Fußball-Regionalliga

FC Gießen ist handlungsunfähig

  • vonred Redaktion
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(sno). Der FC Gießen e.V. ist auch Ende September weiterhin führungslos und handlungsunfähig und steuert einer ungewissen Zukunft entgegen.

Auch am Donnerstag hat sich auf einer weiteren Vorstandssitzung kein bereits gewähltes Vorstandsmitglied gefunden, das sich nach den Rücktritten des Vorsitzenden Dominik Fischer und der beiden Rechner Alexander Schmandt und Daniela Wolff in den geschäftsführenden Vorstand wählen ließ. Eine zweite Person in diesen neben dem Zweiten Vorsitzenden Thilo Harnisch allerdings ist notwendig - solange ist der Verein rechtlich handlungsunfähig. "Wir befinden uns gerade in Rechtsberatung und geben keine weitere Stellungnahme ab", erklärte Harnisch anschließend gegenüber dieser Zeitung.

Klar ist: Der FC Gießen muss bestrebt sein, schnellstmöglich wieder Handlungsfähigkeit zu erlangen, um als Geschäftspartner auftreten, Verträge abschließen und um seinen rechtlichen Pflichten nachkommen zu können. Nach einer Frist von maximal sechs Monaten ohne Führung wäre der Verein sogar ganz aufzulösen.

Drei Optionen bestehen nun. Erstens: Der Vorstand findet zügig doch noch ein gewähltes Vorstandsmitglied, das sich bereit erklärt, in den geschäftsführenden Vorstand einzutreten. Infrage kämen die Abteilungsleiter Fußball, Andreas Heller und Moritz Schmandt, sowie die Beisitzer Michael Christ, Roger Burger, Harry Pfeiffer und Frank Petzold.

Zweitens: Zwar liegen die Abrechnungen für das Geschäftsjahr 2019 nicht vor, auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, in der es ausschließlich um die Neubesetzung des Vorstandes gehen würde, könnte von den rund 150 Mitgliedern allerdings ein neuer Vorstand gewählt werden, der nicht für Handlungen des alten Vorstandes haftet.

Drittens, die wahrscheinlichste Variante: Die Notbestellung durch das Amtsgericht. Gemäß Paragraph 29 im BGB kann "jeder, dessen Rechte und Pflichten durch die Bestellung unmittelbar beeinflusst werden...", einen Antrag auf Notbestellung durch das Amtsgericht stellen: Das sind Vereinsmitglieder, Sponsoren und Gläubiger. Für diesen Fall würde das Amtsgericht einen Anwalt bzw. Steuerberater einsetzen, der im geschäftsführenden Vorstand des FC wirken und den Verein wieder handlungsfähig machen würde. Dieser hätte dann Einsichtsrechte in alle Unterlagen.

Über die Gründe für die Rücktritte der drei Vorstandsmitglieder, die zu der jetzigen (neuerlich) misslichen Situation geführt haben, herrscht vereinsintern Rätselraten. "Wir fragen uns auch, warum das nötig war, denn damit wird der Druck enorm erhöht", sagte ein Gesellschafter der "Offensive"-GmbH, die die Geschäfte der Regionalliga-Mannschaft führt.

Zwischen dieser und dem Verein, bei dem Lizenz und Spielrecht liegen, gibt es keinerlei schriftliche, belastbare Verbindung. "Die GmbH ist sehr gespannt, ob der Vorstand die Situation lösen kann", sagt der Gesellschafter.

Welch unklares Bild der FC Gießen im Gesamten abgibt, wird auch daran deutlich, dass der auf der Vorstandssitzung am Donnerstag anwesende Markus Haupt der GmbH, dessen Geschäftsführer er ist, am Freitag die Information über den Ausgang der Sitzung verweigert haben soll.

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