FC Gießen: Trennung von GmbH

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
    schließen

(sno). Notvorstand Turgay Schmidt treibt die "Gesundung" des Fußball-Regionalligisten FC Gießen voran. Nach einem Treffen mit der "FCG Offensive GmbH" am Dienstagabend erklärt er, "dass die GmbH ab sofort nichts mehr mit dem FC Gießen zu tun hat. Der eingetragene Verein übernimmt wieder sämtliche Geschäfte. Der FC Gießen ist nun wieder in einer Hand - der Verein funktioniert nur im Gesamten, also wenn wir alle Abteilungen, von Jugend bis Regionalliga, gemeinsam betrachten."

Die "FCG Offensive GmbH", gegründet im April dieses Jahres, hatte zuletzt die Geschäfte samt Vermarktung der Regionalliga-Mannschaft geführt, gleichzeitig aber stets betont, sich nicht für den Gesamtverein mit Jugend und zweiter Mannschaft verantwortlich zu sehen.

"Die Motivation der GmbH war es, dem FC Gießen zu helfen", erklärt Rechtsanwalt Turgay Schmidt, der den Verein seit Anfang Oktober nach der Rückzugswelle des Vorstands führt. "Aber die GmbH hat sich mit der ersten Mannschaft das Filetstück herausgenommen." Die Belange der Regionalliga-Mannschaft wurden in dieser Saison von der GmbH geregelt, der führungslose Gesamtverein dagegen sah sich mit zahlreichen finanziellen Forderungen konfrontiert.

Tatsächlich gab es nie eine rechtliche Verbindung zwischen GmbH und Verein, die Spielrechte liegen bis heute beim "FC Gießen 1927 Teutonia/1900 VfB e.V." - über die GmbH allerdings liefen die Sponsorenverträge und jegliche Einnahmen, von denen die erste Mannschaft profitierte. Die Forderungen gegenüber dem Verein, darunter die viel zitierten Altlasten, dagegen blieben bestehen, Jugendtrainer erhielten für diese Saison noch kein Geld, die zweite Mannschaft fiel in der Gesamtbetrachtung komplett hinten herunter.

Die GmbH gleichwohl sah sich für die Versäumnisse der Vergangenheit nicht verantwortlich, managte die Regionalliga-Truppe, während der Gesamtverein vor die Wand zu fahren drohte. Das soll sich nun ändern. Schmidt, der die "konstruktiven Gespräche" der zweieinhalbstündigen Sitzung im VIP-Zelt am Dienstagabend lobte, blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Das ist zweifelsfrei eine deutliche Zäsur. In der Konsequenz ist es der nächste Schritt. Wenn die Strukturänderungen und eingeleiteten Maßnahmen greifen und so funktionieren wie angedacht, könnte der FC Gießen eine gute Zukunft haben."

Die Zuständigkeit für die Sponsorenverträge liegt nun mehr wieder ausschließlich beim Verein, der mit den Spielrechten und sonstigen Rechten auch mit rechtlicher Grundlage eine Gegenleistung bieten kann. Die Trennung innerhalb des Vereins soll, wenn es nach Rechtsanwalt Turgay Schmidt geht, der Vergangenheit angehören. "Wir wollen den FC Gießen in die richtigen Bahnen bringen. Der kleinste G-Jugend-Kicker ist genauso wichtig wie der Regionalligaspieler."

Die Gesellschafter der GmbH ihrerseits haben dem FC Gießen auch für die Zukunft ihre Unterstützung zugesagt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare