Gießen 46ers und Koch trennen sich

  • vonRedaktion
    schließen

(gae). Überraschung bei den Gießen 46ers: Der stark abstiegsbedrohte Basketball-Erstligist und sein geschäftsführender Sportdirektor Michael Koch gehen nach dem Ende der Saison 2020/21 getrennte Wege. Das teilte der Klub mit. Koch selbst war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. In der Pressemitteilung, in der sich niemand direkt zitieren lässt, äußert sich der Aufsichtsrat als Ganzes und gibt verschiedene Gründe für die Maßnahme an.

Die Quintessenz lässt sich kurz und prägnant zusammenfassen: Für eine Weiterbeschäftigung von Koch fehlen einfach die finanziellen Mittel.

Verwunderlich ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe. Immerhin befinden sich die auf dem Abstiegsplatz 17 stehenden Gießen 46ers nach dem Samstag-Coup gegen den FC Bayern München sportlich leicht im Aufwind. Die Meldung der Koch-Trennung dürfte aber für Unruhe im Umfeld sorgen. Vor allem vor dem bedeutsamen Auswärtsspiel am Mittwoch in Göttingen. Zudem führte der Klub an, dass er sich in der nächsten Woche zur Zukunftsausrichtung erklären werde. Gründe, warum die Personalie Koch nicht an dieser Stelle abgearbeitet wird, sind nicht ersichtlich.

Der gebürtige Licher und ehemalige MTV- wie Nationalspieler trat seine Doppelfunktion am 1. März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie an, nach 16 Monaten endet sie nun am 30. Juni. Koch löste zu jener Zeit Heiko Schelberg als Geschäftsführer ab. Eine Vertragslaufzeit war bei Koch in seinem Kontrakt nicht festgeschrieben. Als Koch verpflichtet wurde, war die Euphorie groß. Endlich besaßen die Gießen 46ers in der Führungsetage einen Mann mit der nötigen Basketball-Kompetenz. Die Position des Geschäftsführers war für den 55-Jährigen dagegen absolutes Neuland.

Später bekam Koch Stephan Dehler als geschäftsführenden Gesellschafter zur Seite gestellt, der unentgeltlich arbeitet und den kaufmännischen und organisatorischen Bereich abdeckt.

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Dehler, dass er sich vorstellen könne, diese Funktion auch weiterhin zu bekleiden. Vorausgesetzt, der Aufsichtsrat gebe seine Einwilligung dafür. Da der Posten des Sportdirektors wegfällt, würden dann die sportlichen Angelegenheiten ausschließlich im Aufgabenbereich der Trainer liegen. Das allerdings birgt die Gefahr, mit einem neuen Cheftrainer auch immer wieder eine neue sportliche Ausrichtung zu erhalten. Koch geriet zuletzt in Kritik. Ihm warf man vor, dass er bei der Zusammenstellung der Mannschaft Fehler begangen habe.

Heute in Göttingen

Mit neu gewo nnenem Selbstvertrauen im Abstiegskampf geht es indes für Gießen am Mittwoch (20.30 Uhr, MagentaSport) zur BG Göttingen. Schon die Hinrundenpartie in der Osthalle war ein Spiel auf Augenhöhe, das letztlich mit 92:90 an die Niedersachsen ging. Ein Sieg des Rang-17. beim Elften würde bedeuten, dass die 46ers weiter Boden gut machen zum rettenden Platz 16.

Der Osterspieltag lief ganz nach dem Geschmack der 46ers. Sie sorgten gegen Bayern (95:94) für die Sensation, während der Mitteldeutsche BC gegen die Niners Chemnitz mit 84:86 verlor. So reduzierte sich für die Lahnstädter der Abstand zum Nichtabstiegsplatz auf vier Punkte. Da die Weißenfelser aber den besseren direkten Vergleich haben, müssen die Gießener letztlich ein Spiel mehr gewinnen als der MBC. Immerhin haben die 46ers noch zwei Partien mehr zu absolvieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare