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EC gewinnt 2:0 in Selb und hat Matchbälle

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Zwei Matchbälle für die Roten Teufel: Mit einem Doppelschlag binnen 49 Sekunden hat der EC Bad Nauheim am Montagabend in die Tür zum Finale der Eishockey-Oberliga weit aufgestoßen. In Selb gewannen die Hessen nach Treffern von Harald Lange und Janne Kujala (10./11.) Spiel drei der Best-of-Five-Serie mit 2:0 (2:0, 0:0, 0:0) und gehen nun mit einer 2:1-Führung in Spiel vier am Freitag (19.30 Uhr, Colonel-Knight-Stadion).

Thomas Ower im Tor der Hessen ist seit unmehr 145 Minuten ohne Gegentreffer und feierte in Selb nach dem 5:0 am Samstag seinen zweiten Shutout in Folge.

»Wir haben im ersten Abschnitt zu sehr Freestyle gespielt. Bad Nauheim hat die Tore gemacht. Den Roten Teufeln spielt dies auswärts in die Karten«, sagte VER-Trainer Cory Holden. Für Bad Nauheim sprach Co-Trainer Daniel Heinritzi anstelle von Frank Carnevale von »einem intensiven Spiel«, in dem »Spieler wie Michel Maaßen oder Janne Kujala in die Bresche gesprungen seien.« Trainer Frank Carnevale hatte die obligatorische Pressekonferenz verweigert, nachdem nach der Partie Gegenstände in seine Richtung geflogen waren.

Die Roten Teufel hatten mit dem erkrankten Verteidiger Marius Pöpel, mit dem verletzten Tim May (Diagnose steht noch aus) sowie den gesperrten Patrick Strauch (über das Strafmaß wurde noch nicht entschieden) und Josiah Anderson gleich eine komplette Angriffsreihe zu ersetzen. Dafür stand Mathias Baldys überraschend wieder im Kader und bekam Eiszeit; vorwiegend im Powerplay.

Die Hessen waren bereits am Vortag angereist, hatten am Morgen eine Stunde in Selb trainiert, wirkten frisch, ausgeruht und konzentriert. Von der ersten Minute an konnte in Oberfranken an die starke Leistung vom Heimspiel am Samstag angeknüpft werden, wurden die Hausherren in eine passive Rolle gedrängt. Selb, ohne Dennis Schütt, Tim Schneider und Peter Hendrikson angetreten, wirkte unerwartet fahrig, nervös, unkonzetriert und fand nie so richtig in die Partie. Die Offensivbemühungen endeten zumeist schon in der neutralen Zone, wo die Roten Teufel den nächsten Zug vorausschauend zu unterbinden verstanden oder eben die Zweikämpfe für sich entscheiden konnten. Zielstrebig und entschlossen zeigte sich Bad Nauheim zudem in punkto Spielaufbau. Daniel Oppolzer hatte während des kontrollierten Offensive bereits zweimal die große Chance zur Führung auf dem Schläger, ehe Harry Lange einen Konter im Nachschuss abschloss (10.). Nur 49 Sekunden später konnte Michel Maaßen in der neutralen Zone VER-Verteidiger Timo Roos die Scheibe abluchsen, und Janne Kujala beendete im direkten Duell mit Marko Suvelo seine über Wochen andauernde Torflaute (11.

). VER-Coach Cory Holden reagierte mit einer Auszeit, konnte die Nerven seiner Mannschaft allerdings nicht beruhigen. Angesichts weiterer glasklarer Chancen von Chris Stanley und Eddy Rinke sowie einer Fünf-gegen-Drei-Überzahl (76 Sekunden) hätten die Gäste bereits vor der ersten Pause eine Vorentscheidung herbeiführen können.

Bad Nauheim kontrollierte das Spiel auch im zweiten Durchgang. Die Aktionen der Gastgeber, die nun zwar besser in die Partie gefunden hatten, waren geprägt von Stockfehlern und Ungenauigkeiten. Zudem hatten die Wölfe mehr und mehr mit dem Biss und den größeren Kraftreserven der Roten Teufel zu kämpfen. Zwar fehlten nun nach vorne die Nadelstiche, doch ließen die Gäste den VER mit einem bärenstarken Unterzahlspiel verzweifeln, als drei Powerplay-Situationen zum Ende des zweiten Abschnitts den Hausherren Hoffnungen auf den Anschluss geweckt hatten. Bad Nauheim verteidigte jedoch (fast) fehlerfrei.

Das Schlussdrittel begann mit einem Aufreger: Sven Schlicht wurde von Christoph Schadewaldt in die Bande gecheckt. Während der RT-Stürmer zum Nähen in die Kabine geführt worden ist, stimmte der VER-Anhang den Holzmichl-Song an (»Ja, er lebt noch«), und der Stadion-DJ spielte den »Hubschraubereinsatz« ein. Der Check blieb unbestraft. Als Rinke unmittelbar im Anschluss eine Strafzeit bekam, witterten die Gastgeber ihre Chance, doch überstand Bad Nauheim diese unruhigen Minuten samt dem Unterzahlspiel und brachte den Sieg letztlich über die Zeit. Schlicht konnte nach kurzer Behandlungspause wieder mitmischen.

VER Selb: Suvelo – Jeschke, Schadewaldt, Roos, Ronny Scheider, Fischer, Meier – Piwowarczyk, Geisberger, Mudryk, Warkus, Hördler, Lehmann, Heilman, Neumann, Schiener.

EC Bad Nauheim: Ower – Baum Schreiber, Miller, Ketter, Pietsch, Reckers – Oppolzer, Stanley, Rinke, Schlicht, Lange, Striepeke, Kujala, Huhn, Maaßen, Baldys.

Tore: 0:1 (10.) Lange (Baum, Rinke), 0:2 (11.) Kujala (Maaßen). – Strafminuten: Selb 12, Bad Nauheim 12. – Zuschauer: 4000 (ausverkauft). Michael Nickolaus

Ausgleich teuer erkauft

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