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Gemeinsam auf den Steinkopf

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(pm). Am 29. Mai 1953 gelang Edmund Hillary und Tenzing Norgay die Erstbesteigung des 8848 Meter hohen Mount Everest. Doch Nepal ist weit weg, der Flug dorthin dauert lange, und aktuell muss man gemeinsam mit vielen anderen am Fuß des Berges darauf warten, seine Besteigung beginnen zu können. Und mit dem Fahrrad kommt man ohnehin nicht hoch. Warum also nicht einen beliebigen Hügel so oft mit dem Rad erklimmen, bis die entsprechenden Höhenmeter erreicht sind?

Das sogenannte Everesting ist wohl jedem ambitionierten Radfahrer ein Begriff.

Inspiriert und motiviert durch die #beatyourpeak-Challenge des LifeCycle-Magazins, das anlässlich des 68. Jahrestages der Erstbesteigung zu einem Everesting aufgerufen hatte, suchten sich Immo Müller, Peter Kertesz und Bernd Hallmann, die drei Initiatoren des Albert Radklubs aus Bad Nauheim, einen Tag im Kalender aus, motivierten Freunde und Bekannte dazu, wahlweise Kuchen zu backen oder mit ihnen Rad zu fahren und teilten die Veranstaltung einem größeren Publikum über soziale Medien mit. Statt sich aber alleine immer wieder ein und denselben Berg hinaufzuquälen, sollte das Everesting - nicht ganz regelkonform - als familientaugliche Gruppenfahrt in Angriff genommen werden. Um teilzunehmen, reichte es, sich über eine internetbasierte Sport-Tracking App beim Albert Radklub anzumelden und seine Fahrten über den Tag hinweg aufzuzeichnen.

Eine zunächst kleine Gruppe traf sich kürzlich um 5 Uhr morgens vor dem Weinhandel Fertsch, um gemeinsam ein erstes Mal die ca. 10 km und 460 Höhenmeter zum Steinkopf (Ober-Mörlen) zu fahren. Bald stieß Christian Biehl zu dem Trio, der bereits am Vorabend die 140 km lange Anreise von oberhalb des Rheintals nach Bad Nauheim auf dem Rad angetreten und die Nacht in einer Hütte im Stadtwald verbracht hatte. Nach erfolgter Kletterei gab es erstmal einen starken Kaffee und die ersten Kuchenstücke zur Stärkung. Der Radklub hatte auf dem Hof der Weinhandlung ein mobiles Café errichtet und ein Kuchenbuffett aufgebaut, sodass sich die teilnehmenden Radler um ihre Verköstigung keine Sorgen zu machen brauchten.

Von der Resonanz waren die Initiatoren erfreut und überrascht, insgesamt nahmen 61 Radlerinnen und Radler am Gruppen-Everesting teil, die jüngste neun und der älteste Teilnehmer 65 Jahre alt. Alle absolvierten Fahrten summierten sich auf 87 015 Höhenmeter, was etwa der 9,8-fachen Höhe des Mt. Everest entspricht. An Kilometern kamen insgesamt 5521,54 heraus.

Marc Schmitt aus Schaafheim fuhr solo in 16 Stunden und 31 Minuten 8934 hm und 400 km. »Es ist absoluter Wahnsinn, wie motiviert die Leute waren. Was eigentlich als kleiner Spaß unter Freunden geplant war, wurde am Ende so viel größer. Das macht Lust auf mehr. Die ganze Stadt für einen Tag aufs Rad zu bekommen - das wäre großartig«, frohlockte Immo Müller.

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