierte Anhänger, auf, nun die Halle zu verlassen, was offenbar einigen Gesprächsstoff bot. Bereits direkt nach Spielende hatte der Hallensprecher die 46ers-Fans mit den Worten verabschiedet: "Trotz eures Verhaltens eine gute Heimreise." Nun stand er auf dem Parkett und filmte die Schlachtenbummler aus Mittelhessen mit seinem Handy, was diese offenbar provozierte. Das Ordnungspersonal in der Halle versuchte nun noch deutlicher, die Gießener aus der Halle zu schaffen, ehe plötzlich die ersten körperlichen Auseinandersetzungen begannen.

Über einen Zeitraum von mehreren Minuten hinweg kam es immer wieder zu Scharmützeln und auch Prügeleien zwischen einigen Gießener Fans auf der einen und Karlsruher Ordnungsdienst und BG-Anhänger, die nun fleißig mitmischten, auf der anderen Seite. Von Versuchen, das Feld zu stürmen, wie sie die Karlsruher Polizei per Pressemitteilung vermeldete, war in der Halle selbst nichts zu sehen. Auch das "Werfen von Bierflaschen", wiederum ein Zitat aus der Meldung der Polizei Karlsruhe, war wohl in Wirklichkeit das Werfen leerer Plastikbecher.

+++ Bilder von den Auseinandersetzungen in der Galerie

Vor der Halle wartete bereits ein Großaufgebot der Polizei, teilweise mit Einsatzschildern, auf die Gießener Fans. Zurück in den Fanbus gelangte nur, wer seine Personalien angab. In Begleitung eines Streifenwagens ging es schließlich zurück auf die Autobahn. Die vorläufige Bilanz des Abends nach Polizeiangaben vom Sonntag: Ein verletzter Karlsruher Fan und Ermittlungen der Polizei, die mit insgesamt 19 Streifenwagen vor Ort war, gegen diverse Beteiligte.

Heiko Schelberg, Manager der Gießen 46ers, hatte sich zwischenzeitlich in die Menge gewagt und versucht, die Situation zu deeskalieren. Am Sonntag sagte er auf Anfrage: "Wir möchten einen guten Eindruck hinterlassen, was unsere Arbeit angeht, die Leistung auf dem Parkett und natürlich auch mit unseren Fans. Wir werden in der kommenden Woche hinter verschlossenen Türen mit den Fans, die in Karlsruhe waren, sprechen und uns ein Meinungsbild abholen. Wenn wir ein Ergebnis haben, werden wir unsere Schlüsse daraus ziehen." Eine Strafe der ProA sei momentan nicht zu erwarten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare