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Mit Geschick und Struktur zum deutschen Titel

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Die RSG Ginsheim ist am Ziel: Nach zweiten Plätzen in den Jahren 2004, 2007 bis 2009 und 2011 sowie Rang drei im Vorjahr hat der Klub aus dem Landkreis Groß-Gerau nun erstmals die Deutsche Meisterschaft im 5er-Radball gewonnen.

In Wölfersheim, wo die besten fünf Mannschaften der Bundesliga-Runde am Samstag vor 350 Zuschauern den Titelträger ausgespielt haben, konnte sich die RSG im letzten Spiel des Tages, einem echten Endspiel im Modus »jeder gegen jeden«, mit 2:0 gegen den RSV Waldrems II durchsetzen und siegte mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten aus vier Begegnungen. Bereits die Abschlusstabelle der regulären Runde hatte Ginsheim mit fünf Punkten Vorsprung auf die »alten Hasen« aus Waldrems angeführt.

»Ginsheim hatte die klareren Strukturen im Spiel und verdient gewonnen«, sagt Hilmar Heßler vom »Referat Jugend und Hallenradsport« des Bundes Deutscher Radfahrer, der als Vorsitzender des ausrichtenden RV Wölfersheim die Endrunde zum dritten Mal in die Wetterau geholt (1996 Steinfurth, 2010 Wölfersheim) und mit rund 30 Helfern für einen reibungslosen Turniernachmittag gesorgt hatte.

Der hohe Meisterschaftsfavorit Gärtingen (seit 1991 immer unter den Top Drei) hatte die Qualifikation in der Zehner-Bundesliga (Einfachrunde mit neun Partien an drei Spieltagen) als Tabellensechster um einen Platz und drei Zähler verpasst. Im Fokus standen daher Spieler wie Daniel Becker und Christian Ochsner, die amtierenden Junioren-Europameister im 2er-Radball, oder auch Björn Bootsmann und Marcel Schüle, deren Vorgänger als kontinentale Titelträger im Nachwuchs (RSV Waldrems I). Gastgeber RV Wölfersheim ist mit seiner Mannschaft in der viertklassigen Verbandsliga beheimatet. »Wir wollen über eine solche Veranstaltung auch in Sachen Radball im Gespräch bleiben, nachdem wir ja im Kunstradfahren doch recht erfolgreich sind«, sagt Heßler, der sich über eine stimmungsvolle Atmosphäre sowie technischen anspruchsvollen Sport freuen konnte.

Das Spiel mit 5er-Mannschaften habe sich aus Trainingsformen des eigentlich etablierten 2er-Radballs entwickelt, erzählt Heßler, gespielt werde diese Variante fast ausschließlich in Deutschland, nationale Meister werden seit 1977 offiziell ausgespielt. Koordination, Feinmotorik und Geschicklichkeit seien die entscheidenden Elemente beim Spiel auf dem seitlich durch kleinere Banden begrenzten Handballfeld, wobei oft mit langen Bällen agiert wird. »5er-Radball ist spektakulärer, beim 2er-Bereich wird mehr taktiert«, nennt Heßler, der als Mitte-40er selbst noch in der 2. Bundesliga aktiv war, die wesentlichen Unterschiede, während auf dem Spielfeld verbissen um jeden Ball gekämpft und jedes Tor lautstark vom mitgereisten Anhang umjubelt wird, ehe mit dem RSG Ginsheim der würdige Meister von Landrat Joachim Arnold und Bürgermeister Rouven Kötter geeehrt werden kann.

Michael Nickolaus

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