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Gießen 46ers (hinten, v. l.): Jordan Barnett, Tim Uhlemann, John Bryant, Luke Petrasek, Duke Shelton (nicht mehr im Team), Alen Pjanic; vorne (v. l.): Cheftrainer Ingo Freyer, Brandon Thomas, Bjarne Kraushaar, Tim Köpple, Alexander Abreu (nicht mehr im Kader), Teyvon Myers, Leon Okpara, Assistenz-Trainer Steven Wriedt. Es fehlt Kendall Lamar Gray.

Basketball-Bundesliga / Vorschau

Gießen 46ers: Sehnsucht nach den Playoffs

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Neuer Namenssponsor gleich mehr Geld gleich mehr Erfolg? Ganz so leicht wird die Gleichung für die Gießen 46ers in der neuen Saison in der BBL wohl nicht werden.

Martin Vogel

Die Sehnsucht nach den Playoffs in der BBL ist groß: Einzig der MBC, der zuletzt 2001 im Viertelfinale stand, hat eine längere Durststrecke als die Gießener, die 2005 ins Halbfinale einzogen, vorzuweisen. Ob es nach 15 Jahren mal wieder klappt?

Das Drumherum:Es dürfte - allem, was sich auf dem Spielermarkt abgespielt hat, zum Trotz - die beste Verpflichtung des Sommers gewesen sein, als Heiko Schelberg bei der Saisoneröffnung JobStairs als neuen Namenssponsor vorstellen konnte, nachdem er bereits am Vortag die DVAG als neuen Premiumpartner präsentierte. In der neuen Spielzeit wird sich das aber noch nicht groß im Team niederschlagen: "Für dieses Jahr war es ein bisschen zu spät", wusste Trainer Ingo Freyer bereits bei der Teampräsentation - stattdessen stärken die 46ers weiter die Strukturen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Standorts auch in den kommenden Jahren sicherzustellen, ist eine der Hauptaufgaben des Managements, und mit dem neuen Sponsor auf der Brust können nun wieder mehr Energien auf das nächste große Thema gelenkt werden: Mittelfristig ist eine neue Halle unumgänglich, wenn man in Gießen Spitzensport zeigen will. Auch, um neue Zuschauer anzusprechen und damit der Fanszene wieder etwas mehr Leben einzuhauchen.

Das Team:Mit John Bryant, Brandon Thomas und den Youngstern Bjarne Kraushaar und Alen Pjanic wurden vier Spieler gehalten, die in der vergangenen Saison mehr als zwölf Minuten pro Spiel auf dem Parkett standen. Während die Abgänge von Benjamin Lischka (Bonn) und Mahir Agva (Darüssafaka Istanbul, TUR) schmerzten, der Verlust von Max Landis (FC Porto, POR) ärgerlich war, konnte man mit den Abgängen von David Bell (Brüssel,BEL), Larry Gordon (Eliat, ISR) Jared Jordan (Sibiu, ROM) und Siyani Chambers (DenBosch, NED) gut leben. Die Königsposition auf der Eins wurde Alexander Abreu anvertraut, von dem man sich aber am Wochenende trennte. Besonders im letzten Test in Weißenfels wurde den Verantwortlichen klar vor Augen gehalten, dass die Qualität des Puerto Ricaners nicht ausreicht. Ein paar Tage zuvor hatten sich die 46ers bereits von Center Duke Shelton getrennt und für ihn Kendall Lamar Gray nachverpflichtet. Hinter Thomas ist mit Myers (Östersund, SWE) ein Mann verpflichtet worden, der dem Routinier immer wieder Pausen verschaffen kann. Forward Jordan Barnett (Fort Wayne, G-League) wusste in der Vorbereitung ebenfalls meist zu überzeugen. Hinter ihm muss Pjanic seine starken Leistungen der letzten Rückrunde bestätigen. Luke Petrasek (Greensboro, G-League) und Kendall Gray (Luanda, ANG) sollen neben Kapitän Bryant die lange Garde bilden. Leon Okpara, Tim Uhlemann und Tim Köpple füllen den Kader auf, erhalten aber den Großteil ihrer Spielzeit in der ProB.

Stärken und Schwächen:Die 46ers bringen auch in dieser Saison viel Feuerkraft mit: Jordan Barnett, Teyvon Myers, Brandon Thomas, John Bryant sind allesamt in jedem Spiel für 20 Punkte gut. Auch Luke Petrasek wird man auf der Rechnung haben müssen. Defensiv werden die Gießener in der kommenden Saison nicht zu den Topteams gehören, es besteht aber die Hoffnung, dass man zumindest die rote Laterne als das schlechteste Defensivteam der BBL in diesem Jahr abgeben kann. Auf den großen Positionen haben die 46ers Qualität verloren: Mahir Agva und Benjamin Lischka brachten mehr BBL-Erfahrung mit als Petrasek und Kendall Gray, die erst zeigen müssen, dass sie ihre Leistungen aus der G-League auch in der BBL bringen können. Fällt Bryant aus oder in ein Leistungsloch, ist die Rotation auf der Vier und der Fünf arg kurz.

Die Prognose:Die 46ers halten souverän die Klasse - doch um die minimale Chance auf die Playoffs zu nutzen, muss alles perfekt zusammenpassen. Deutlich wahrscheinlicher ist ein Platz im Mittelfeld der Tabelle.

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