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Gekettet an den EC Bad Nauheim

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(mw) Früher feuerte Daniel Ketter mit seinem Vater im Fanblock den EC an, bereits mit sechs Jahren stand er auf dem Eis im Colonel-Knight-Stadion, mit 17 Jahren debütierte er in der ersten Mannschaft unter Peter Obresa – und die Gegenwart sowie die Zukunft lauten auch EC Bad Nauheim. Bei der Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag vor den beiden Wochenend-Spielen in der Deutschen Eishockey-Liga 2 hat der Verteidiger der Roten Teufel klargemacht, dass er noch sehr lange für seinen Heimatverein auf dem Eis stehen möchte.

»Ich habe nicht vor, woanders Eishockey zu spielen«, sagt Ketter. Sportlich ist die Zielsetzung vor dem Heimspiel gegen Weißwasser am heutigen Freitag und dem Gastspiel in Heilbronn unterdessen für EC-Trainer Petri Kujala klar: »Wir wollen wie immer sechs Punkte holen«.

Dass es für den EC nicht mal zu drei Punkten in einem Spiel zuletzt gereicht hatte, stört Kujala und den Sportlichen Leiter Daniel Heinrizi wenig. »Wir haben vier der vergangenen fünf Spiele gewonnen«, verweisen beide auf die Statistik der vergangenen beiden Wochen, wobei alle Erfolge nach Verlängerung gelangen. Zwei Punkte im Schnitt pro Partie würden aktuell immerhin reichen, um Platz zwei zu belegen. So gesehen, befinden sich die Roten Teufel im Aufwärtstrend, auch wenn Platz acht mit ein bis zwei Spielen mehr als die Konkurrenz dies noch nicht komplett widerspiegelt. »Diese Liga ist eben sehr eng«, weiß Heinrizi.

Doch die gute Heimbilanz mit 22 Punkten sowie der mächtig angeschlagene Auswärtsgegner am Sonntag lassen aus Sicht der Verantwortlichen die berechtigte Hoffnung zu, am Wochenende alle sechs Punkte in die Kurstadt zu holen. Dazu kann Kujala bis auf den weiterhin verletzten Dan Ringwald aus dem Vollen schöpfen. Am Donnerstagmorgen waren Jonas Noske und Dominik Daxlberger aus Düsseldorf angereist, beide verstärken den EC-Kader.

Daniel Ketter hatte unterdessen kürzlich eine Zwangspause zu überstehen, er war drei Spiele gesperrt. Dass er dennoch ein fairer Sportsmann sei, betonte Heinrizi gestern. »Er kommt mit wenig Strafzeiten aus. Daniel muss daher an seinem Stil nichts ändern. Das war eine unglückliche Aktion gegen Frankfurt«. Dass sich die Defensive kürzlich stabilisiert hat, führt Ketter auf die intensiven Gespräche in der Länderspielpause zurück. »In internen Gesprächen hat jeder etwas zu seinen Aufgaben und zu seiner Rolle gesagt. Das haben sich offensichtlich alle zu Herzen genommen«.

Seine Aufgabe neben dem offensiv gefährlichen Drew Paris sieht Ketter so: »Ich sichere hinten ab und spiele den defensiveren Part«. Ketters Nebenmann hat bereits sechs Tore erzielt, nur Landshuts Andreas Gawlik hat als Defensivspieler öfter getroffen (8). Zudem stand Paris bereits dreimal in dem All-Star-Team der Woche des Fachmagazins Eishockeynews.

Die aktuelle Situation bei Bad Nauheims Gegner könnte unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite kommt mit den Lausitzer Füchsen das Team der Stunde, der Tabellenzweite hat in den vergangenen zehn Spielen nur die Heimpartie gegen Frankfurt verloren. Am Sonntag sind die Roten Teufel in Heilbronn zu Gast, die nur eines ihrer vergangenen acht Spiele gewinnen konnten – beim 5:4 gegen Kaufbeuren; der Stuhl von Trainer Igor Pavlov wackelt daher gewaltig.

Daniel Ketter unterdessen sitzt in Bad Nauheim fest im Sattel. Mit 237 Spielen hat der 29-Jährige reichlich Erfahrung in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, in der er auch für Regensburg und Freiburg gespielt hat. Das RT-Eigengewächs verteidigt im vierten Jahr wieder in der Kurstadt. Einer Beschäftigung über diese Saison hinaus dürfte aus Leistungs- und Identifikationsgründen sicherlich nichts im Wege stehen.

Bad Nauheims Gegner

(in Klammern die ligaweite Platzierung)

Lausitzer Füchse:

Serie: Drei Siege in Folge

Höchster Sieg/Niederlage auswärts: 6:2 in Dresden am 31. Oktober, 2:5 in Ravensburg am 2. Oktober

Auswärtsbilanz: 32:28 Tore, 15 Punkte (6.)

Top-Scorer: Jonas Johannsson 23 Punkte (10+13/12.)

Teamstrafen: 14,58 Minuten pro Spiel (11.)

Team-Unterzahl: 81,48 Prozent (3.)

Team-Überzahl: 18,31 Prozent (11.)

Ausfälle: Lukas Povizil (Gehirnerschütterung), Danny Pyka (Oberschenkel), Stefan Reiter (Knie), Maxim Legault (gesperrt)

Ex-Teufel: Kevin Lavallee

Heilbronner Falken:

Serie: Vier Niederlagen in Folge

Höchster Sieg/Niederlage zuhause: 5:2 gegen Crimmitschau am 10. Oktober, 0:5 gegen Kassel am 2. Oktober, 3:8 gegen Bietigheim am 16. November

Heimbilanz: 28:45 Tore, 10 Punkte (13.)

Top-Scorer: Dustin Cameron 21 Punkte (11+10/21.)

Teamstrafen: 14,45 Minuten pro Spiel (10.)

Team-Unterzahl: 74,07 Prozent (14.)

Team-Überzahl: 14,93 Prozent (14.)

Zuschauerschnitt: 1503 (14.)

Ausfälle: keine

Ex-Teufel: Dominik Tiffels, Lennart Palausch, Kevin Maginot, Dorian Saeftel, Philip Lehr

Das Wochenend-Programm

Heute: Bad Nauheim – Weißwasser, Frankfurt – Ravensburg, Landshut – Bietigheim, Kassel – Rosenheim (alle 19.30 Uhr), Bremerhaven – Heilbronn, Riessersee – Kaufbeuren, Crimmitschau – Dresden (alle 20 Uhr).

Sonntag: Rosenheim – Landshut, Dresden – Frankfurt, Bietigheim – Riessersee, Weißwasser – Kassel (alle 17 Uhr), Ravensburg – Bremerhaven, Kaufbeuren – Crimmitschau, Heilbronn – Bad Nauheim (alle 18.30 Uhr).

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