Gemischte Gefühle nach Gewitter-Chaos

  • Philipp Keßler
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(phk). Hätte man beiden Klubs vor dem Duell ein Remis angeboten, sie wären wohl beide darauf eingegangen, am Ende war aber der Ärger aufseiten von Türk Gücü Friedberg und dem SC Hessen Dreieich nach dem 2:2 in der Gruppe B der Fußball-Hessenliga dennoch vorhanden.

Die Hausherren hatten nach ihrer Corona-Pause zur Halbzeit mit 2:0 geführt, ehe der Gast aus dem Landkreis Offenbach in seiner ebenfalls ersten Partie der neuen Saison in der Nachspielzeit noch zum Ausgleich kam. Die Partie war zwischenzeitlich für rund 15 Minuten wegen eines Gewitters unterbrochen worden.

»Die erste Halbzeit war sehr gut von uns, wir waren griffig, hatten eine gute Höhe und haben zwei schöne Tore gemacht. Dann haben wir es aber verpasst, das dritte Tor zu erzielen, und schließlich haben wir aufgrund unseres hohen Aufwands ein Kraftproblem bekommen, weshalb man das Ergebnis hinten raus akzeptieren muss«, erklärte Türk-Gücü-Trainer Carsten Weber, der unter dem Strich »gemischte Gefühle« hatte.

Sein Gegenüber, der neue Dreieicher Coach Taner Yalcin, war dagegen mit dem Auftritt seiner Elf im ersten Abschnitt nicht einverstanden: »Wir haben kaum etwas auf die Reihe gebracht, was wir uns vorgenommen hatten«, sagte er. »Umso glücklicher« war er mit dem zweiten Abschnitt, als ein paar Umstellungen und vor allem die »starke Moral« seiner Truppe noch den späten Ausgleich bescherten: »Wir haben uns das Spielglück erkämpft«, meinte er. »Am Ende sind sicher beide Parteien etwas verärgert, können aber mit dem Punkt auch ganz gut leben.«

Weber-Mannschaft verpasst drittes Tor

In der Tat: Die Hausherren hatten die Sache im ersten Abschnitt im Griff, Torjäger Noah Michel machte seinem Ruf bereits nach neun Minuten alle Ehre, als er nach Vorarbeit von Aret Demir zur Führung traf. Der umtriebige Demir legte gut zehn Minuten später mit einem Treffer á la »Tor des Monats« nach, als er nach einer Balleroberung den zu weit vor seinem Kasten stehenden Keeper Pero Miletic von der Mittellinie überlistete. Erneut Michel verpasste kurz vor dem Pausenpfiff das dritte Tor.

Der zweite Durchgang war keine Minute alt, da wurde er wegen Blitz und Donner auch schon wieder unterbrochen. Michel verpasste kurz nach Wiederanpfiff abermals das dritte Tor (53.), während auf der Gegenseite Björn Schnitzer mit einem herrlichen Schuss aus 20 Metern unter die Latte seine Farben wieder ins Spiel brachte (62.) - 1:2. Es war erst die zweite gefährliche Torannäherung der Gäste im gesamten Spiel gewesen.

Die Gäste witterten Morgenluft, während Friedberg sich zunehmend in die eigene Hälfte drängen ließ, durch Eray Eren (84.) und einen Michel-Kopfball an den Pfosten nach der anschließenden Ecke aber dennoch Chancen hatte, den Sack endgültig zuzumachen.

Als wäre das Donnergrollen, das die Partie über weite Strecke begleitete, ein schlechtes Omen für die Hausherren gewesen, schlug die Kugel in der Nachspielzeit noch ein: Leon Burggraf versenkte eine scharfe Flanke am langen Pfosten sehenswert - der 2:2-Endstand.

Türk Gücü Friedberg: Koob - Okamoto, Häuser, Schorr, Knecht - Jost, Henrich - Fukuhara (ab 62. Imek), Demir (ab 73. Mahmudov), Eren (ab 90.+4 Usic) - Michel.

SC Hessen Dreieich: Miletic - Mladenovic, Gavric, Mouhaman, Alempic - Dejanovic, Wachs, Reljic (ab 46. Affo), Schnitzer, Alempic (ab 83. Alempic, Lagator.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Schandry (Königstein). - Zuschauer: 120. - Tore: 1:0 (9.) Michel, 2:0 (20.) Demir, 2:1 (62.) Schnitzer, 2:2 (90.+2) Burggraf. - Gelbe Karten: Henrich, Mahmudov / Wachs.

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