Der Butzbacher Jörg Jung von Triathlon Wetterau bleibt beim Langdistanzrennen in der Lausitz unter der Zehn-Stunden-Marke. FOTO: PV
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Der Butzbacher Jörg Jung von Triathlon Wetterau bleibt beim Langdistanzrennen in der Lausitz unter der Zehn-Stunden-Marke. FOTO: PV

Gelungenes Comeback

  • vonTanja Weber
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(web). Nach langer Verletzungspause ein erfolgreiches erstes Rennen unter zehn Stunden: beim "Knappenman" im Lausitzer Seenland feierte Jörg Jung (Triathlon Wetterau) ein gelungenes Comeback auf die Langdistanz und den Sieg in der Altersklasse M 50. 9:32 Stunden benötigte der Butzbacher am vergangenen Samstag.

"Eigentlich bereite ich mich zurzeit auf einen Ironman Ende des Jahres vor", sagt Jung. "Die Idee mit dem Start beim Knappenman in Lohsa hatte ich sehr kurzfristig, als Testrennen. Von der Marathonstrecke wollte ich nur ein Viertel absolvieren und dann aussteigen." Zwei Läufe über 35 Kilometer konnte der 51-Jährige noch ins Training einbauen, dann musste er aber auch schon der Erholung in den letzten drei Wochen vor dem Rennen Priorität einräumen.

Bevor die Athleten überhaupt an den Start gehen konnten, hatte der Veranstalter wohl die mit Abstand größte Leistung vollbracht und frühzeitig eine Genehmigung zur Durchführung des Rennens erhalten. Zugrunde lag ein Hygienekonzept, das auf ein kleines Teilnehmerfeld von 130 Startern und keinen Zuschauern auf dem Eventgelände setzte.

Die größte Umstellung für die Athleten war die Reduzierung auf eine einzige Versorgungsstelle beim Radfahren, die alle 30 Kilometer angefahren werden konnte. Dazu musste man die Strecke verlassen, auf einen Parkplatz herausfahren und anhalten. Zwei Stationen gab es dann je 10,5 Kilometer Laufrunde um den See.

Ab 7 Uhr erfolgte der Schwimmstart über 3,8 Kilometer. "Ich befand mich in einer Dreiergruppe", sagt der Langstreckenathlet. "Ohne Landgang ging es auf die zweite Runde und mit 1:03:09 Stunden beendete ich den Schwimmpart." Die Radstrecke präsentierte sich als schneller, sechsmal zu fahrender Rundkurs mit vielen Gegenwindpassagen "Von Beginn an hatte ich meinen Garmin im Blick, um die Entwicklung von Herzfrequenz und Leistung zu beobachten, viel los war ja bei nur 130 Teilnehmern nicht", so Jung. Nach 4:54:11 Stunden für die 170 Kilometer lange Radstrecke, gewöhnlich hat eine Langdistanz 180 Radkilometer, hieß es raus aus den Radschuhen und ab in die zweite Wechselzone.

Beim Wechseln vom Rad zum Laufen galt es vor allem, die komplette Eigenversorgung mit Gels und Wasserflasche in einem Laufgürtel unterzubringen. Nur für die letzte Runde konnte der Butzbacher morgens eine Flasche plus Gels deponieren. Die Marathonstrecke führte in vier Runden à 10,5 Kilometer um einen See und war doch welliger als das Streckenprofil es vermuten ließ. Mit einem erhofften Schnitt von fünf Minuten pro Kilometer machte Jung Zeit gut, sogar noch auf der zweiten Runde. Mit nachlassendem Tempo und immer besorgterem Blick auf die Uhr entschied er sich, die Uhr auszumachen: "Ich bin einfach das Tempo gelaufen, wozu Kopf und Körper noch bereit waren, ohne mich quälen zu müssen." Nach 3:27:45 Stunden überquerte Jung die Ziellinie: 9:32:52 Stunden und Platz eins der M 50.

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